powered by

Kunststoffrecycling BTB PET-Recycling baut Kapazitäten weiter aus

Redakteur: Gabriele Ilg

Während des Corona-Lockdowns im Frühjahr installierte BTB PET-Recycling eine Vortrocknungsanlage und einen weiteren SSP (Solid-State-Polycondensation)-Reaktor und hat nun mittlerweile neun SSP-Reaktoren von Starlinger Recycling Technology in Betrieb. Warum die Investition maßgeblich zur Qualität des Rezyklats beiträgt, lesen Sie hier...

Firmen zum Thema

Christian Lovranich, (Starlinger) mit Richard Wüllner und Andrzej Zajontz, Geschäftsführer von BTB PET-Recycling
Christian Lovranich, (Starlinger) mit Richard Wüllner und Andrzej Zajontz, Geschäftsführer von BTB PET-Recycling
(Bild: BTB)

Bad Salzuflen, Wien/Österreich – Auf einer den Reaktoren vorgeschalteten Starlinger PET-Recyclinganlage verarbeitet das Unternehmen jährlich ca. 20.000 Tonnen PET-Eingangsware, die aus dem deutschen Flaschenrücknahmesystem stammt.

Warum das jetzt nicht mehr so unproblematisch ist wie früher, erklärt Andrzej Zajontz, einer der Geschäftsführer von BTB und verantwortlich für die gesamte Technik: „Leider wird im deutschen Pfandsystem bei der Rücknahme von pfandpflichtigen Getränkeverpackungen nicht mehr so gut getrennt – in den Rücknahmeautomaten im Einzelhandel werden klare und farbige Flaschen zusammen erfasst und so angeliefert. Dazu enthält das Eingangsmaterial neben Fremdkunststoffen auch Aluminium und Weißblech. Das bedeutet für uns einen erheblichen Mehraufwand bei der Vorsortierung, da wir im Rahmen des Bottle-to-Bottle-Verfahrens eigentlich nur klare PET-Flaschen aufbereiten. Daher gingen unsere letzten Investitionen neben den Starlinger-Maschinen auch verstärkt in eine bessere Sortiertechnik. Wir trennen das Eingangsmaterial zu Beginn des Aufbereitungsprozesses und sortieren die bereinigten PET-Flakes noch einmal vor der Extrusion, damit wir die beste Pelletqualität erhalten.“

2018 erhielt BTB außerdem eine weitere positive EFSA-Beurteilung auf den eingereichten „Direct iV+“-Prozess für die Herstellung von lebensmitteltauglichem PET-Rezyklat. Mit diesem Prozess erreicht das Unternehmen laut eigenen Angaben einen höheren Durchsatz und produziert noch effizienter und energiesparender.

Nicht nur in Sachen Qualität, auch beim Thema Kreislaufwirtschaft zeigt sich der deutsche PET-Recycler vorbildlich: BTB beliefert fixe Abnehmer, die das PET-Regranulat für die Herstellung von Getränkeflaschen verwenden, die in der Region befüllt, verkauft und wieder eingesammelt werden. Aus diesem Eingangsmaterial stellt BTB dann wieder PET-Regranulat her – ein gutes Beispiel für die Nachhaltigkeit eines regionalen, geschlossenen Verpackungskreislaufs.

Auf die Frage, wie sich die COVID-19-Krise auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens auswirkt, antwortet Zajontz: „Viele unserer Kunden stellen Lebensmittelverpackungen her und sind als systemrelevant eingestuft. Wir haben daher auch während des Lockdowns produziert.“

Allerdings ergeht es BTB wie zurzeit vielen Unternehmen in der Kunststoffrecyclingbranche: „Der niedrige Erdölpreis macht uns zu schaffen – er erschwert den Absatz von Rezyklaten sehr“, beschreibt Andrzej Zajontz die Situation. „Neue Abnehmer zu finden, ist für Kunststoffrecycler also momentan schwierig.“ Richard Wüllner, Geschäftsinhaber von BTB: „Was wir brauchen, ist ein nachhaltiger und umfassender Ansatz für Herstellung, Verbrauch, Recycling und Entsorgung von Kunststoffen“.

(ID:47019348)