Energiemanagement Bisher wenig genutzt: Fördergelder für Energiemanagement in KMU

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Strom- und Energiekosten steigen, Ursachen dafür werden heftig und kontrovers diskutiert und Entlastungen für die Wirtschaft eingefordert. Was Unternehmen konkret tun können, bleibt häufig unklar …

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Wirft oft Fragezeichen auf: das Thema Energie
Wirft oft Fragezeichen auf: das Thema Energie
(Bild: PROCESS)

Freiburg – Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) könnten mit Fördergeldern Werkzeuge zum Messen und Überwachen anschaffen und ein Energiemanagement oder Energiecontrolling zertifizieren lassen – und damit auch den Nachweis für Entlastungen bei der Strom- bzw. Energiesteuer (Spitzenausgleich) erbringen, so die Experten von QUMsult, die bei der Einführung eines Energiemanagementsystems bzw. eines Energiecontrollings beraten und Unternehmen sicher bis zur Zertifizierung und darüber hinaus begleiten.

KMU können demnach Fördergelder erhalten

  • für die Erstzertifizierung eines Energiemanagementsystems (EnMS) nach ISO 50001 sowie eines Energiecontrollings
  • den Erwerb von Messtechnik (Mess-, Zähler- und Sensoriktechnologie) sowie von Software für Energiemanagementsysteme.

Gefördert würden jeweils nicht die gesamte Summe, sondern Anteile bis zu 80 %, das könnten bis zu 8000 € sein, rechnen die Experten vor. Sogar Kosten für Installation und Schulung seien förderfähig. Server, PCs, Monitore, Router, Verkabelungen oder Messgehäuse würden dagegen nicht gefördert.

Die Bedingungen dafür sind u.a.:

  • Das Unternehmen hat seinen Sitz oder seine Niederlassung in Deutschland.
  • Die Maßnahmen wurden noch nicht begonnen.
  • Ein Unternehmen erhält max. 20 000 € innerhalb von 36 Monaten.
  • Geförderte Messtechnik und Software müssen mind. 3 Jahre zweckentsprechend verwendet werden.
  • Die Software muss auf der „Liste förderfähiger Energiemanagement-Software“ des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gelistet sein.

Vom Antrag zum Zuschuss

Kleine und mittlere Unternehmen, die in eine nachhaltige Zukunft investieren wollen, könnten von der Förderung profitieren und zukünftig Umwelt und Geldbeutel schonen, so QUMsult. Elektronische Antragsformulare stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereit. Sobald der Zuwendungsbescheid vorliegt, können Unternehmen beginnen. Nach Abschluss des Projekts erstellen sie einen Verwendungsnachweis und erhalten nach dessen Prüfung den beantragten Zuschuss.

Arbeiten mit System

Energiemanagement bzw. Energiecontrolling ermöglichen eine systematische Erfassung von Strom- und Energieverbrauch im Unternehmen. Sie können mit geringem Aufwand in bestehende Managementsysteme integriert werden. Messtechnik und Software verschaffen einen schnellen Überblick über Verbräuche und machen Einsparpotenziale leichter erkennbar.

Tipp der Redaktion: Das ENERGY EXCELLENCE FORUM ist die branchenübergreifende Innovationsplattform für mehr Energie- und Rohstoffeffizienz in den Prozessindustrien und findet erstmalig am 23./24. September 2014 in Würzburg statt. PROCESS plant eine Wissens- und Kommunikationsplattform für Fach- und Führungskräfte aus den energieintensiven Industrien und richtet sich insbesondere an die Branchen: Chemie/Pharma, Öl/Gas, Food/Beverage, Metall/Stahl, Papier, Zement.

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