Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Stimmung in rheinland-pfälzischer Chemieindustrie trübt sich ein

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Firmen zum Thema

16.11.2021

Genf (dpa) *15:03 Uhr – Pfizer vergibt Lizenzen für Generika seines Covid-Medikaments

Das Pharmaunternehmen Pfizer vergibt Lizenzen an Generikahersteller für die Herstellung seines Covid-Medikaments. Welche Firmen das sind, werde die Organisation Medicines Patent Pool (MPP) entscheiden, berichtete ein Sprecher von Unitaid am Dienstag in Genf. Unitaid ist eine Einrichtung, die 2006 ursprünglich für den Einkauf von Medikamenten gegen HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose gegründet worden war, um für ärmere Länder niedrigere Preise zu bekommen.

Der Pfizer-Wirkstoff PF-07321332 soll Covid-19-Patienten vor einem schweren Verlauf der Krankheit bewahren. Das Unternehmen hatte Anfang November positive Ergebnisse einer Phase-III-Studie bekanntgegeben und ist dabei, Zulassungen zu beantragen.

Mit den Lizenzen sollen Hersteller in 95 Ländern, in denen 53 Prozent der Weltbevölkerung leben, in die Produktion einsteigen können. Wie teuer das Medikament wird oder welcher Preisunterschied zwischen Original- und Generika-Produkt bestehen wird, sei noch nicht bekannt. Solange die WHO-Klassifizierung der Corona-Pandemie als «Notlage von internationaler Tragweite» bestehe, bekomme das Unternehmen keine Lizenzgebühren und auch danach zumindest aus den ärmsten Ländern nicht.

München (dpa) *10:30 Uhr – Novartis plant Standort in München

Der Basler Pharmakonzern Novartis errichtet für seine Deutschlandtochter einen zweiten Verwaltungssitz in München. Der Sitz der Novartis Deutschland in Nürnberg mit heute noch mehr als 1000 Mitarbeitern bleibe zwar erhalten. Aber mittel- und langfristig strebe Novartis ein Gleichgewicht mit jeweils annähernd 500 Mitarbeitern in Nürnberg und München an, sagte Novartis-Deutschland-Chef Heinrich Moisa der Deutschen Presse-Agentur.

In München gebe es einen in Europa führenden Biotech-Cluster. «Dem rücken wir etwas näher», sagte Moisa. Bayern sei ein fantastischer Standort für Pharma- und Technologiefirmen. Die Partnerschaft mit der Universität Nürnberg-Erlangen sei sehr gut, aber das Novartis-Gebäude in Nürnberg entspreche nicht mehr den heutigen Erfordernissen.

Anfang 2022 will Novartis Deutschland in München ein temporäres Büro eröffnen und 2024 in München in die Alte Akademie zwischen Stachus und Marienplatz einziehen. Ebenfalls 2024 soll der Firmensitz in Nürnberg von der Roonstraße ins Güterwerk auf den Business Campus Areal Kohlenhof verlegt werden. Die Hauptstadtrepräsentanz in Berlin bleibe bestehen, sagte Moisa.

Frankfurt/Main (dpa) *10:00 Uhr – Chemiebranche erwartet trotz Abkühlung Rekordjahr

Die deutsche Chemie- und Pharmabranche rechnet trotz einer Abkühlung der Geschäfte mit einem Rekordjahr. Mit stark steigenden Preisen werde 2021 ein Umsatzsprung um 15,5 Prozent auf 220 Milliarden Euro erwartet, teilte der Branchenverband VCI am Dienstag in Frankfurt mit. Auch wenn Lieferengpässe und teure Energie die Branche belasten, soll damit der bisherige Bestwert aus dem Jahr 2018 mit 203 Milliarden Euro Umsatz übertroffen werden. Mit der Prognose zeigte sich die Verband noch zuversichtlicher als zuletzt.

Die Chemie- und Pharmabranche mit gut 466 000 Beschäftigten hierzulande habe ihre kräftige Erholung vom Corona-Krisenjahr 2020 im dritten Quartal nur abgeschwächt fortgesetzt, berichtete der VCI.

Engpässe bei Material und Logistik sowie hohe Strom- und Gaspreise dämpften die Produktion, die Chemieanlagen seien nur noch im unteren Normalbereich ausgelastet gewesen. Dank der hohen Nachfrage nach Impfstoffen wuchs die Produktion der Chemie- und Pharmabranche aber insgesamt noch leicht um 0,8 Prozent zum Vorquartal.

Der Branche gelang es zugleich, steigende Chemikalienpreise an Kunden weiterzureichen, was für ein Umsatzplus von 6,3 Prozent zum Vorquartal auf 55,3 Milliarden Euro sorgte. Zudem bestellten vor allem im Ausland die Industriekunden mehr Chemieprodukte, um Materialengpässen vorzubeugen und Lager aufzustocken.

Grünwald (dpa) *08:12 Uhr – Arzneimittelhersteller Dermapharm passt Prognose für 2021 an

Vitamin-D-Produkte, das Geschäft mit Allergiemitteln und die Kooperation mit Biontech haben das Arzneimittelunternehmen Dermapharm in den ersten neun Monaten des Jahres angeschoben. Der Vorstand passt jedoch seine Prognose für 2021 an. Grund sei der zuletzt schwächere Verlauf bei Parallelimporten, gleichzeitig werden aber zunehmend Produkte mit höherer Marge verkauft, wie das SDax-Unternehmen am Dienstag in Grünwald mitteilte.

Der Umsatz soll demnach in diesem Jahr um 15 bis 20 Prozent zulegen, bislang hatte das Management noch ein Plus von 24 bis 26 Prozent eingeplant. Für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hat Dermapharm nun einen Anstieg von 50 bis 60 Prozent im Visier. Die alte Prognose hatte auf 45 bis 50 Prozent Zuwachs gelautet.

In den ersten neun Monaten bis Ende September stieg der Umsatz auf 670,2 Millionen Euro nach 577,2 Millionen ein Jahr zuvor. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) kam bei knapp 228 Millionen Euro (Vorjahr: 139) heraus. Unter dem Strich konnte der Konzern seinen Gewinn mit 137,5 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

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