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Geschäftsbilanz 2017

Borealis wiederholt Rekordergebnisse aus dem Vorjahr

| Redakteur: Tobias Hüser

„Im Jahr 2017 haben wir den Übergangsprozess in eine neue Phase des Wachstums und der globalen Expansion fortgesetzt, wobei wir in den kommenden Jahren ein wahres Feuerwerk an wichtigen Wachstumsprojekten zünden werden“, sagt Mark Garrett, Borealis Chief Executive.
„Im Jahr 2017 haben wir den Übergangsprozess in eine neue Phase des Wachstums und der globalen Expansion fortgesetzt, wobei wir in den kommenden Jahren ein wahres Feuerwerk an wichtigen Wachstumsprojekten zünden werden“, sagt Mark Garrett, Borealis Chief Executive. (Bild: Borealis)

Borealis hat für das Geschäftsjahr 2017 einen anhaltend stabilen Nettogewinn von 1095 Millionen Euro bekannt gegeben. Damit kann das Chemieunternehmen das Rekordniveau aus dem vergangenen Jahr halten. Stabile Polyolefinmargen und der weiterhin starke Gewinnbeitrag von Borouge sind die wichtigsten Triebfedern dieses Erfolgs. Zudem konnte das Unternehmen noch nie so viele Turnarounds umsetzen wie in 2017.

Wien/Österreich – Borealis meldete im vierten Quartal 2017 einen Nettogewinn von 247 Millionen Euro, während im Vergleichszeitraum des Jahres 2016 239 Millionen Euro erwirtschaftet wurden. Im gesamten Jahr 2017 verzeichnete das Unternehmen einen Nettogewinn von 1095 Millionen Euro, im Vergleich zu 1107 Millionen Euro im Jahr 2016. Das Ergebnis wurde von soliden Polyolefinmargen in Europa sowie von einem verbesserten Gewinnbeitrag von Borouge gestützt. Der Beitrag des Basischemikalienbereichs war aufgrund des schwachen Geschäftsumfelds im Bereich Pflanzennährstoffe niedriger als 2016.

Im vergangenen Jahr konnte das Chemieunternehmen eine TRI-Häufigkeit („Total Recordable Injuries“) von 1,1 pro Million Arbeitsstunden verzeichnen, während im Vorjahr ein Wert von 0,9 erreicht wurde. Eine TRI-Häufigkeit unter zwei gilt laut Borealis als Weltklasse in der Branche. Die Sicherheitsperformance ist vor dem Hintergrund des intensiven Turnaround-Programms zu betrachten, welches fünf Standorte umfasste: Kallo, Geleen, Grandpuits, Schwechat und Porvoo.

Joint Venture Borouge startet Schlüsselprojekte

Die Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) und Borealis gaben 2017 die Unterzeichnung eines Rahmenvertrags für zwei Schlüsselprojekte bekannt, die das nachgelagerte Petrochemiegeschäft von Adnoc und Borealis erweitern. Beide Unternehmen haben mittlerweile die Pre-FEED-Phase für den Bau des Borouge 4-Komplexes erreicht, der voraussichtlich im Jahr 2023 in Betrieb gehen soll. Borouge 4 umfasst einen Mixed-Feedstock-Cracker im Weltmaßstab, der bestehende Rohstoffquellen in Abu Dhabi sowie nachgelagerte Derivatanlagen für Polyolefin- und Nicht-Polyolefinprodukte nutzt.

Gleichzeitig starteten die Unternehmen den Ausschreibungsprozess für EPC (Planung, Beschaffung & Bau) für eine zusätzliche Polypropylenanlage (PP5) auf Basis von Borealis’ unternehmenseigener Borstar-Technologie. Die Anlage, die in den Borouge 3-Komplex eingegliedert werden soll, wird den Wert des überschüssigen Propylens steigern, das über die neue Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) von Adnoc Refining verfügbar ist, und rund 0,5 Millionen Tonnen Propylen pro Jahr produzieren.

Auf Produktseite gaben Borealis und Borouge die Markteinführung von Anteo bekannt, einer neuen Familie von linearem Polyethylen mit niedriger Dichte (LLDPE), die für den globalen Verpackungsmarkt entwickelt wurde. Anteo vervollständigt das Komplettlösungsangebot für mehrschichtige, flexible Hochleistungsverpackungsanwendungen, hergestellt mittels Borealis Borstar Bimodal Terpolymer-Technologie (BBT). Borouge produziert Anteo in der Ruwais-Anlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE).

Neben den Borouge-Projekten kündigte das österreichische Unternehmen weitere globale Wachstumsprojekte an. Dazu zählt u.a. die Unterzeichnung eines Vorvertrags zwischen Borealis und Nova Chemicals zur Gründung eines Joint Ventures mit Total. Das Joint Venture wird einen neuen Light-Feed-Cracker sowie eine neue Borstar-Polyethylenanlage (PE) in Bayport im US-Bundesstaat Texas errichten und auch selber betreiben. Ein weiterer Bestandteil ist die bestehende PE-Anlage von Total in Bayport. Darüber hinaus kündigte Borealis an, eine eigens für den Automobilbereich bestimmte Polypropylen-Compoundinganlage (PP) in Taylorsville im US-Bundesstaat North Carolina zu errichten, um seine Position als lokaler Zulieferer für Originalhersteller (OEMs) des Automobilsektors und deren Tier-Partner in Nordamerika zu festigen.

Ausblick auf 2018

Im September kündigte Borealis die FEED-Phase für eine neue Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) im Weltmaßstab an, die am bestehenden Borealis-Produktionsstandort im belgischen Kallo installiert werden soll. Die endgültige Investitionsentscheidung soll im dritten Quartal 2018 fallen, die voraussichtliche Inbetriebnahme der Anlage ist für das zweite Halbjahr 2021 angesetzt. Im November gab Borealis bekannt, eine Feasibility-Studie für den Ausbau der Kapazitäten seiner Polypropylenanlagen (PP) in Europa durchführen zu wollen. Die Studie wird eine Reihe von Kapazitätssteigerungen durch die Beseitigung von Engpässen in den bestehenden europäischen PP-Anlagen prüfen, wobei zu Beginn die drei PP-Anlagen, die Borealis in Belgien betreibt, unter die Lupe genommen werden. Die endgültigen Investitionsentscheidungen sollen im vierten Quartal 2018 fallen, wobei die erweiterten Kapazitäten zwischen dem ersten Quartal 2020 und Anfang 2022 zur Verfügung stehen sollen.

„Mit den bevorstehenden bedeutenden globalen Kapazitätserweiterungen erwarten wir ein nachlassendes Polyolefin-Preisumfeld in Europa, sind jedoch der Ansicht, dass eine verbesserte Performance im Pflanzennährstoffbereich den Preisdruck im Polyolefinsegment zumindest teilweise kompensieren wird. Daher erwarten wir nach wie vor, dass 2018 ein durchaus solides Jahr wird“, erklärt Mark Garrett, Borealis Chief Executive von Borealis.

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