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Deutsch-chinesische Kooperation Biotechnologen erforschen funktionelle Lebensmittel

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Zucker, der nicht dick macht, aber dennoch süß ist und obendrein für eine gesunde Darmmikrobiota sorgt: Derartige funktionelle Lebensmittel mit gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen lassen sich mit biotechnologischen Methoden herstellen. Chinesische und deutsche Wissenschaftler wollen dafür noch enger kooperieren. Auf einem Symposium an der Universität Hohenheim in Stuttgart haben sie erste Vereinbarungen für die Umsetzung einer gemeinsamen Forschungs-Agenda getroffen.

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Deutsche und chinesische Wissenschaftlerinnen suchen nach biotechnologischen Methoden um funktionelle Lebensmittel herzustellen.
Deutsche und chinesische Wissenschaftlerinnen suchen nach biotechnologischen Methoden um funktionelle Lebensmittel herzustellen.
(Bild: Universität Hohenheim / Wolfram Scheible)

Stuttgart – Solche funktionellen Lebensmittel haben das Potenzial, Ernährungs- und Gesundheitsprobleme, wie z.B. die zunehmende Übergewichtigkeit und damit verbundene metabolische Krankheiten zu vermindern. Welche Möglichkeiten die Forschung zur Lösung dieser Herausforderungen bietet, und auch wie Authentizität und Sicherheit von Lebensmitteln sichergestellt werden können, diskutierten rund 50 chinesische und deutsche Wissenschaftler auf dem Symposium „Functional and healthy food ingredients generated through state-of-the-art-biotechnology“ an der Universität Hohenheim.

„Mit Mikroorganismen und deren Enzymen können wir herkömmliche Zucker so umwandeln, dass sie für den humanen Stoffwechsel nicht zum Dickmacher werden“, erklärte Prof. Lutz Fischer, Biotechnologe an der Universität Hohenheim. „Im Darm bieten diese sogenannten präbiotischen Zucker jedoch bestimmten Mikroorganismen selektiv Nahrung, können das Darmmikrobiom in Balance bringen und sogar zu Metaboliten umgewandelt werden, die das Hungergefühl regulieren.“

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Forschungsnetzwerk will Wissenslücken schließen

Auf dem Symposium identifizierten die Teilnehmer Wissenslücken sowohl bei grundlegenden Prinzipien und Mechanismen als auch bei notwendigen technischen Umsetzungsprozessen. Darauf aufbauend verständigten sich die Spitzenforscher beider Länder auf die Eckpfeiler einer gemeinsamen Forschungs-Agenda. „Die seit 2015 stetig gewachsene bilaterale Kooperation unserer Lebensmittelwissenschaften mit der Jiangnan-Universität in Wuxi wird so nicht nur weiter intensiviert, sondern durch die Erweiterung des Netzwerks um neue renommierte Partner in China und Deutschland auch auf eine thematisch noch breitere Basis gestellt“, berichtete Irene Huber, Geschäftsführerin des Forschungszentrums für Gesundheitswissenschaften an der Universität Hohenheim, welches die Ausrichtung des Symposiums unterstützt hat.

Die Eckpfeiler der Zusammenarbeit seien gesetzt. Nun gelte es, Schritt für Schritt die identifizierten Forschungslücken zu schließen, neue Themenfelder gemeinsam zu erschließen und in innovative Technologien und Produkte umzusetzen. „Es sind spannende Themenfelder, die in den nächsten Jahren gemeinsam bearbeitet werden sollen, z.B. die Modifikation bioaktiver Substanzen zur gezielten Modulation des Darm-Mikrobioms, die Entwicklung techno-und biofunktionaler Eigenschaften von Nahrungsinhaltstoffen, um das allergene Potenzial zu verringern, den Geschmack zu verbessern, neue gesundheitsfördernde Eigenschaften einzubringen oder auch die Lagerungseigenschaften zu optimieren. Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz aller Teilnehmer und werden die nächsten Schritte des Forschungsnetzwerkes weiterhin gern unterstützen“, so Huber.

Zweites Symposium 2019 in China

Im Einzelnen haben die Symposiums-Teilnehmer in kleineren Gesprächsrunden bereits bilaterale und multilaterale Verbünde vereinbart. Vorgesehen ist zudem eine Zusammenarbeit und ein Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern aller Karrierestufen. Erste Ergebnisse dieser deutsch-chinesischen Kooperationen sollen in gut einem Jahr bereits präsentiert werden: der für Herbst 2019 geplante Folge-Workshop soll an der Jiangnan Universität im chinesischen Wuxi stattfinden – und die gemeinsame Forschungsagenda des Netzwerkes finalisieren.

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