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Geschäftszahlen 2. Quartal 2017 Borealis verzeichnet Rekordhalbjahr trotz Markteinbruch

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Borealis meldet im zweiten Quartal 2017 einen Nettogewinn von 261 Millionen Euro. Im Vorjahr lag im gleichen Zeitraum der Gewinn mit 309 Millionen noch deutlich höher. Trotzdem verzeichnet das Unternehmen ein Rekord-Halbjahresergebnis. Zusammen mit Adnoc hat Borealis beschlossen, seine Petrochemieaktivitäten von Borouge in den Vereinigten Arabischen Emiraten auszubauen.

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„Wir freuen uns bereits auf die nächste Etappe unserer Reise, den Ausbau und die Erweiterung von Borouge. Dieser Schritt wird es uns ermöglichen, aus der rapide ansteigenden Nachfrage nach Polyolefinprodukten in den asiatischen Märkten Nutzen zu ziehen“, sagt Mark Garrett, Vorstandsvorsitzender von Borealis.
„Wir freuen uns bereits auf die nächste Etappe unserer Reise, den Ausbau und die Erweiterung von Borouge. Dieser Schritt wird es uns ermöglichen, aus der rapide ansteigenden Nachfrage nach Polyolefinprodukten in den asiatischen Märkten Nutzen zu ziehen“, sagt Mark Garrett, Vorstandsvorsitzender von Borealis.
(Bild: Borealis)

Wien/Österreich – Der solide Nettogewinn im zweiten Quartal wurde maßgeblich vom höheren Gewinnbeitrag von Borouge gestützt. Daraus ergibt sich ein Halbjahresergebnis mit einem Nettogewinn von 574 Millionen Euro. Die integrierten Gewinnmargen des europäischen Polyolefingeschäfts blieben auf einem gesunden Niveau, sanken jedoch im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 leicht ab.

Das Marktumfeld im Pflanzennährstoffbereich war weiterhin schwach, wodurch die Geschäftsperformance ähnlich wie im zweiten Quartal 2016 ausfiel. Die Nettoverschuldung ging im zweiten Quartal um 112 Millionen Euro zurück, was eine solide Geschäftsperformance sowie ein hohes Investitionsniveau im Zusammenhang mit Wachstumsprojekten und Turnarounds widerspiegelt.

„Borealis hat im zweiten Quartal ein solides Ergebnis erreicht und damit im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis erzielt. Die grundsätzlich soliden integrierten Polyolefinmargen waren hauptverantwortlich für dieses Ergebnis“, erklärt Mark Garrett, Vorstandsvorsitzender von Borealis.

Petrochemiegeschäft in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Die Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) und Borealis haben einen Rahmenvertrag unterzeichnet, um damit zwei Schlüsselprojekte voranzutreiben. Diese werden sowohl Adnocs als auch Borealis‘ nachgelagertes Petrochemiegeschäft erweitern. Mit dem Rahmenvertrag starten die Geschäftspartners die Pre-Feed-Phase (Front End Engineering und Design) für den Bau des Borouge 4-Komplexes. Der Borouge 4-Komplex umfasst einen Mixed-Feedstock-Cracker im Weltmaßstab, der bestehende Rohstoffquellen in Abu Dhabi sowie nachgelagerte Derivatanlagen für Polyolefin- und Nicht-Polyolefinprodukte nutzt. Der geplante Borouge 4-Komplex soll etwa 2023 in Betrieb gehen und in Adnocs Takreer-Raffinerie integriert werden.

Gleichzeitig kamen die Unternehmen überein, die Ausschreibung für das Engineering, die Beschaffung und den Bau einer zusätzlichen Polypropylenanlage (PP5) zu starten. Diese Anlage wird auf Borealis‘ unternehmenseigener Borstar-Technologie basieren und soll in den bestehenden Borouge 3-Komplex integriert werden. Sie wird den Wert des überschüssigen Propylens steigern, das über Takreers neue Propan-Dehydrierungsanlage (PDH) verfügbar ist und jährlich rund 0,5 Millionen Tonnen Polypropylene produzieren.

Borealis bringt neue Solarmarke Quentys auf den Markt

Borealis hat entschieden, eine eigene Polypropylen-Compounding-Anlage (PP) für den Automobilsektor in North Carolina, zu errichten. Die neue Anlage wird dem Unternehmen dabei helfen, seine Position als lokaler Zulieferer von OEMs der Automobilindustrie und deren Tier-Partnern in Nordamerika abzusichern. Die Anlage soll Anfang 2019 einsatzbereit sein. Borealis und Borouge bringen zudem Quentys auf den Markt – eine neue Solarmarke. Das erste Solarprodukt, das Quentys-Sorten verwendet, wurde bereits vorgestellt, im Laufe des Jahres sollen weitere folgen.

„Unsere Erwartung, dass sich die integrierten Polyolefinmargen allmählich normalisieren werden, bleibt bestehen. Darüber hinaus rechnen wir mit einer weiteren Performancesteigerung in unserem Pflanzennährstoffgeschäft, wenn auch unter nach wie vor schwierigen Marktbedingungen. Die größte Herausforderung für unser Unternehmen war in diesem Jahr die Rekordanzahl an Turnarounds. Mittlerweile können wir aber mit Stolz sagen, dass wir den Großteil der Turnarounds bereits erfolgreich abgeschlossen haben“, so Garrett.

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