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Energiemanagement Borealis will mit ISO 50001-Standard Energieeffizienz erhöhen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Borealis hat den internationalen Energiemanagementstandard ISO 50001 implementiert. Unterstützt wurde das Unternehmen dabei von den Energieexperten DNV GL, die auch als Zertifizierungsstelle fungiert. Die Zertifizierung wird dem Hersteller von Polyolefinen, Basischemikalien und Pflanzennährstoffen dabei helfen, die Energieeffizienz und die Klimaschutzstrategie der Wertschöpfungskette, die er beliefert, proaktiv zu fördern.

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Borealis erreicht Energieziele mit Unterstützung von DNV GL.
Borealis erreicht Energieziele mit Unterstützung von DNV GL.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Wien/Österreich – Die ISO 50001-Zertifizierung ist ein weltweit anerkannter Energiemanagementstandard, der Organisationen dabei hilft, ihre Energieperformance zu managen und kontinuierlich zu verbessern, um Kosten und Emissionen zu senken. Borealis will durch die Zertifizierung seine Emissionen jährlich um mehr als 360.000 metrische Tonnen CO2 senken. Dies entspricht dem Treibhausgasausstoß von 80.000 Autos, die ein Jahr lang in Betrieb sind. Indem das Unternehmen den Energieverbrauch in seinen Betrieben senkt, reduziert Borealis nicht nur seine Emissionen, sondern verbessert auch die Kosteneffizienz. Diese Einsparungen ermöglichen Borealis, in Innovation und neue Projekte zu investieren, um das gesamte Energienetz, das auf Kunststoffmaterialien angewiesen ist, zu stärken.

Die Energieexperten von DNV GL arbeitete vier Jahre lang mit Borealis an der Entwicklung und Implementierung eines Energiemanagementsystems (En MS), das die ISO 50001-Norm erfüllt. Dafür nutzte DNV GL sein unternehmenseigenes Bewertungsprotokoll, das eine quantitative Auswertung der En MS-Performance eines Unternehmens ermöglicht und das Verständnis für Prozesse und Praktiken fördert, um eine entsprechende Energieverbrauchsplanung und -analyse sicherzustellen. DNV GL bewertete, wie Borealis’ Standorte in Relation zur Energieperformance abschnitten, beleuchtete die Stärken, Schwächen und Fokusbereiche des Unternehmens, prüfte die bestehenden Unternehmensprozesse und aktualisierte diese, falls es erforderlich war. Diese Aufgaben wurden anfangs an einigen ausgewählten Standorten durchgeführt, um ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wie das Unternehmen funktioniert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden in der Folge überprüft und die nötigen Änderungen umgesetzt.

Durch die Einbindung sämtlicher Stakeholder im Zuge einer „Energy Efficiency Engagement Tour“ durch Europa half DNV GL Borealis dabei, seine Energiekultur zu stärken. Die Tour diente dazu, das Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen und sie dazu zu animieren, die Energieeffizienz bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 2015 um 10 % zu steigern.

Umsetzung in der Praxis

Nach der Entwicklung der ISO 50001-Strategie für das gesamte Unternehmen unterstützte DNV GL acht regionale Standorte dabei, die Unternehmenstheorie in die Praxis umzusetzen. Den Startpunkt bildete eine Gap-Analyse und ein High-Level-Screening der bestehenden Managementprozesse sowie die Entwicklung eines Implementierungsplans, der die standortspezifischen Erfordernisse berücksichtigte und sämtliche für die ISO 50001-Zertifizierung erforderlichen Maßnahmen auflistete.

Die Unterstützung im Zuge der Umsetzung umfasste die direkte Zusammenarbeit mit den Energieteams, um angemessene Kennzahlen (KPIs) zu entwickeln und den Energieverbrauch zu kontrollieren, die Kommunikation mit allen Unternehmensebenen, technischen Support, um Energie-Baselines und -ziele zu definieren, sowie die verwaltungstechnische Unterstützung zur Aktualisierung standortspezifischer Prozesse, um diese mit den ISO 50001-fit zu machen. An jedem Standort wurde ein Pre-Audit durchgeführt, um etwaige Lücken bei der Vorbereitung auf die Zertifizierung zu schließen.

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