15. Deutscher Biotechnologie-Report

Biotech-Branche mit neuem Mut

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Weltweit am stärksten legte allerdings der europäische IPO-Markt zu: Hier stieg die Zahl der Börsengänge um 63 Prozent von 159 auf 259. Das Emissionsvolumen an Europas Börsen hat sich sogar verdoppelt: von 31 auf 62 Milliarden Dollar. „Das zeigt, dass wieder Anlegerinteresse an neuen, innovativen Firmen vorhanden ist“, sagt Bialojan.

(Die Ergebnisse des 15. deutschen Biotechnologie-Reports der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young finden Sie in unserer Bildergalerie bequem zum Durchklicken.)

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Börsengänge von Biotech-Unternehmen sehr positiv

Auch die Biotech-IPOs entwickelten sich sehr positiv: In den USA stiegen sie von 41 auf 63 – das Volumen steigerte sich von 3,3 auf 4,9 Milliarden Dollar. In Europa wagten 31 Biotech-Unternehmen den Sprung an die Börse. Dabei erlösten sie 1,9 Milliarden Dollar (Erlös 2013: 0,3 Milliarden).

In beiden Märkten gingen vor allem Therapeutika-Entwickler an die Börse. Größter Börsengang in Europa war der des britischen Unternehmens Circassia Pharmaceuticals mit einem Volumen von über 250 Millionen Euro.

Die lange Durststrecke ohne IPOs deutscher Biotech-Unternehmen seit 2006 wurde gleichzeitig beendet. Mit Affimed aus Heidelberg und Probiodrug aus Halle haben zwei Therapeutika-Entwickler den Gang an die Börse gewagt. Sie erlösten dabei 42,2 Millionen bzw. 23,2 Millionen Euro; allerdings mit einem Wermutstropfen: Beide entschieden sich gegen die Heimatbörse in Frankfurt und zogen die NASDAQ in den USA bzw. Euronext in Amsterdam vor. Damit bleibt der deutsche Kapitalmarkt für Biotech weiterhin verschlossen.

Vor allem dank dieser beiden Börsengänge konnten Biotech-Firmen in Deutschland ihre Kapitalaufnahme leicht um drei Prozent, auf 336 Millionen Euro steigern. Die Börsengänge von Affimed und Probiodrug trugen mit 65 Millionen Euro fast ein Fünftel zu dieser Summe bei. 155 Millionen sicherten sich die Unternehmen über Risikokapital, 116 Millionen durch Kapitalerhöhungen an der Börse. Insgesamt gibt es damit einen leichten Aufwärtstrend, bereits in den Jahren 2012 und 2013 konnte die Kapitalaufnahme gesteigert werden. Allerdings liegt sie immer noch mehr als ein Viertel hinter den Finanzierungsvolumina vor der Finanzkrise zurück.

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