Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie Stimmung in rheinland-pfälzischer Chemieindustrie trübt sich ein

Von Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

29.11.2021

Ingelheim (dpa/lrs) *17:04 Uhr – Stimmung in rheinland-pfälzischer Chemieindustrie trübt sich ein

Die rheinland-pfälzische Chemieindustrie geht mit gedämpften Erwartungen ins nächste Jahr. Steigende Kosten bei Rohstoffen, Logistik und Energie verlangsamten die Erholung nach dem Corona-Einbruch, sagte der Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände Rheinland-Pfalz, Bernd Vogler, am Montag in Ingelheim (Kreis Mainz Bingen). Zwar seien die aktuellen Wirtschaftszahlen für die Bereiche Chemie, Pharma, Kautschuk- und Kunststoffverarbeitung überwiegend im Plus, doch sei dies teilweise auf Nachholeffekte zurückzuführen. Die Branche habe das Vorkrisenniveau in der Produktion noch nicht erreicht.

Die Beschäftigungszahlen in der Branche gehen Vogler zufolge in diesem Jahr das zweite Mal in Folge zurück - «nicht drastisch, aber doch spürbar». Einen einzelnen Grund dafür gebe es nicht, doch spiele der zunehmende Fachkräftemangel eine Rolle.

Die Verbandsvorsitzende Sabine Nikolaus sagte, der Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung enthalte gute Ansätze für die Branche. Als Beispiele nannte die Deutschland-Chefin des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim den Ausbau von Bio- und Wasserstofftechnologie und die Absicht, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen. Allerdings fehlten konkrete Maßnahmen bei zwei zentralen Herausforderungen für die Chemiebranche: dem schnellen Aufbau einer Infrastruktur für erneuerbare Energien und einem wettbewerbsfähigen Strompreis.

28.11.2021

London (dpa) *11:55 Uhr – Moderna arbeitet seit Thanksgiving an Omikron-Impfstoff

Der Impfstoffhersteller Moderna hat am gerade vergangenen Thanksgiving-Feiertag mit der Arbeit an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen. Hunderte seiner Mitarbeiter hätten nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Festtag angefangen, an einer entsprechenden Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte der Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton, am Sonntag in einem BBC-Interview. Thanksgiving fiel in diesem Jahr auf den 25. November – also den vergangenen Donnerstag.

Es werde noch einige Wochen dauern, bis man gesicherte Erkenntnisse darüber habe, wie sehr sich die neue Corona-Variante der Wirkung der aktuellen Impfstoffe entziehe und ob ein neues Vakzin produziert werden müsse. Sollte dies der Fall sein, rechne er damit, dass dieser Anfang 2022 in großem Maßstab hergestellt werden könnte. Wie auch das Mittel von Biontech gehört das Vakzin von Moderna zu den mRNA-Impfstoffen, deren Anpassung an neue Varianten als relativ gut machbar gilt.

Ludwigshafen (dpa/lrs) *11:44 Uhr – Chlorgasaustritt bei BASF in Ludwigshafen

Auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen ist am frühen Sonntagmorgen Chlorgas ausgetreten. Wie das Unternehmen mitteilte, atmeten neun Mitarbeiter und zwei Einsatzkräfte das giftige Gas ein. Ein Mitarbeiter musste demnach in ein Krankenhaus gebracht werden, zehn Personen wurden ambulant versorgt und konnten wieder in den Betrieb entlassen werden. Ursache für den Austritt sei eine Leckage gewesen, die inzwischen behoben worden sei, teilte ein Sprecher mit. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Die zuständigen Behörden seien informiert.

27.11.2021

Duisburg (dpa/lnw) *17:44 Uhr – Schwefel aus Chemiewerk in Duisburg ausgetreten

Aus einem Chemiebetrieb in Duisburg ist am Samstag Schwefel ausgetreten. Die Menschen im Stadtteil Homberg und Umgebung sollten sich nicht draußen aufhalten und Fenster und Türen geschlossen halten, warnte die Stadt. Nach dem Zwischenfall sei Sirenenalarm ausgelöst worden. Die Feuerwehr war mit rund 80 bis 100 Kräften teils in Schutzanzügen im Einsatz.

Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, alle Mitarbeiter, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf dem Betriebsgelände aufgehalten hatten, würden medizinisch untersucht. Um wie viele Personen es sich handelte, war zunächst unklar. Man habe niemanden ins Krankenhaus bringen müssen. Ein dpa-Reporter berichtete von einer gelben Wolke, die über dem Werk ausgetreten war.

Am späten Nachmittag hieß es bei der Feuerwehr, man habe die Lage unter Kontrolle gebracht. Die Austrittsquelle werde abgedichtet. Wie es zu dem Produktaustritt kommen konnte, blieb offen. Die Stadt gab zunächst für alle Stadtteile südlich des Chemiewerks Entwarnung. Im Norden liefen aber noch Messungen.

Riga (dpa) *17:10 Uhr – Ein Toter und ein Verletzter bei Explosion in Pharmafabrik

In Lettland sind bei einer Explosion in der Fabrik eines Pharmaherstellers in Olaine ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden. In dem Werk rund 20 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Riga kam es in der Nacht zum Samstag aus noch unbekannter Ursache zu einer Verpuffung und einem Brand. Dies teilten die Rettungskräfte des baltischen EU-Landes mit. Demnach soll nach ersten Informationen eine technische Anlage explodiert sein. Der Brand auf einer Fläche von rund 144 Quadratmetern wurde gelöscht. Nach Angaben eines Unternehmensverantwortlichen wurden von den Behörden Ermittlungen zur Ursache eingeleitet.

26.11.2021

Mainz (dpa) *13:43 Uhr – Biontech untersucht Corona-Variante – Ergebnisse binnen zwei Wochen

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech schaut sich die im südlichen Afrika festgestellte neue Variante des Coronavirus in Tests an und rechnet spätestens in zwei Wochen mit Erkenntnissen. Die Variante unterscheide sich deutlich von bisher beobachteten Varianten, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe. Die Daten aus nun laufenden Labortests würden Aufschluss geben, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich werde, wenn sich diese Variante international verbreite.

Biontech teilte weiter mit, gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten Escape-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern. Dafür seien klinische Studien mit «variantenspezifischen Impfstoffen» gestartet worden, um Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit zu erheben. Diese könnten im Fall einer Anpassung bei den Behörden als Musterdaten vorgelegt werden. Als Escape-Variante bezeichnet man eine Virusvariante, die sich der Wirkung der derzeit verfügbaren Impfstoffe entzieht.

Basel (dpa) *17:12 Uhr – Roche-Aktionäre segnen Rückkauf von Novartis-Anteil ab

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat für den geplanten Rückkauf eigener Aktien vom heimischen Konkurrenzen Novartis freie Bahn. Die Aktionäre stimmten dem Vorhaben am Freitag bei einer außerordentlichen Hauptversammlung zu, wie Roche mitteilte. Entsprechend wird Roche von Novartis 53,3 Millionen Inhaberaktien zurückkaufen. Wie die beiden Konzerne Anfang November mitgeteilt hatten, lässt sich das Roche rund 19 Milliarden Franken (18,2 Mrd Euro) kosten.

25.11.2021

Mainz (dpa/lrs) *16:09 Uhr – Unternehmer setzen Hoffnung auf Wissing – BASF: «Gute Grundlage»

Die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) hat es begrüßt, dass FDP-Generalsekretär Volker Wissing Minister für Verkehr und Digitales in der künftigen Bundesregierung werden soll. «Wissing kennt die Stärken und die Nöte unserer Wirtschaft und wird dieses Wissen sicherlich in seine künftige Arbeit einfließen lassen», sagte LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke. Wissing ist Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen FDP und war viele Jahre Wirtschafts- und Verkehrsminister in Mainz.

BASF-Konzernchef Martin Brudermüller nannte den Koalitionsvertrag am Donnerstag «eine gute Grundlage für die neue Regierung, um Deutschland zukunftssicher zu machen». Entscheidend sei, dass die künftigen Regierungsparteien ihre Geschwindigkeit und Geschlossenheit beibehalten. Die vielen erforderlichen Vorhaben müssten so umgesetzt werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie erhalten und gestärkt werde. «Dies gilt insbesondere für den Energie- und Klimabereich», betonte der Chef des Chemieunternehmens.

Berlin/Hannover (dpa) *16:07 Uhr –IG BCE lobt Koalitionsvertrag – aber einige Bedingungen zur Kohle

Der Koalitionsvertrag der Ampel-Partner mit weitreichenden Plänen zum Klimaschutz und Ökostrom-Ausbau stößt bei der Gewerkschaft IG BCE auf Zustimmung. Im Detail gibt es – wie bei anderen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen – aber auch die Warnung, in der Umsetzung wichtige Punkte nicht außer acht zu lassen.

Der Vorsitzende der drittgrößten deutschen Gewerkschaft, Michael Vassiliadis, nannte das tags zuvor vorgelegte Regierungsprogramm am Donnerstag eine «Agenda des Anpackens». Es zeige die Bereitschaft zu einem mutigen Aufbruch und müsse jetzt mit Leben gefüllt werden.

Ein zentrales Vorhaben sei etwa die finanzielle Förderung der erneuerbaren Energien über Haushaltsmittel statt über die bisherige, umstrittene EEG-Umlage ab Anfang 2023. Zum Ziel eines früheren Kohleausstiegs deutlich vor 2038 – laut Vertrag «idealerweise schon bis 2030» – sagte der IG-BCE-Chef, dass dann auch der Stromnetzausbau und eine übergangsweise Ergänzung durch Gaskraftwerke rechtzeitig gelingen müssten. «Wenn das allerdings nicht schnell genug erfolgt, halte ich das für illusorisch und unverantwortlich.»

Dem angestrebten höheren Tempo bei der Planung und Genehmigung von Wind- und Solaranlagen kommt aus Sicht der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaft deshalb eine zentrale Bedeutung zu. Man brauche mehr Investitionen und weniger Bürokratie. Auch müsse der Umbruch durch Weiterbildung flankiert werden: «Das haben SPD, Grüne und FDP erkannt.» Viele der neuen Kapazitäten müssten aber in den bisherigen Braunkohle-Regionen entstehen, wo ältere Jobs absehbar wegfallen.

Berlin (dpa) *14:39 Uhr – Pharmabranche: Politik muss Lehren aus Corona-Pandemie ziehen

Die deutsche Pharmaindustrie fordert von der kommenden Bundesregierung, Lehren aus der Pandemie zu ziehen. «Die Corona-Krise muss zu einem politischen Umdenken und Handeln im Arzneimittelbereich führen», sagte Hans-Georg Feldmeier, Vorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), am Donnerstag in Berlin. Es sei noch nie noch so offensichtlich gewesen, wie existenziell die Bekämpfung von Krankheiten sei. «Dennoch werden Arzneimittel, Impfstoffe und Medizinprodukte zu oft nur als belastender Ausgabenfaktor für das Gesundheitssystem betrachtet», sagt Feldmeier.

Nur mit besseren Rahmenbedingungen lasse sich der Pharmastandort Deutschland stärken. «Es gibt viel zu viele Regulierungen, die einer optimalen Arzneimittelversorgung im Weg stehen», monierte Feldmeier. Als Beispiele nannte er das Preismoratorium für Medikamente, Zwangsrabatte auf Arzneien und «ruinöse» Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Arzneiherstellern bei zugleich steigenden Anforderungen. »Innovative Forschung, umweltgerechte Produktion und verlässliche Lieferketten kann man nicht mit Rabatten finanzieren», kritisierte der BPI-Präsident.

In einem «Masterplan Pharma» forderte der Verband, der rund 270 Unternehmen mit 78 000 Beschäftigten vertritt, unter anderem mehr steuerliche Forschungsförderung, erfolgsabhängige Erstattungsmodelle für Arzneien und eine stärkere Produktion in Europa. Aus Kostengründen müssten viele Pharmaunternehmen ins Ausland ausweichen. Zugleich dürften seit über zwölf Jahren die Preise für Arzneimittel nicht angepasst werden. Der BPI machte sich auch für eine Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf Arzneimittel stark, um das Gesundheitssystem zu entlasten.

Berlin (net) *12:21 Uhr – Medios erwirbt Newco Pharma Gruppe

Medios hat heute eine Vereinbarung über den Erwerb der Newco Pharma abgeschlossen. Die Newco Pharma Gruppe ist ein nationales Netzwerk mit fünf regionalen Herstellbetrieben und Großhandel mit Schwerpunkt in Nord-, West- und Süddeutschland. Sie konzentriert sich auf die Herstellung patientenindividueller Infusionslösungen im Auftrag von spezialisierten Apotheken.

Der Kaufpreis besteht zum einen aus 924.233 neu auszugebenden Medios-Aktien, die durch eine Sachkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital geschaffen werden und einer gestaffelten Sperrfrist von 12 Monaten (50 %) bzw. 24 Monaten (50 %) unterliegen. Zum anderen wird als Kaufpreis ein Barbetrag in Höhe von vorläufig 85,2 Mio. bezahlt. Der endgültige Barbetrag wird auf Basis einer noch zu erstellenden Stichtagsbilanz ermittelt und kann daher vom vorläufigen Barbetrag abweichen.

München (dpa) *00:00 Uhr – Biontech-Bioreaktor wird im Deutschen Museum in München ausgestellt

Ein Herzstück der Corona-Impfstoffproduktion, ein durchsichtiger Behälter mit vielen Schläuchen, soll künftig im Deutschen Museum in München ausgestellt werden. Der Bioreaktor, in dem die allererste Impfstoff-Charge produziert worden sei, finde bald einen Platz in der Abteilung Museumsgeschichte, teilte das Museum mit. «Dieser Bioreaktor steht symbolisch für die überlebenswichtige Rolle, die Forschung und Technik für unsere moderne Gesellschaft spielen», sagt Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums.

Das neue Exponat wird am Donnerstag im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit den Biontech-Gründern Ugur Sahin und Özlem Türec und der Biochemikerin Katalin Karikóein vorgestellt. Im Livestream berichten die drei Biontech-Experten, wie ihre jahrelange Forschung zur mRNA letztendlich zum Durchbruch bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff geführt hat.

23.11.2021

St. Ingbert (dpa/lrs) *17:59 Uhr – Fünf Leichtverletzte bei Chemieunfall in St. Ingbert

Bei einem Chemieunfall im saarländischen St. Ingbert sind nach Angaben der Feuerwehr fünf Mitarbeiter eines Logistikunternehmens durch das Einatmen von Dämpfen leicht verletzt worden. Aus einem Kanister war den Angaben zufolge am frühen Dienstagmorgen organisches Peroxid ausgetreten. Der Kanister konnte von den Feuerwehrleuten geborgen werden. Eine Gefahr für die Umwelt habe nicht bestanden. Die Chemikalie wird unter anderem zum Bleichen verwendet.

Ludwigshafen (dpa/lrs) *17:01 Uhr – BASF mit zwei Stufen bei Umsetzung der 3G-Regel am Arbeitsplatz

Der BASF-Konzern hat bei der Umsetzung der 3G-Regel am Arbeitsplatz mit den Behörden in Rheinland-Pfalz und der Arbeitnehmervertretung eine zweistufige Lösung vereinbart. «Um 3G an einem Standort mit knapp 40.000 Mitarbeitenden und mehreren Tausend Mitarbeitenden von Partnerfirmen lückenlos nachweisen zu können, ist ein gewisser technischer Vorlauf erforderlich. Hieran arbeiten wir gerade», teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstag mit.

Während einer Übergangsphase von diesem Mittwoch (24.11.) an bis Anfang Dezember würden Sicherheitsmitarbeiter stichprobenartig an den Werkstoren die Impf-, Genesenen- und Test-Nachweise prüfen. «Ergänzend werden Führungskräfte vor Ort Stichproben durchführen.» Über die Umsetzung hatte zuvor das Magazin «Capital» berichtet.

In der zweiten Phase strebe das Unternehmen einen sogenannten digitalen Prozess an, teilte der Sprecher mit. Dann soll der Werkausweis den Nachweis des 3G-Status und damit den Zugang regeln. Grundsätzlich gehe BASF bei den Beschäftigten von einer Impfquote von mindestens 80 Prozent aus. «Unsere werkärztliche Abteilung bereitet sich aktuell darauf vor, ab Dezember Booster-Impfungen für unsere Mitarbeitenden am Standort Ludwigshafen anzubieten.»

Beschäftigte, die zuhause arbeiten können, müssten dies in Absprache mit ihren Vorgesetzten tun. «Ausnahmen sind möglich, wenn zwingende betriebsbedingte Gründe dagegensprechen», teilte der Sprecher mit.

Hannover (dpa) *14:59 Uhr – IG BCE fordert für Chemiebeschäftigte Lohnplus oberhalb der Inflation

Die IG BCE fordert für die gut 580.000 Beschäftigten in der deutschen Chemie- und Pharmabranche deutlich mehr Geld. Ziel müsse sein, die Kaufkraft der Menschen nachhaltig zu steigern, sagte Ralf Sikorski, stellvertretender Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie, am Dienstag in Hannover. «Es steht außer Frage, dass am Ende ein Entgeltplus oberhalb der Teuerungsrate stehen muss», sagte Sikorski, ohne die Forderung genau zu beziffern. Dafür werde man auf die Inflationsrate im Frühjahr schauen, wenn die Gespräch mit den Arbeitgebern beginnen sollen. Diese lehnten umfangreiche Forderungen ab. Von einer Krise der Chemie- und Pharmaindustrie könne keine Rede sein, sagt Sikorski mit Blick auf jüngste Konjunkturdaten des Verbands der Chemischen Industrie. Demnach erwartet die Branche 2021 Rekordumsätze von 220 Milliarden Euro – ein Plus von 15,5 Prozent zum Vorjahr.

Washington (dpa) *13:49 Uhr – Biden öffnet wegen gestiegener Ölpreise strategische Reserven

Angesichts rasant gestiegener Energiepreise hat US-Präsident Joe Biden die Freigabe von 50 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Reserve angeordnet. Nach Angaben des Präsidialamtes vom Dienstag gibt es ebenfalls Ankündigungen dazu aus China, Indien, Japan, Südkorea und Großbritannien. Länder auf der ganzen Welt hätten im Zuge der Pandemie damit zu kämpfen, dass die Nachfrage der Verbraucher nach Gütern das Angebot übersteige.

Berlin (ots) *13:25 Uhr – Ölmühlen fordern verlässliche und faire Wettbewerbsbedingungen

Ovid, der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie hat heute seine Positionen und Forderungen zur 20. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages veröffentlicht. Darin unterstreicht die Branche ihre Systemrelevanz. Aus Ölsaaten gewonnene Produkte sind in 80 Prozent aller Waren des täglichen Bedarfs enthalten.

Berlin (ots) *12:19 Uhr – BASF kann 3G-Kontrollvorgaben nicht umsetzen

Die Umsetzung der neuen 3G-Regeln am Arbeitsplatz stellen viele Unternehmen vor Schwierigkeiten. So wird der Chemiekonzern BASF zunächst auf die vorgeschriebenen Kontrollen von 3G-Nachweisen verzichten und nur Stichproben durchführen – obwohl die neue gesetzliche Regelung eine lückenlose Überprüfung fordert. Das bestätigte das Unternehmen gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Capital. Bis Anfang Dezember werde bei BASF eine Übergangsregelung gelten, bei der Security-Mitarbeiter die Nachweise der Beschäftigten nur „stichprobenartig an den Werkstoren“ kontrollieren. Das vergangene Woche von Bundestag und Bundesrat beschlossene Infektionsschutzgesetz sieht eigentlich vor, dass Arbeitgeber die Nachweise lückenlos zu kontrollieren haben. Arbeitgeber und Beschäftigte müssten „beim Betreten der Arbeitsstätte entweder einen Impf- oder Genesenennachweis oder einen Testnachweis mit sich führen“, heißt es dazu auf der Internetseite des Bundesarbeitsministeriums.

21.11.2021

Wiesbaden (dpa) *14:06 Uhr –

Die Chemie-Arbeitgeber sind bei der schnellen Einführung von 3G-Kontrollen am Arbeitsplatz skeptisch. «Binnen weniger Tage sind Kontrollen im großen Stil, etwa für Schichtarbeiter in der Produktion, nur schwer umsetzbar», sagte Kai Beckmann, Präsident des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC), am Montag.

«Wir wollen ja auch Staus an Werkstoren verhindern, die zu Infektionen führen könnten. Zugleich müssen Schichten in der Produktion vollständig besetzt sein.» Es seien noch manche Fragen ungeklärt. Bisher hätten Arbeitgeber nicht einmal den Impfstatus von Arbeitnehmern erfragen dürfen.

Bundestag und Bundesrat haben zur Bekämpfung der Pandemie eine 3G-Regel am Arbeitsplatz beschlossen, die ab Mittwoch bundesweit gelten soll. Wenn im Betrieb physischer Kontakt zu anderen nicht ausgeschlossen werden kann, soll der Zutritt nur Geimpften, Genesenen oder Getesteten möglich sein. Firmen sollen das täglich kontrollieren und dokumentieren.

Beckmann, der Mitglied der Geschäftsleitung beim Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck ist, sprach von einer «Irrsinnskomplexität». Merck werde für 3G-Kontrollen eine eigene App haben, um den Impf- oder Genesenen-Status beziehungsweise Tests zu erfassen. Merck als Dax-Konzern könne das, sei damit aber eher in der Minderheit in der Chemie- und Pharmabranche mit rund 1900 Mitgliedsfirmen und knapp 600 000 Beschäftigten in Deutschland. «3G im Betrieb hilft, muss aber rechtssicher ausgestaltet werden», sagte Beckmann.

20.11.2021

Mainz (dpa) *17:00 Uhr – Biontech-Gründer: Mehr als eine Milliarde Euro Investitionen in Mainz

- Biontech-Gründer Ugur Sahin hat die Investitionspläne des Unternehmens in Mainz konkretisiert. Wenn alles umgesetzt sei, werde Biontech mehr als eine Milliarde Euro in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt investiert haben, sagte Sahin den Zeitungen der VRM-Gruppe.

Das erste Teilstück des an den Firmensitz in Mainz angrenzenden Kasernengeländes werde Biontech in rund sechs Wochen, Anfang 2022 erhalten, sagte Sahin. «Dort werden neue Labore und Büroflächen gebaut.» Der übrige Bereich des Bundeswehr-Geländes werde für das Unternehmen Anfang 2023 frei. «Dann werden wir doppelt so viel Fläche haben wie derzeit», sagte Sahin. Insgesamt seien zehn neue Gebäude über Mainz verteilt geplant oder bereits im Bau. Entstehen soll ein Campus für Wissenschaft und ein Mini-Campus für Administration. «Hinzu kommt eine Herstellungsstätte für Krebstherapien und Büroflächen, die sich über die Stadt verteilen.»

Am Standort Marburg werde nach wie vor die Produktion ausgebaut, erklärte der Biontech-Gründer. «Der Löwenanteil der kommerziellen Produktion wird auch dort bleiben.» In Marburg stelle Biontech große Mengen des abfüllfertigen Covid-19-Impfstoffs her. «Auch dort können wir uns vorstellen, uns breiter aufzustellen», sagte Sahin. Auch am Produktionsstandort Idar-Oberstein sei viel passiert, dort habe Biontech gerade neue Labore in Betrieb genommen.

Aktuell hat Biontech nach Sahins Worten rund 1800 Beschäftigte in Mainz und 2800 weltweit. In den nächsten fünf bis acht Jahren solle die Zahl der Beschäftigten in Mainz auf 3000 bis 4000 wachsen, sagte der Biontech-Gründer. Auch der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) hatte kürzlich gesagt, er rechne innerhalb der nächsten zehn Jahre mit Investitionen des Unternehmens in Mainz von insgesamt einer Milliarde Euro.

18.11.2021

Tübingen (dpa) *23:30 Uhr – Curevac steigert Umsatz kräftig – Verlust legt ebenfalls deutlich zu

Das Biotechunternehmen Curevac hat im dritten Quartal bei kräftig gestiegenen Umsätzen den Verlust deutlich ausgeweitet. Der Erlös sei zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 463 Prozent auf 29,3 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Tübingen mit. Das Umsatzplus der ersten neun Monate liegt immerhin noch bei 44 Prozent. Der Anstieg sei jeweils hauptsächlich auf höhere Umsätze aus den Kooperationen mit dem britischen Pharmakonzern Glaxo Smith Kline zurückzuführen, hieß es zur Begründung.

Allerdings wuchs auch das Ergebnisminus im abgelaufenen Jahresviertel deutlich. Der Betriebsverlust legte von 36,7 Millionen Euro auf 143,1 Millionen Euro zu. Der Hauptgrund seien höhere Forschungs- und Entwicklungskosten für CVnCoV, den Covid-19-Impfstoffkandidaten der ersten Generation, gewesen.

Washington (dpa) *16:28 Uhr – US-Regierung kauft für Milliarden neues Corona-Medikament bei Pfizer

Die US-Regierung will beim Pharmaunternehmen Pfizer zehn Millionen Dosen des noch nicht zugelassenen Covid-19-Medikaments Paxlovid kaufen. Die Kosten dafür belaufen sich auf 5,3 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro), wie Pfizer und die Regierung am Donnerstag mitteilten. Die Auslieferung soll nach einer Notfallzulassung durch die zuständige Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) noch in diesem Jahr beginnen. Das Medikament solle für Amerikaner «einfach erhältlich und kostenlos» sein, erklärte US-Präsident Joe Biden.

Pfizer-Chef Albert Bourla erklärte, die jüngste klinische Studie zu dem Medikament habe eine «überwältigende Wirksamkeit» gegen schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle gezeigt. Dies verdeutliche, dass oral einzunehmende antivirale Therapien eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Covid-19 spielen könnten.

Anders als bei der mit Biontech entwickelten Corona-Impfung will der Hersteller Pfizer das Medikament auch von Generikaherstellern produzieren lassen. Damit soll Paxlovid in bis zu 95 ärmeren Ländern

- in denen gut die Hälfte der Weltbevölkerung lebt - zu günstigeren Preisen verfügbar sein. Eine Zwischenanalyse von Testergebnissen ergab Pfizer zufolge, dass das Medikament das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-19-Patienten um fast 90 Prozent senke. Das gelte bei Behandlungen innerhalb von drei Tagen nach den ersten Covid-19-Symptomen. Ähnliche Werte hätten sich bei Behandlungen innerhalb von fünf Tagen ergeben.

Amsterdam (dpa) *15:41 Uhr – EU-Behörde prüft Covid-Medikament Xevudy

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Prüfung der Zulassung des Covid-19-Medikamentes Xevudy (Sotrovimab) begonnen. Die Hersteller Glaxo Smith Kline und Vir Biotechnology hätten einen Antrag auf Zulassung des Mittels in der EU gestellt, teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam mit. Das Mittel ist ein sogenannter monoklonaler Antikörper, mit dem Erwachsene und Jugendliche behandelt werden könnten, um eine schwere Erkrankung nach einer Corona-Infektion zu verhindern.

Die Experten der EMA bewerten nun alle Daten aus Studien der Hersteller und wägen Risiken und Vorzüge ab. Eine Entscheidung wird in zwei Monaten erwartet. Um das Verfahren zu beschleunigen hatten die Experten bereits Daten aus Laborstudien und Tierversuchen geprüft, noch bevor der Hersteller einen Zulassungsantrag gestellt hatte. Außerdem seien Ergebnisse einer Studie über die Wirksamkeit des Mittels bei Erwachsenen mit milden Covid-Symptomen eingegangen. Zurzeit sind drei Medikamente zur Behandlung von Covid-Patienten in der EU zugelassen. Für vier weitere insgesamt wurden Zulassungsanträge gestellt.

Moskau/Schwedt (dpa/bb) *15:17 Uhr – Rosneft will nach Übernahme von Raffinerie PCK Mitarbeiter halten

Der russische Energiekonzern Rosneft will nach der Übernahme eines Großteils der Erdölraffinerie PCK in Schwedt alle Mitarbeiter weiterbeschäftigen. «Es sind keine Veränderungen im Personal geplant», sagte ein Sprecher von Rosneft Deutschland am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Demnach arbeiten zurzeit mehr als 1100 Menschen in der Raffinerie.

Rosneft hat nach eigenen Angaben das Vorkaufsrecht auf den Erwerb von 37,5 Prozent der Anteile von Shell ausgeübt. Damit werde der Konzern seinen Anteil an PCK von 54,17 Prozent auf 91,67 Prozent erhöhen. Der Kauf muss laut Rosneft noch von den Behörden genehmigt werden. Das Unternehmen erwartet den Abschluss der Übernahme Anfang nächsten Jahres, sagte der Sprecher.

17.11.2021

Moskau/Schwedt (dpa) *20:26 Uhr – Russischer Ölkonzern baut Anteile an Brandenburger Raffinerie aus

Dem russischen Energiekonzern Rosneft soll bald der Großteil der Erdölraffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt gehören. Rosneft habe das Vorkaufsrecht auf den Erwerb von 37,5 Prozent der Anteile von Shell ausgeübt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit werde Rosneft seinen Anteil an PCK von 54,17 Prozent auf 91,67 Prozent erhöhen. Der Kauf muss laut der Mitteilung noch von den Behörden genehmigt werden.

In der Brandenburger Raffinerie werden nach Unternehmensangaben jährlich etwa 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet - beispielsweise zu Diesel, Benzin und Heizöl. Dort endet die Pipeline «Freundschaft» aus Russland, über die Deutschland nach Angaben der Raffinerie zu 25 Prozent mit Rohöl versorgt wird. Das Unternehmen Rosneft ist der größte russische Ölproduzent. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist Aufsichtsratschef.

Mannheim (dpa/lsw) *19:13 Uhr – Chemieunfall am Mannheimer Hafen läuft glimpflich ab

Bei einem Chemieunfall am Mittwochmorgen in einer Firma am Mannheimer Hafen ist eine Salzsäurewolke freigesetzt worden. Es habe jedoch keine große Gefahr bestanden, teilte die Polizei am Abend mit. Es sei beim Umschlag der Chemikalie in der Firma eine weiße Wolke ausgetreten, die dann über das Hafengebiet gezogen sei. Drei Mitarbeiter einer benachbarten Firma mussten demnach wegen gereizten Augen und Atembeschwerden behandelt werden.

Als die Feuerwehr am Unfallort ankam, habe sie keine Stoffe mehr feststellen können. Warum die Salzsäure entwich, ist noch unklar. Die Wasserschutzpolizei in Mannheim ermittelt noch.

Thyssenkrupp legt Zahlen vor – deutlich besseres Ergebnis erwartet

Nach einem Milliardenverlust im Geschäftsjahr 2019/20 will der Industrie- und Stahlkonzern Thyssenkrupp am Donnerstag (10.00 Uhr) in Essen für das Folgejahr deutlich bessere Zahlen vorlegen. Das Management um Vorstandschefin Martina Merz hatte für das Ende September zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2020/21 zuletzt einen bereinigten operativen Gewinn (Ebit) in mittlerer dreistelliger Millionen-Euro-Höhe vorhergesagt. Wegen hoher Umbaukosten war Thyssenkrupp unter dem Strich trotzdem von einem Verlust ausgegangen – im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2019/20 hatte der Industrieriese noch einen Fehlbetrag von 5,5 Milliarden Euro ausgewiesen.

Beim Umsatz hatte der Konzern zuletzt ein Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Im Vorjahr hatte Thyssenkrupp rund 28,9 Milliarden Euro erlöst.

Der auf mehrere Jahre angelegte Konzernumbau war in den vergangenen Monaten unter anderem mit dem Verkauf mehrerer Einzelunternehmen vorangekommen. So hatte Thyssenkrupp im September den Verkauf seines Edelstahlwerks im italienischen Terni bekannt gegeben. «Wir arbeiten unsere Prioritäten ab und machen weitere Fortschritte bei unserem Umbau von Thyssenkrupp», hatte Merz damals gesagt. Zuvor hatte der Konzern bereits das Geschäft mit Maschinen und Anlagen für den Bergbau und weitere nicht mehr zum Kerngeschäft gehörende Unternehmensteile verkauft.

Amsterdam (dpa) *16:57 Uhr – Novavax beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff in EU

Der US-Hersteller Novavax hat für seinen Corona-Impfstoff eine Marktzulassung in der EU beantragt. Das teilte die zuständige europäische Arzneimittelbehörde EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Ein Expertenteam werde nun die Daten des Herstellers prüfen und Risiken gegen Nutzen abwägen. Eine Entscheidung wird in einigen Wochen erwartet, wie die EMA mitteilte.

Die Experten hatten bereits im laufenden Prüfverfahren Studien zur Wirkung bewertet. Auch sei eine vorläufige Prüfung von möglichen Risiken bereits abgeschlossen worden. Sollte die EMA eine bedingte Marktzulassung empfehlen, muss die EU-Kommission noch endgültig zustimmen. Das aber gilt als Formsache. Bisher sind in der EU vier Impfstoffe zugelassen worden.

Das Novavax-Produkt namens Nuvaxovid (NVX-CoV2373) ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff - wie die Präparate von Biontech und Moderna - noch ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson: Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen. Wie alle Impfstoffe soll Nuvaxovid das Immunsystem auf eine mögliche Infektion vorbereiten.

Essen (Evonik)Ereignis bei Evonik am Standort Rheinfelden

Am Standort von Evonik in Rheinfelden kam es am Morgen des 17. November zu einem Austritt geringer Mengen von Siliziumtetrachlorid (STC) aus einem Sicherheitsventil. Es bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Menschen oder Umwelt, so das Unternehmen. Siliziumtetrachlorid reagiert in Anwesenheit von Luftfeuchtigkeit mit Nebelbildung. STC ist ein Rohstoff für die Herstellung von Glasfasern und Mikrochips. Der Nebel war von außen sichtbar. Die Werkfeuerwehr war mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Rheinfelden im Einsatz. Im Nachgang soll es eine Ursachenuntersuchung geben.

New York (dpa) *10:42 Uhr – Pfizer beantragt US-Notfallzulassung für neues Corona-Medikament

Das Pharmaunternehmen Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung für sein Covid-19-Medikament Paxlovid beantragt. Die entsprechenden Unterlagen wurden bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, wie Pfizer am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Die in einer jüngsten Studie erzielte «überwältigende Wirksamkeit» des Medikaments verdeutliche, dass oral einzunehmende antivirale Therapien eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Covid-19 spielen könnten, sagte Konzernchef Albert Bourla.

Nach Angaben des Unternehmens von Anfang November verhindert die Corona-Pille sehr erfolgreich schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten. Eine Zwischenanalyse von Testergebnissen ergab Pfizer zufolge, dass das Medikament das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-19-Patienten um 89 Prozent senke, teilte Pfizer mit. Das gelte bei Behandlungen innerhalb von drei Tagen nach den ersten Covid-19-Symptomen, ähnliche Werte hätten sich bei Behandlungen innerhalb von fünf Tagen ergeben.

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA ließ kürzlich die Tablette Lagevrio (auch bekannt unter dem Namen Molnupiravir) zu. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende Oktober angekündigt, den Einsatz von Molnupiravir zu prüfen.

16.11.2021

Genf (dpa) *15:03 Uhr – Pfizer vergibt Lizenzen für Generika seines Covid-Medikaments

Das Pharmaunternehmen Pfizer vergibt Lizenzen an Generikahersteller für die Herstellung seines Covid-Medikaments. Welche Firmen das sind, werde die Organisation Medicines Patent Pool (MPP) entscheiden, berichtete ein Sprecher von Unitaid am Dienstag in Genf. Unitaid ist eine Einrichtung, die 2006 ursprünglich für den Einkauf von Medikamenten gegen HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose gegründet worden war, um für ärmere Länder niedrigere Preise zu bekommen.

Der Pfizer-Wirkstoff PF-07321332 soll Covid-19-Patienten vor einem schweren Verlauf der Krankheit bewahren. Das Unternehmen hatte Anfang November positive Ergebnisse einer Phase-III-Studie bekanntgegeben und ist dabei, Zulassungen zu beantragen.

Mit den Lizenzen sollen Hersteller in 95 Ländern, in denen 53 Prozent der Weltbevölkerung leben, in die Produktion einsteigen können. Wie teuer das Medikament wird oder welcher Preisunterschied zwischen Original- und Generika-Produkt bestehen wird, sei noch nicht bekannt. Solange die WHO-Klassifizierung der Corona-Pandemie als «Notlage von internationaler Tragweite» bestehe, bekomme das Unternehmen keine Lizenzgebühren und auch danach zumindest aus den ärmsten Ländern nicht.

München (dpa) *10:30 Uhr – Novartis plant Standort in München

Der Basler Pharmakonzern Novartis errichtet für seine Deutschlandtochter einen zweiten Verwaltungssitz in München. Der Sitz der Novartis Deutschland in Nürnberg mit heute noch mehr als 1000 Mitarbeitern bleibe zwar erhalten. Aber mittel- und langfristig strebe Novartis ein Gleichgewicht mit jeweils annähernd 500 Mitarbeitern in Nürnberg und München an, sagte Novartis-Deutschland-Chef Heinrich Moisa der Deutschen Presse-Agentur.

In München gebe es einen in Europa führenden Biotech-Cluster. «Dem rücken wir etwas näher», sagte Moisa. Bayern sei ein fantastischer Standort für Pharma- und Technologiefirmen. Die Partnerschaft mit der Universität Nürnberg-Erlangen sei sehr gut, aber das Novartis-Gebäude in Nürnberg entspreche nicht mehr den heutigen Erfordernissen.

Anfang 2022 will Novartis Deutschland in München ein temporäres Büro eröffnen und 2024 in München in die Alte Akademie zwischen Stachus und Marienplatz einziehen. Ebenfalls 2024 soll der Firmensitz in Nürnberg von der Roonstraße ins Güterwerk auf den Business Campus Areal Kohlenhof verlegt werden. Die Hauptstadtrepräsentanz in Berlin bleibe bestehen, sagte Moisa.

Frankfurt/Main (dpa) *10:00 Uhr – Chemiebranche erwartet trotz Abkühlung Rekordjahr

Die deutsche Chemie- und Pharmabranche rechnet trotz einer Abkühlung der Geschäfte mit einem Rekordjahr. Mit stark steigenden Preisen werde 2021 ein Umsatzsprung um 15,5 Prozent auf 220 Milliarden Euro erwartet, teilte der Branchenverband VCI am Dienstag in Frankfurt mit. Auch wenn Lieferengpässe und teure Energie die Branche belasten, soll damit der bisherige Bestwert aus dem Jahr 2018 mit 203 Milliarden Euro Umsatz übertroffen werden. Mit der Prognose zeigte sich die Verband noch zuversichtlicher als zuletzt.

Die Chemie- und Pharmabranche mit gut 466 000 Beschäftigten hierzulande habe ihre kräftige Erholung vom Corona-Krisenjahr 2020 im dritten Quartal nur abgeschwächt fortgesetzt, berichtete der VCI.

Engpässe bei Material und Logistik sowie hohe Strom- und Gaspreise dämpften die Produktion, die Chemieanlagen seien nur noch im unteren Normalbereich ausgelastet gewesen. Dank der hohen Nachfrage nach Impfstoffen wuchs die Produktion der Chemie- und Pharmabranche aber insgesamt noch leicht um 0,8 Prozent zum Vorquartal.

Der Branche gelang es zugleich, steigende Chemikalienpreise an Kunden weiterzureichen, was für ein Umsatzplus von 6,3 Prozent zum Vorquartal auf 55,3 Milliarden Euro sorgte. Zudem bestellten vor allem im Ausland die Industriekunden mehr Chemieprodukte, um Materialengpässen vorzubeugen und Lager aufzustocken.

Grünwald (dpa) *08:12 Uhr – Arzneimittelhersteller Dermapharm passt Prognose für 2021 an

Vitamin-D-Produkte, das Geschäft mit Allergiemitteln und die Kooperation mit Biontech haben das Arzneimittelunternehmen Dermapharm in den ersten neun Monaten des Jahres angeschoben. Der Vorstand passt jedoch seine Prognose für 2021 an. Grund sei der zuletzt schwächere Verlauf bei Parallelimporten, gleichzeitig werden aber zunehmend Produkte mit höherer Marge verkauft, wie das SDax-Unternehmen am Dienstag in Grünwald mitteilte.

Der Umsatz soll demnach in diesem Jahr um 15 bis 20 Prozent zulegen, bislang hatte das Management noch ein Plus von 24 bis 26 Prozent eingeplant. Für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hat Dermapharm nun einen Anstieg von 50 bis 60 Prozent im Visier. Die alte Prognose hatte auf 45 bis 50 Prozent Zuwachs gelautet.

In den ersten neun Monaten bis Ende September stieg der Umsatz auf 670,2 Millionen Euro nach 577,2 Millionen ein Jahr zuvor. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) kam bei knapp 228 Millionen Euro (Vorjahr: 139) heraus. Unter dem Strich konnte der Konzern seinen Gewinn mit 137,5 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

12.11.2021

Cambridge (dpa) *16:54 Uhr – Astrazeneca will Impfstoff nicht mehr zum Selbstkostenpreis abgeben

Der Pharmakonzern Astrazeneca will seinen Corona-Impfstoff nicht länger zum Selbstkostenpreis abgeben. Das britisch-schwedische Unternehmen teilte am Freitag mit, dass es mehrere gewinnorientierte Vereinbarungen für 2022 unterzeichnet habe und moderate Erträge erwarte. Die Wettbewerber Pfizer/Biontech und Moderna machen mit ihren Vakzinen seit Beginn Profit.

Das Unternehmen legte am Freitag Quartalszahlen vor. Demnach rutschte das Pharmaunternehmen trotz eines kräftigen Umsatzsprungs in die roten Zahlen. Die Corona-Impfung spülte dem Konzern zwar etwas mehr als eine Milliarde Dollar in die Kassen. Die Verpflichtung zur Abgabe zum Selbstkostenpreis drückt allerdings auf die Margen.

New York (dpa) *13:02 Uhr – Johnson & Johnson plant Aufspaltung in zwei börsennotierte Konzerne

Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson plant die Aufspaltung in zwei börsennotierte Unternehmen. Der Konzern wolle seine Konsumgütersparte unter anderem mit Pflastern und Babypuder in den kommenden 18 bis 24 Monaten abspalten, sagte Vorstandschef Alex Gorsky dem «Wall Street Journal» (Freitag). Die Pharmasparte mit rezeptfreien Medikamenten und Medizintechnik wird davon getrennt.

Die Aufspaltung sei der beste Weg, um nachhaltiges Wachstum über die lange Frist zu sichern, sagte Gorsky. Der Konzern habe sich dazu entschlossen, weil die beiden Sparten sich in den vergangenen Jahren auseinanderentwickelt hätten. Der Konzern bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung. Die Aktie legte vorbörslich um 4 Prozent zu.

Würzburg (PROC) *10:30 Uhr – Milliardenübernahme: Sika übernimmt MBCC Group

Sika hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme der MBCC Group, das ehemalige Bauchemiegeschäft der BASF-Gruppe (BASF Construction Chemicals), von einer Tochtergesellschaft des globalen Private-Equity-Unternehmens Lone Star Funds, unterzeichnet. Die Übernahmesumme beläuft sich auf gut fünf Milliarden Euro.

Die MBCC Group hat ihren Hauptsitz in Mannheim, Deutschland, und ist im Bereich Bausysteme und Zusatzmittel tätig. Rund 7’500 Mitarbeitende sind an mehr als 130 Betriebsstätten in über 60 Ländern für das Unternehmen tätig. Im Jahr 2021 soll ein Nettoumsatz von voraussichtlich CHF 2.9 Milliarden (EUR 2.7 Milliarden) erzielt werden.

Cambridge (dpa) *10:09 Uhr – Pharmakonzern Astrazeneca trotz Umsatzsprungs mit Verlust

Der Pharmakonzern Astrazeneca ist im dritten Quartal trotz eines kräftigen Umsatzsprungs in die roten Zahlen gerutscht. Höhere Kosten für Forschung und Entwicklung und den Vertrieb, aber auch im Zusammenhang mit der Übernahme des US-Biotechnologieunternehmens Alexion sorgten nach Steuern für einen Verlust von 1,65 Milliarden Dollar (rund 1,44 Mrd Euro), wie der Arzneihersteller am Freitag in Cambridge mitteilte. Um Sondereffekte beseitigt, stieg der Gewinn je Aktie (EPS) zwar um 14 Prozent auf 1,08 Dollar, Analysten hatten allerdings mehr auf dem Zettel.

Beim Umsatz übertraf Astrazeneca die Erwartungen. Dabei profitierte der Konzern im abgelaufenen Quartal von der Alexion-Übernahme. Zudem beschert der Verkauf des Corona-Impfstoffs weiterhin Rückenwind. Die Erlöse kletterten zwischen Juli und September um 50 Prozent auf knapp 9,9 Milliarden Dollar. Ohne den Umsatz mit dem Vakzin betrug das Plus noch 34 Prozent. Die Corona-Impfung hatte Astrazeneca im Berichtszeitraum etwas mehr als eine Milliarde Dollar in die Kassen gespült - leicht weniger als in den drei Monaten zuvor. Der britisch-schwedische Konzern hat sich zudem verpflichtet, die Impfung zum Selbstkostenpreis abzugeben, was auf die Margen drückt.

Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand um Konzernchef Pascal Soriot unverändert ohne die Effekte der Corona-Impfung mit einem Umsatzplus im niedrigen 20-Prozent-Bereich. Inklusive der Impfung wird ein prozentualer Zuwachs im mittleren bis hohen 20er-Bereich erwartet.

11.11.2021

Amsterdam (dpa) *16:30 Uhr – EMA macht weg frei für zwei neue Covid-Medikamente

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Weg frei gemacht für die Zulassung von zwei neuen Medikamenten gegen Covid-19. Es gehe um die Antikörper-Therapie Ronapreve des Schweizer Pharmaunternehmens Roche sowie das Mittel Regkirona (Regdanvimab) des Herstellers Celltrion aus Südkorea, teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam mit.

München (dpa) *10:26 Uhr – Deloitte-Umfrage: 60 Prozent der Großunternehmen mit CO2-Zielen

Rund 60 Prozent der von der Unternehmensberatung Deloitte befragten großen deutschen Unternehmen haben sich feste CO2-Reduktionsziele gesetzt. Dabei strebten knapp 40 Prozent CO2-Neutralität an, teilte Deloitte am Donnerstag mit. «Im europäischen Vergleich können sich die deutschen Unternehmen dabei im oberen Mittelfeld behaupten.»

Deloitte hatte im September 158 Finanzvorstände deutscher Großunternehmen befragt. Besonders wichtig ist die CO2-Reduktion danach in der Konsumgüterindustrie und der Chemiebranche. Im Handel und im Maschinenbau hingegen hätten mehr als die Hälfte der Unternehmen keine konkreten Ziele dazu.

Insgesamt sei «erstaunlich, wie schnell die Unternehmen in Bezug auf Klimaschutz und Nachhaltigkeitsmanagement reagiert und sich ambitionierte Ziele gesetzt haben», sagte Deloitte-Partner Rolf Epstein. «Hier hat ein Großteil der Finanzvorstände erkannt, dass sie in diesen Feldern aktiv werden müssen, um bei ihren Kunden auf Dauer zu bestehen.» Als entscheidendes Motiv für die eigene Klimaschutzstrategie nannten 63 Prozent die Stärkung des Ansehens beim Kunden, 41 Prozent Kostenreduktion, 39 Prozent Kundenwünsche, 36 Prozent regulatorische Vorschriften.

Zwei Drittel der Unternehmen fokussieren ihre Klima-Maßnahmen auf die Vermeidung eigener Emissionen. Jeweils 46 Prozent streben an, auch in der Lieferkette Emissionen zu reduzieren und selbst klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

Lücken sieht Deloitte noch beim Nachhaltigkeitsmanagement: «Erst 49 Prozent der Teilnehmer haben bereits eine Verankerung von Nachhaltigkeitszielen in der externen Berichterstattung umgesetzt», sagte Markus Seeger, Direktor bei Deloitte und einer der Studienautoren. Auch bei der Definition von Nachhaltigkeitszielen und der Bereitstellung relevanter Daten als Entscheidungsgrundlage «klaffen noch Lücken».

Darmstadt (dpa) *07:33 Uhr – Darmstädter Merck verdient trotz Corona-Boom weniger

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie sorgt beim Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck anhaltend für Schwung. Beim operativen Ergebnis und unter dem Strich mussten die Südhessen im dritten Jahresviertel jedoch Einbußen hinnehmen, da sie im Vorjahr noch von einem hohen Sonderertrag profitiert hatten. Nach Steuern ging der Gewinn im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um fünf Prozent auf 764 Millionen Euro zurück, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Darmstadt mitteilte.

Im Zuge der Virus-Krise erlebt Merck schon seit geraumer Zeit einen Boom im Geschäft mit Produkten und Dienstleistungen für die Arzneiforschung. So beliefert der Konzern viele Impfstoffentwickler. Der gute Lauf der Laborsparte setzte sich auch im dritten Quartal fort. Auch die Pharmasparte und das Halbleitergeschäft verbuchten Zuwächse.

Zusammen mit ersten Eckdaten für das Jahresviertel hatte der Vorstand um Konzernchefin Belen Garijo daher bereits Anfang November seine Ziele für 2021 erneut angehoben. Wie bereits bekannt stieg der Umsatz von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahr um rund zwölf Prozent auf 4,97 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) ging dagegen um knapp neun Prozent auf 1,55 Milliarden Euro zurück.

Seattle (dpa) *01:34 Uhr – Bayer kassiert weiteres US-Schadenersatzurteil wegen PCB-Klagen

Der Bayer-Konzern hat ein weiteres US-Verfahren wegen angeblich durch die seit Jahrzehnten verbotene Chemikalie PCB verursachte Gesundheitsschäden verloren. Eine Geschworenenjury in Seattle sprach Schülern, Eltern und Mitarbeitern einer örtlichen Schule am Mittwoch (Ortszeit) Schadenersatz von insgesamt 62 Millionen Dollar (54 Mio Euro) zu. Die Kläger machen das Umweltgift PCB vom US-Hersteller Monsanto, der 2018 von Bayer übernommen worden war, für Hirnschäden und andere schwere Erkrankungen verantwortlich.

Bayer erklärte in einer Stellungnahme, mit der Entscheidung nicht einverstanden zu sein. Der Schuldspruch sei nicht von der Beweislage gedeckt – tatsächlich hätten Tests auf eine «extrem niedrige» PCB-Belastung an der Schule hingewiesen. Die Leverkusener wollen das Urteil anfechten und erwägen wie in einem ersten vergleichbaren Fall, Berufung einzulegen. Im Juli hatte eine Jury in Seattle Bayer in einem ähnlichen Verfahren zur Zahlung von Schadenersatz von 185 Millionen Dollar an drei Lehrer der gleichen Schule verurteilt.

Wie auch der milliardenschwere Streit rund um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat sind die PCB-Verfahren ein teures Erbe des 2018 für über 60 Milliarden Dollar von Bayer übernommenen US-Saatgutriesen Monsanto. Das Unternehmen war von 1935 bis 1977 der einzige Hersteller von Polychlorierten Biphenylen (PCB) in den USA. 1979 wurde die Chemikalie dort verboten. In Deutschland darf PCB seit Ende der 1980er Jahre nicht mehr verwendet werden. Bei den Verfahren im Zusammenhang mit der Schule nahe Seattle geht es etwa um Vorschaltgeräte für fluoreszierende Lampen, die PCB enthalten.

Doch Bayer hat in den USA noch andere rechtliche Probleme wegen der Chemikalie. So ist der Konzern auch mit zahlreichen Klagen wegen angeblicher Umweltschäden durch PCB konfrontiert. Hier wird Monsanto beschuldigt, jahrzehntelang verheerende Folgen der Schadstoffe für Natur und Lebewesen verschwiegen zu haben. Eigentlich hatte sich Bayer bereits im Rahmen eines Vergleichs zur Beilegung des größten PCB-Verfahrens in den USA auf eine Zahlung von 650 Millionen Dollar geeinigt. Doch der zuständige Richter wies den Kompromiss zurück.

10.11.2021

New York (dpa) *03:40 Uhr – Jüdischer Weltkongress ehrt Pfizer-Chef Bourla

Der Chef des Pharmakonzerns Pfizer, Albert Bourla ist vom Jüdischen Weltkongress (WJC) in New York für seine Verdienste geehrt worden. Bourla wurde bei der Gala in der Nacht zum Mittwoch mit dem Theodor-Herzl-Preis für seinen Einsatz in der Coronavirus-Pandemie ausgezeichnet.

«Für alles, was du getan hast, für alles, was du uns gegeben hast, für alle Leben, die noch hier sind wegen deiner Arbeit», sagte WJC-Präsident Ronald Lauder, bevor er Bourla den Preis überreichte. Gemeinsam mit dem deutschen Unternehmen Biontech hatte Pfizer einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt.

Bourla, der 1961 in Griechenland als Sohn von Holocaust-Überlebenden geboren wurde und seit 2019 Pfizer-Chef ist, sagte, er nehme die Auszeichnung im Namen der Tausenden Beschäftigten des Pharmakonzerns in aller Welt stolz an.

09.11.2021

Mainz (dpa) *12:49 Uhr – Biontech mit über drei Milliarden Euro Nettogewinn im dritten Quartal

Der Corona-Impfstoffhersteller Biontech hat im dritten Quartal einen Nettogewinn von rund 3,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Damit stieg der Gewinn in den ersten neun Monaten auf gut 7,1 Milliarden Euro, wie das Mainzer Unternehmen am Dienstag mitteilte. Vor einem Jahr waren noch Verluste von rund 210 Millionen beziehungsweise 352 Millionen Euro angefallen.

Der Umsatz, der vor allem vom Erfolg des gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer produzierten Corona-Impfstoffs getragen wird, stieg zwischen Juli und September auf knapp 6,1 Milliarden Euro nach 67,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zwischen Januar und Ende September lag der Umsatz bei 13,44 Milliarden Euro nach knapp 140 Millionen Euro vor einem Jahr.

Leverkusen (dpa) *07:58 Uhr – Bayer hebt Gewinnausblick leicht an

Eine hohe Nachfrage nach Saatgut und Pflanzenschutzmitteln sowie Zuwächse im Pharmageschäft stimmen Bayer für dieses Jahr zuversichtlicher. Konzernchef Werner Baumann kalkuliert für 2021 weiter mit einem Umsatz von etwa 43 Milliarden Euro, wovon nun aber 25,5 Prozent als bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hängenbleiben sollen, wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte. Bisher waren 25 Prozent in Aussicht gestellt worden.

Im abgelaufenen Quartal steigerte Bayer den Umsatz im Jahresvergleich um knapp 15 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um gut 16 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich verdienten die Leverkusener 85 Millionen Euro. Hier drückten insbesondere Kosten für Umbaumaßnahmen. Vor einem Jahr war wegen Abschreibungen auf das Agrargeschäft noch ein Minus von 2,7 Milliarden Euro angefallen.

08.11.2021

Mannheim (dpa/lws) *12:58 Uhr – Ein verletzter Mensch nach Ammoniakaustritt in Brauerei

Beim Austritt von Ammoniak in einer Mannheimer Brauerei ist am Montag ein Mensch verletzt worden. Das zur Kühlung benötigte giftige Gas war infolge von Arbeiten mit einer Trennschleifmaschine aus einer defekten Leitung ausgetreten, wie die Feuerwehr mitteilte. Ammoniak kann zu Husten und Augenreizungen führen. Der verletzte Mensch wurde ins Krankenhaus gebracht. Am Vormittag wurden die Ammoniakwerte gemessen, die zunächst nur auf dem Brauereigelände festgestellt wurden.

Leverkusen (dpa) *07:06 Uhr – Covestro hebt Gewinnausblick an

Der Kunststoffkonzern Covestro wird nach einem deutlichen Wachstum im dritten Quartal optimistischer für den Gewinn im Gesamtjahr. 2021 werde ein operatives Ergebnis (Ebitda) zwischen 3,0 und 3,2 Milliarden Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Montag in Leverkusen mit. Bislang hatte Konzernchef Markus Steilemann mit bestenfalls 3,1 Milliarden Euro kalkuliert.

Im Zeitraum Juli bis Ende September verdoppelte sich das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgrund stark gestiegener Verkaufspreise nahezu, auf 862 Millionen Euro. Hohe Rohstoffpreise konnten somit aufgefangen werden. Unter dem Strich blieben mit 472 Millionen Euro gut 160 Prozent mehr hängen als vor einem Jahr.

06.11.2021

Ludwigshafen (dpa) *15:09 Uhr – Erneut gerät Chemikalie in den Rhein – Ermittlungen laufen

Innerhalb weniger Tage ist bei dem dem weltgrößten Chemiekonzern BASF mit Sitz in Ludwigshafen erneut eine Chemikalie in den Rhein gelangt. Wie die Wasserschutzpolizei am Samstag mitteilte, waren beim Umschlag der Ladung eines Tankmotorschiffs etwa 100 Liter Hexamethylendiamin in den Rhein geflossen. Ursache für den Vorfall am Stammwerk des Konzerns am Freitagabend sei vermutlich ein technischer Defekt an Bord des Tankschiffes gewesen. Bei der Chemikalie handle es sich «um einen schwach wassergefährdenden Stoff». Staatsanwaltschaft und Polizei ermittelten wegen einer Gewässerverunreinigung, hieß es.

Ein BASF-Sprecher bestätigte den Vorfall am Samstag. Seinen Angaben zufolge gehört das Tankschiff einer Fremdfirma. Der Schiffsführer habe den Austritt der Chemikalie stoppen können, nachdem er diesen bemerkt habe.

Bereits am Mittwoch waren 30 Kilogramm eines Wirkstoffs für Pflanzenschutzmittel in den Rhein gelaufen. Es handele sich um das Herbizid Metazachlor, hatte der BASF-Konzern mitgeteilt. Aufgrund von Hochrechnungen gehe das Unternehmen von einer Gesamtmenge von etwa 80 bis 90 Kilogramm Metazachlor aus, die am Mittwoch aus dem Betrieb in die Kläranlage gelangt seien. Wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage am Samstag sagte, passierten beide Ereignisse unabhängig voneinander.

Berlin (dpa) *06:01 Uhr – Lieferengpässe bei Medizin: Arzneimittelamt fordert mehr Transparenz

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) will Pharmakonzerne bei Lieferengpässen von Medikamenten stärker in die Pflicht nehmen. «Wir werden mehr Transparenz von der Pharmaindustrie fordern, um noch früher wirkungsvoll gegensteuern zu können», sagte BfArM-Präsident Karl Broich der «Welt am Sonntag». Die Versorgungssituation sei derzeit stabil, aber die Meldung von Engpässen durch die Hersteller sei freiwillig. «Patientinnen und Patienten müssen sich auf eine sichere Arzneimittelversorgung verlassen können. Deshalb werden wir Künstliche Intelligenz und Big Data auch gezielt gegen Lieferengpässe einsetzen», sagte Broich.

05.11.2021

New York/Mainz (dpa) *16:31 Uhr – Hohe Preise für Aktien von Mainz Biomed bei US-Börsengang

Am ersten Handelstag der Aktien von Mainz Biomed in New York ist ihr Preis in der Spitze bis auf 18 US-Dollar gestiegen. Die Anteile waren zu 5 Dollar ausgegeben worden, zuletzt wurden dann noch 12,10 Dollar für sie gezahlt. Damit macht nach Biontech erneut ein Mainzer Unternehmen im US-Aktienhandel auf sich aufmerksam.

Der Börsengang von Mainz Biomed, das etwa auf Tests zur Darmkrebs-Vorsorge ohne eine nötige Darmspiegelung spezialisiert ist, erfolgt im Segment Nasdaq Capital Market (Nasdaq-CM) für kleinere Wachstumsunternehmen und ist mit zehn Millionen Dollar auch im kleineren Bereich angesiedelt. Der Ausgabepreis war in der Mitte der Spanne von vier bis sechs Dollar festgelegt worden.

Washington (dpa) *13:22 Uhr – Corona-Medikament von Pfizer: Hohe Wirksamkeit im Test

Eine neue Corona-Pille verhindert nach Angaben des Herstellers Pfizer sehr erfolgreich schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten. Eine Zwischenanalyse von Testergebnissen habe ergeben, dass das Medikament namens Paxlovid das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-19-Patienten um 89 Prozent senke, teilte Pfizer am Freitag in New York mit. Das gelte bei Behandlungen innerhalb von drei Tagen nach den ersten Covid-19-Symptomen, ähnliche Werte hätten sich bei Behandlungen innerhalb von fünf Tagen ergeben.

Pfizer sprach von einer «überwältigenden Wirksamkeit», die diese Ergebnisse zeigten. Das Unternehmen plane nun, die Daten für eine Notfallzulassung baldmöglichst bei der Arzneimittelbehörde FDA einzureichen. Das oral einzunehmende, antivirale Medikament habe im Fall einer Zulassung das Potenzial, «das Leben von Patienten zu retten, den Schweregrad von Covid-19-Infektionen zu verringern und bis zu neun von zehn Krankenhausaufenthalten zu vermeiden».

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hatte am Donnerstag erstmals eine Tablette zur Behandlung von Covid-19 zugelassen. Das antivirale Mittel Lagevrio (auch bekannt unter dem Namen Molnupiravir) sei sicher und effektiv bei der Verminderung des Risikos von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-Patienten mit milden und mittelschweren Verläufen, hieß es in einer Mitteilung der britischen Regierung. Es handele sich um das weltweit erste zugelassene antivirale Mittel zur oralen Einnahme gegen Covid-19.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende Oktober angekündigt, den Einsatz von Molnupiravir zu prüfen. Auch die US-Behörde FDA hat ein Zulassungsverfahren für das Mittel eingeleitet. Die EMA prüft zudem sieben weitere mögliche Corona-Mittel.

04.11.2021

Köln (dpa/lnw) *16:41 Uhr – Künftig ohne Rohöl: Shell will Raffinerie-Standort Wesseling umbauen

Der Energiekonzern Shell will seine Raffinerie in Wesseling bei Köln zu einem rohölfreien Standort umbauen. Die Rohölverarbeitung soll dort ab 2025 eingestellt werden, wie Shell Deutschland am Donnerstag mitteilte. In neuen oder umgewidmeten Anlagen will das Unternehmen dann unter anderem Wasserstoff oder Biokraftstoffe produzieren. Die Planungen für die Einstellung der Rohölverarbeitung befänden sich noch am Anfang, betonte das Unternehmen. Eine endgültige Investitionsentscheidung solle erst 2023 getroffen werden. Die Shell-Raffinerie in Köln-Godorf soll in Betrieb bleiben.

Die bislang unter dem Namen «Rheinland Raffinerie» zusammengefassten Standorte in Köln-Godorf und Wesseling firmieren seit Jahresbeginn unter dem Namen «Energy and Chemicals Park Rheinland». Nach Shell-Angaben sind dort insgesamt 1600 eigene Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele Mitarbeiter von dem Umbau betroffen sein könnten, wurde am Donnerstag nicht bekannt. «Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden und Betroffene auf andere Arbeitsplätze versetzt, um- und weitergeschult werden», erklärte das Unternehmen. Insgesamt beschäftigt Shell derzeit rund

3600 Menschen in Deutschland.

Im Juli wurde in Wesseling bereits eine Elektrolyse-Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff eingeweiht. Geplant ist bereits die Errichtung einer wesentlich größeren Anlage. Daneben soll dort eine Anlage entstehen, in der aus grünem Strom und Biomasse synthetische Flugkraftstoffe und Rohbenzin hergestellt werden können. Die Rohöldestillation in Wesseling hat eine Jahreskapazität von knapp acht Millionen Tonnen. In Godorf liegt die Kapazität bei neun Millionen Tonnen.

Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser nannte die Pläne am Donnerstag «ein eindrückliches Signal» und einen wichtigen «Schritt hin zum angestrebten Ziel eines klimaneutralen Energiesystems».

Cambridge (dpa) *13:59 Uhr – Moderna senkt Impfstoff-Absatzziel – Aktie bricht ein

Die US-Biotechfirma Moderna rechnet dieses Jahr mit einem deutlich geringeren Absatz ihres Corona-Impfstoffs. Das Unternehmen kappte die Prognose auf Basis seiner bereits getroffenen Verkaufsvereinbarungen am Donnerstag auf 15 Milliarden bis 18 Milliarden Dollar. Zuvor hatte sie bei rund 20 Milliarden Dollar (rund 17,3 Mrd Euro) gelegen. Die Aktie brach vorbörslich um über zehn Prozent ein.

Moderna machte längere Lieferzeiten beim internationalen Versand und vorübergehende Produktionsengpässe wegen des Ausbaus von Kapazitäten für den schwächeren Ausblick verantwortlich. US-Rivale Pfizer hatte seine Jahresziele hingegen jüngst weiter erhöht. Die Umsatzprognose für das mit dem deutschen Partner Biontech entwickelte Corona-Vakzin wurde dabei von 33,5 Milliarden auf 36 Milliarden Dollar angehoben.

Moderna verdient am Impfstoff-Geschäft allerdings weiter prächtig. In den drei Monaten bis Ende September betrug der Gewinn unterm Strich 3,3 Milliarden Dollar (2,9 Mrd Euro), wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht. Vor einem Jahr hatten hohe Forschungs- und Entwicklungskosten einen Verlust von 233 Millionen Dollar verursacht. Modernas Erlöse kletterten gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 157 Millionen auf 5,0 Milliarden Dollar.

Bern (dpa) *11:32 Uhr – Astrazeneca zieht Antrag für Corona-Impfstoff in der Schweiz zurück

Das britische Pharmaunternehmen Astrazeneca zieht den Antrag für die Zulassung seines Covid-19-Impfstoffs in der Schweiz zurück. Die Entscheidung sei gefallen, weil das zuständige Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic den Einsatz auf Personen ab 50 Jahren habe beschränken wollen.

Astrazeneca hatte das Gesuch im Oktober 2020 bei Swissmedic eingereicht, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Seither hätten sie in engem Kontakt mit der Behörde gestanden und «kontinuierlich die angeforderten Studienergebnisse» geliefert.

Swissmedic hatte wiederholt betont, dass die Daten für eine Zulassung noch nicht ausreichten. Der Bund hatte ursprünglich 5,3 Millionen Astrazeneca-Impfdosen bestellt. Unter anderem wegen der fehlenden Zulassung gab die Schweiz dann 440 000 Dosen an fünf Entwicklungsländer weiter.

Ludwigshafen (dpa/lrs) *10:50 Uhr – Chemikalie gerät in Rhein – Ermittlungen laufen

Schätzungsweise 80 bis 90 Kilogramm eines Wirkstoffs für Pflanzenschutzmittel ist in Ludwigshafen in den Rhein gelaufen. Es handele sich um das Herbizid Metazachlor, teilten die Wasserschutzpolizei und der Chemiekonzern BASF mit. Laut dem Unternehmen ist der Wirkstoff stark wassergefährdend, nach ersten Berechnungen könne aber eine Gefahr für Wasserpflanzen ausgeschlossen werden, auch von einem Risiko für tierische Organismen im Wasser sei nicht auszugehen. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei vom Donnerstag gab es nach dem Austritt am Mittwochabend bei Rheinkilometer 433,2 weder eine optische Verunreinigung im Rhein noch eine Geruchsbildung.

Warum das Herbizid in den Fluss geriet, werde nun ermittelt, sagte ein Sprecher der Abteilung Wasserschutzpolizei im Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik in Mainz. Der BASF zufolge war im Auslauf einer Kläranlage eine erhöhte Konzentration von Metazachlor gemessen worden. Daraufhin sei die Anlage abgestellt worden. Metazachlor kann laut BASF allergische Hautreaktionen verursachen und vermutlich Krebs erzeugen.

Essen (dpa/lnw) *07:42 Uhr – Brenntag mit Gewinn- und Umsatzsprung - Prognose bestätigt

Eine hohe Nachfrage und der im vergangenen Jahr eingeleitete Sparkurs geben den Chemikalienhändler Brenntag weiter Auftrieb. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 30 Prozent auf 342,9 Millionen Euro zu, wie der Dax-Neuling am Donnerstag in Essen mitteilte. Der Umsatz kletterte ebenfalls um rund 30 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Damit übertraf Brenntag die Erwartungen der Experten bei beiden Werten. Das war ein Plus von gut einem Drittel.

Die erst im September erneut erhöhte Gewinnprognose bestätigte das Unternehmen. 2021 soll demnach das operative Ergebnis (Ebitda) bei 1,26 bis 1,32 Milliarden Euro liegen. 2020 standen hier 1,06 Milliarden Euro. Bei seiner Einschätzung geht das Management davon aus, dass das derzeit «außergewöhnliche Marktumfeld» mindestens bis zum Jahresende anhält und die Corona-Pandemie die Rahmenbedingungen nicht wesentlich ändert. Außerdem liegen der Prognose stabile Währungskurse zugrunde.

Der langjährige Finanzvorstand Georg Müller will sein Mandat nach Ablauf seiner Amtszeit Ende März 2022 nicht verlängern.

Köln (dpa) *07:40 Uhr – Hohe Energie- und Frachtkosten stimmen Lanxess etwas vorsichtiger

Der Chemiekonzern Lanxess wird wegen hoher Energie- und Frachtkosten etwas vorsichtiger für das laufende Jahr. Konzernchef Matthias Zachert kalkuliert für 2021 nun mit einem operativen Gewinn am unteren Ende der im Sommer angehobenen Zielspanne von 1,00 bis 1,05 Milliarden Euro. «Unser operatives Geschäft hat sich weiter erfreulich entwickelt und wir haben die stark gestiegenen Rohstoffkosten erfolgreich weitergegeben», sagte Zachert laut Mitteilung vom Donnerstag mit Blick auf das dritte Quartal. «Der beispiellose Anstieg von Energie-, Rohstoff- und Frachtkosten geht aber auch an uns nicht spurlos vorbei. Wir gehen davon aus, dass der Kostendruck im vierten Quartal noch einmal zunehmen wird.»

Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte Lanxess den operativen Gewinn dank guter Geschäfte mit der Autoindustrie, aber auch mit Stoffen rund um Materialschutz, Desinfektionsmittel und Wasseraufbereitung um 44 Prozent auf 278 Millionen Euro. Auch die Übernahme von Emerald Kalama Chemical zahlte sich schon aus. Unter dem Strich blieb mit 74 Millionen Euro fast dreimal so viel hängen wie vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 1,95 Milliarden Euro.

Essen (dpa) *06:57 Uhr – Chemiekonzern Evonik blickt optimistischer auf das laufende Jahr

Gute Geschäfte mit der Bau- und Autoindustrie sowie mit Hygieneprodukten stimmen den Spezialchemiekonzern Evonik etwas zuversichtlicher für das laufende Jahr. Gefragt seien auch die Zusätze für kosmetische Anwendungen sowie die für die Produktion von mRNA-Corona-Impfstoffen wichtigen Lipide, teilte das Unternehmen mit.

«Alle vier Chemie-Divisionen konnten von gestiegener Nachfrage profitieren», sagte Vorstandschef Christian Kullmann laut Mitteilung vom Donnerstag. Höhere Verkaufspreise hätten gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik vollständig kompensiert.

Vor diesem Hintergrund erwartet Kullmann 2021 nun einen Umsatz von rund 14,5 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis (bereinigtes Ebitda) von 2,4 Milliarden Euro. Beides liegt am oberen Ende der bisherigen Prognosespannen. Im abgelaufenen dritten Quartal steigerte Evonik das bereinigte Ebitda um knapp ein Viertel auf 645 Millionen Euro und damit etwas mehr als erwartet. Unter dem Strich blieben mit 235 Millionen Euro 58 Prozent mehr hängen als vor einem Jahr.

03.11.2021

Darmstadt (dpa) *19:36 Uhr – Merck erhöht Prognose erneut

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA hat die Prognosen für das laufende Jahr nach einem starken dritten Quartal erneut erhöht. So soll der Umsatz in diesem Jahr auf 19,30 bis 19,85 Milliarden Euro wachsen (Vorjahr: 17,5 Mrd), wie der Dax-Konzern am Mittwochabend in Darmstadt überraschend mitteilte. Bisher standen 18,80 bis 19,70 Milliarden Euro im Plan.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) soll von 5,2 Milliarden im Vorjahr auf 6,0 bis 6,3 Milliarden Euro in 2021 anziehen. Die alte Prognose hatte auf 5,6 bis 6,0 Milliarden Euro gelegen. Konzernchefin Belén Garijo hatte die Prognose bereits im August erhöht.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um fast zwölf Prozent auf 4,97 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis sank hingegen um neun Prozent auf 1,55 Milliarden Euro. Beide Kennzahlen fielen etwas besser aus als am Markt erwartet. Merck will die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal weiterhin am 11. November veröffentlichen. Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an, die Aktien legten auf Tradegate zu.

Amsterdam (dpa) *14:55 Uhr – EU-Arzneimittelbehörde stoppt Prüfung von Covid-Medikament

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat das Prüfverfahren eines Covid-Medikaments des Herstellers Eli Lilly gestoppt. Das Pharmaunternehmen habe selbst das Mittel zurückgezogen, teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Es ging dabei um ein Kombinationspräparat der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab.

Die Experten der EMA hatten die Daten aus Studien des Herstellers seit März in einem beschleunigten Verfahren bewertet. Einige Fragen zur Qualität des Medikamentes hätten aber noch beantwortet werden müssen, wie die EMA mitteilte. Die Entscheidung, das Präparat zurückzuziehen, habe aber das Unternehmen selbst getroffen. Das Mittel dürfe aber auf Basis von nationalen Regeln weiter verschrieben werden, wie die EMA mitteilte.

Die EU-Kommission hatte noch im September einen Rahmenvertrag über die Anschaffung des Covid-19-Medikaments von Eli Lilly abgeschlossen. 18 Staaten wollten sich daran beteiligen. Die Experten der EMA prüfen auf verschiedenen Stufen derzeit die Daten von acht möglichen Covid-Medikamenten. Bisher ist erst ein Medikament zur Behandlung von Covid-19 in der EU zugelassen, das ist Remdesivir.

02.11.2021

Wilmington (dpa) *13:11 Uhr – US-Spezialchemiekonzern Dupont richtet sich neu aus

Der US-Spezialchemiekonzern Dupont de Nemours will sein Geschäft neu ausrichten. Dupont werde den Spezialisten für Elektronikmaterialien Rogers Corporation für 5,2 Milliarden US-Dollar (4,5 Mrd Euro) übernehmen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Wilmington mit. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2022 abgeschlossen sein. Die Kartellbehörden und die Roger-Aktionäre müssen noch zustimmen. Zudem werde der Konzern einen großen Teil seiner auf Materialien für die Autoindustrie spezialisierte Einheit (Mobility & Materials) veräußern, hieß es weiter. Das «Wall Street Journal» hatte zuvor darüber berichtet.

«In Zukunft wird sich unser Portfolio auf die Kernbereiche Elektronik, Wasser, Schutz, industrielle Technologien und auf die nächste Generation der Automobilindustrie konzentrieren», sagte Unternehmenschef Ed Breen laut Mitteilung. Dadurch würden sich Umsatzwachstum, die operative Marge (Ebitda) und Ertragsstabilität deutlich verbessern. Dupont könne sich dann in eine Reihe mit den besten Unternehmen der Branche stellen.

Der Bereich Elektronik und Industrie, der mit Rogers zusammengelegt werden soll, machte im vergangenen Quartal etwa ein Drittel des Umsatzes aus. Der Bereich Mobilität und Werkstoffe trägt ebenfalls fast ein Drittel zu den Konzernerlösen bei. Derweil reduzierte das Unternehmen wegen der Versorgungsknappheit mit Halbleitern vor allem in der wichtigen Kundengruppe Automobilindustrie die Ziele für das Gesamtjahr.

New York (dpa) *10:40 Uhr – Pfizer erhöht Jahresziele - Weitere Vereinbarungen für Corona-Impfung

Der US-Pharmakonzern Pfizer profitiert weiter kräftig von dem mit seinem deutschen Partner Biontech entwickelten Covid-19-Impfstoff. Aber auch außerhalb des Geschäfts mit dem Corona-Vakzin Comirnaty hat Pfizer im vergangenen Quartal zugelegt. Das Management um Konzernchef Albert Bourla hob seine Jahresziele erneut an. So soll sich der Umsatz 2021 nun im Vergleich zum Vorjahr auf 81 bis 82 Milliarden Dollar (bis zu 70,8 Mrd Euro) nahezu verdoppeln, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Dabei rechnet Pfizer mit einem noch größeren Beitrag des Corona-Vakzins als bisher, da inzwischen weitere Liefervereinbarungen mit Abnehmerländern getroffen worden seien. Comirnaty dürfte demnach rund 36 Milliarden Dollar beisteuern statt der zuvor prognostizierten rund 33,5 Milliarden Dollar. Auch das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) soll stärker steigen als bisher vom Konzern erwartet. Im vergangenen Quartal konnte Pfizer den Umsatz auf 24,1 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Unter dem Strich kam ein Gewinn von 8,1 Milliarden Dollar heraus. Im Vorjahresquartal waren es knapp 1,5 Milliarden gewesen.

01.11.2021

Berlin (dpa) *13:33 Uhr – Ex-BASF-Chef Hambrecht: Deutschland sollte AKW-Laufzeiten verlängern

Der frühere Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, hat sich für eine Laufzeitverlängerung der sechs verbliebenen deutschen Atomkraftwerke ausgesprochen. Wenn Deutschland wie geplant Ende des kommenden Jahres aus der Kernenergie aussteige und früher als 2038 aus der Kohleverstromung, dann komme die Energieversorgung in Deutschland «schnell an Grenzen», sagte Hambrecht in einem Interview mit der Online-Ausgabe des Magazins Cicero. «Wir brauchen eine Rückfallposition, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Es war die Grundlage der Energiewende und das Grundverständnis aller Parteien, dass die Energieversorgung stets sichergestellt sein muss», erklärte der Ex-BASF-Chef. Die bestehenden Kernkraftwerke länger laufen zu lassen, könne eine Lösung für dieses Problem sein, zumal der Ausbau erneuerbarer Energien «zu langsam» vorankomme. In Deutschland soll das letzte Atomkraftwerk Ende 2022 vom Netz gehen.

Hambrecht war Mitglied der nach dem Reaktorunglück in Fukushima von der Bundesregierung eingesetzten Ethikkommission «Sichere Energieversorgung», die 2011 einen Ausstieg aus der Kernenergie empfahl. «Wenn ich aus heutiger Sicht, mit dem heutigen Wissen zurückschaue: Ja, es war ein Fehler», sagte Hambrecht zur damaligen Ausstiegsentscheidung. «Wir haben die Komplexität der Probleme unterschätzt. Wir haben uns damals singulär auf die Risiken der Kernkraft konzentriert und andere Aspekte der Energieversorgung vernachlässigt.»

Auf erneuerbare Energien zu setzen sei grundsätzlich richtig, «diesen Weg sollten wir weiter verfolgen», sagte der Ex-Manager. «Aber wir brauchen grundlastfeste Energieversorgungssysteme und dafür bietet sich die Kernkraft an.» Deutschland habe «die sichersten Kernkraftwerke der Welt», betonte er.

Düsseldorf (dpa) *07:44 Uhr – Extra-Kantinenbereiche für Geimpfte und Genesene bei Bayer

Mehrere große Unternehmen wollen in der Corona-Krise nach einem Medienbericht künftig Geimpften und von Corona genesenen Beschäftigten eigene Kantinenbereiche oder eigene Cafeterias anbieten. In diesen Sonderbereichen dürften Beschäftigte ohne Schutzvorgaben zusammensitzen, während diejenigen, die sich nicht impfen lassen oder keine Auskunft über ihren Impfstatus geben, weiter mit Abstandsregeln, Masken oder Trennwänden beim Essen leben müssten, berichtet die «Rheinische Post» (Montag).

Der Bayer-Konzern zum Beispiel spricht nach Angaben des Blattes von mehreren Pilotprojekten für Kantinenbereiche nur für Geimpfte und Genesene. Bayer betone aber wie andere Unternehmen auch, dass Nicht-Geimpfte weiterhin Zugang zu Kantinen hätten. Alles werde in enger Zusammenarbeit mit den Betriebsräten geplant. Die von der «Rheinischen Post» befragten Unternehmen wollen den Angaben zufolge auch die Homeoffice-Quote hoch halten.

Bayer habe zudem berichtet, Beschäftigte würden sich auf eigene Faust zu Arbeitsgruppen ohne Ungeimpfte zusammentun. «Selbstorganisierte Gruppen (zum Beispiel in Mehrpersonen- oder Großraumbüros, in Laboren oder Teilbereichen der Produktion) können unter freiwilliger Anwendung der 2G-Regel (geimpft oder genesen) ohne Abstand und Maske zusammenarbeiten oder Arbeitsmeetings in Präsenz-Meetings durchführen», zitiert das Blatt das Unternehmen.

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