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Industrie 4.0-Plattform Bühler lanciert Cloud-Plattform für die Lebensmittelindustrie

| Redakteur: Tobias Hüser

Bühler hat auf der Microsoft Ignite Conference in der US-Stadt Orlando eine Cloud-Plattformen für digitale Services in der Lebens- und Futtermittelindustrie vorgestellt. Die Cloud-Technologie vereint künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge (IoT) und womöglich bald auch Blockchain. Der Anbieter will damit neue Standards bei der Sicherheit, Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Datenverfügbarkeit in der Lebensmittelproduktion setzen.

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Digital Officer Stuart Bashford erklärt Microsoft-CEO Satya Nadella die Sortiertechnologie Lumo Vision bei der Microsoft Ignite Conference.
Digital Officer Stuart Bashford erklärt Microsoft-CEO Satya Nadella die Sortiertechnologie Lumo Vision bei der Microsoft Ignite Conference.
(Bild: Bühler)

Orlando/USA – Bühler hat die neue Plattform Insights in Partnerschaft mit Microsoft und ihrer Cloud-Plattform Azure entwickelt. Resultat ist eine IoT-Plattform, auf der sämtliche digitalen Services von Bühler laufen. Kunden erhalten über ein einziges Portal Zugang zu diesen Services. „Dank der Technologie von Microsoft können wir die Markteinführung von Produkten beschleunigen“, sagte Stuart Bashford, Digital Officer bei Bühler im Rahmen der Konferenz. Mit der IoT-Plattform Bühler Insights soll jede einzelne Maschine in einer Produktionsanlage so laufen, als würde sie der beste Mitarbeitende bedienen – rund um die Uhr.

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Bühler kann heute schon über 85 % seiner Lösungen an Bühler Insights anschliessen. Bei der Microsoft Ignite präsentierte Bühler eine Auswahl seiner digitalen Services. Dazu gehört Moisture Pro, ein cloud-basierter digitaler Service, der bei thermischen Prozessen in der Lebens- und Futtermittelindustrie die Ausbeute stark erhöht, die Energiekosten senkt und die Auswirkungen auf die Umwelt verringert. Zusammen mit der Leistungsfähigkeit der Cloud soll Moisture Pro eine Rendite von etwa 300.000 Dollar ermöglichen, bei jährlichen Energieeinsparungen von 20.000 Dollar.

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Gift entfernen, Reis und Mais beurteilen

Ein weiterer Service ist Lumo Vision. Die Sortiertechnologie erkennt mit giftigem Aflatoxin befallene Maiskörner und sortiert diese aus. Zusätzlich sind zwei Bildverarbeitungslösungen mit Bühler Insights verbunden: Graini Go für Mais und Total Sense für Reis. Dank ihnen können Kunden Qualität und Trends von Rohprodukten beurteilen, Leistungen objektiv und verlässlich vergleichen und Daten für künftige Analysen und Rückverfolgbarkeit speichern.

Bühler und Microsoft überprüfen bereits die Möglichkeiten von Blockchain, um für Lebensmittelhersteller und -konsumenten die totale Rückverfolgbarkeit zu ermöglichen. Blockchain eignet sich ideal, um Aktionen und Transaktionen aufzuzeichnen, denn Daten lassen sich darin nur sehr schwer verändern oder manipulieren. Bühler und Microsoft arbeiten zusammen an der Entwicklung einer Blockchain-Lösung, mit der die Lebensmittelsicherheit und -transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei der Lebensmittelherherstellung erhöht werden kann.

Blockchain: mehr Sicherheit, weniger Betrug

Blockchain kann der Lebensmittelindustrie in vielerlei Hinsicht nützen. Ein Beispiel dafür ist die Verunreinigung von Nahrungsmitteln: In den ersten acht Monaten dieses Jahres verzeichnete die US Food and Drug Administration in den USA rund 120 Fälle von Lebens- und Futtermittelkontamination, unter anderem durch Salmonellen, Listerien, Glas, Metall und Kot von Nagetieren. Mit Blockchain können Unternehmen rasch die Quelle einer Verunreinigung bestimmen und Maßnahmen treffen, um dadurch verursachte Krankheiten, Verluste bei der Lebensmittelproduktion und Image-Schäden zu verhindern. Mit Blockchain können Firmen auch die Rückverfolgung von Qualität und Standorten sicherstellen.

Laut Bashford könnte dies das Bewusstsein für Lebensmittelsicherheit in der Branche erhöhen: „Mit diesen Fragen für die Lebensmittel-Wertschöpfungskette beschäftigen wir uns schon längere Zeit. Jetzt verfügen wir über die Technologie, um sie zu lösen. Wir können weltweit Normen einführen, das Rückverfolgen von Verunreinigungen und das Verringern von Lebensmittelverschwendung vereinfachen. Und wir können Lebensmittelbetrug sehr viel schwieriger machen.“

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