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Forschungskooperation

Biosprit aus Holz mithilfe von Pilzen

| Redakteur: Gabriele Ilg

Der Pilz Lentinula edodes („Shiitake“) beim Wachstum auf Holz (Bild: Uni Gießen/Daubertshäuser)
Der Pilz Lentinula edodes („Shiitake“) beim Wachstum auf Holz (Bild: Uni Gießen/Daubertshäuser)

Gemeinsam mit dem Bach-Institut für Biochemie der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau startete das Institut für Lebensmittelchemie und Lebensmittelbiotechnologie (LCB) der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) im Januar 2011 ein Kooperationsprojekt. Ziel ist die Entwicklung optimierter Enzymcocktails zum Aufschluss von Lignocellulosen wie Stroh und Holz.

Gefördert wird das LCB in dem auf zwei Jahre veranschlagten Projekt vom Internationalen Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Summe von rund 100 000 Euro. Aufgabe der Gießener Gruppe um Prof. Dr. Holger Zorn ist es, neue Enzyme zum Holzaufschluss in höheren Pilzen zu entdecken und diese gemeinsam mit den russischen Partnern technisch nutzbar zu machen. Dr. Martin Rühl, der 2009 an der Universität Göttingen über ligninabbauende Enzyme aus Ständerpilzen promovierte und seit Januar 2011 als Nachwuchswissenschaftler am LCB angestellt ist, wird dazu eine Vielzahl von Pilzen aus der Stammsammlung des LCB auf ihre Fähigkeit zur Produktion geeigneter Enzyme testen.

Die Pilze zerlegen Holz und Stroh mithilfe bestimmter Enzyme in die drei wichtigsten Komponenten (Lignin, Cellulose, Hemicellulose). Lignin kann anschließend zu Biowerk- und Klebstoffen weiterverarbeitet werden. Auch als Ausgangsstoff für Chemikalien ist Lignin nutzbar. Cellulose und Hemicellulose werden zu fermentierbaren Zuckern verarbeitet und finden in der Biotechnologie Anwendung.

Das Bach-Institut hat auf dem Gebiet der Nutzung und Verwertung von Lignocellulosen eine große Expertise. Die Biotransformation von nachwachsenden Kohlenstoffquellen zu Zuckern, Biokraftstoffen und anderen wertvollen Produkten ist ein besonderer Schwerpunkt der Forschung am Bach-Institut.

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