Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Stimmung in rheinland-pfälzischer Chemieindustrie trübt sich ein

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17.11.2021

Moskau/Schwedt (dpa) *20:26 Uhr – Russischer Ölkonzern baut Anteile an Brandenburger Raffinerie aus

Dem russischen Energiekonzern Rosneft soll bald der Großteil der Erdölraffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt gehören. Rosneft habe das Vorkaufsrecht auf den Erwerb von 37,5 Prozent der Anteile von Shell ausgeübt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit werde Rosneft seinen Anteil an PCK von 54,17 Prozent auf 91,67 Prozent erhöhen. Der Kauf muss laut der Mitteilung noch von den Behörden genehmigt werden.

In der Brandenburger Raffinerie werden nach Unternehmensangaben jährlich etwa 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet - beispielsweise zu Diesel, Benzin und Heizöl. Dort endet die Pipeline «Freundschaft» aus Russland, über die Deutschland nach Angaben der Raffinerie zu 25 Prozent mit Rohöl versorgt wird. Das Unternehmen Rosneft ist der größte russische Ölproduzent. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist Aufsichtsratschef.

Mannheim (dpa/lsw) *19:13 Uhr – Chemieunfall am Mannheimer Hafen läuft glimpflich ab

Bei einem Chemieunfall am Mittwochmorgen in einer Firma am Mannheimer Hafen ist eine Salzsäurewolke freigesetzt worden. Es habe jedoch keine große Gefahr bestanden, teilte die Polizei am Abend mit. Es sei beim Umschlag der Chemikalie in der Firma eine weiße Wolke ausgetreten, die dann über das Hafengebiet gezogen sei. Drei Mitarbeiter einer benachbarten Firma mussten demnach wegen gereizten Augen und Atembeschwerden behandelt werden.

Als die Feuerwehr am Unfallort ankam, habe sie keine Stoffe mehr feststellen können. Warum die Salzsäure entwich, ist noch unklar. Die Wasserschutzpolizei in Mannheim ermittelt noch.

Thyssenkrupp legt Zahlen vor – deutlich besseres Ergebnis erwartet

Nach einem Milliardenverlust im Geschäftsjahr 2019/20 will der Industrie- und Stahlkonzern Thyssenkrupp am Donnerstag (10.00 Uhr) in Essen für das Folgejahr deutlich bessere Zahlen vorlegen. Das Management um Vorstandschefin Martina Merz hatte für das Ende September zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2020/21 zuletzt einen bereinigten operativen Gewinn (Ebit) in mittlerer dreistelliger Millionen-Euro-Höhe vorhergesagt. Wegen hoher Umbaukosten war Thyssenkrupp unter dem Strich trotzdem von einem Verlust ausgegangen – im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2019/20 hatte der Industrieriese noch einen Fehlbetrag von 5,5 Milliarden Euro ausgewiesen.

Beim Umsatz hatte der Konzern zuletzt ein Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Im Vorjahr hatte Thyssenkrupp rund 28,9 Milliarden Euro erlöst.

Der auf mehrere Jahre angelegte Konzernumbau war in den vergangenen Monaten unter anderem mit dem Verkauf mehrerer Einzelunternehmen vorangekommen. So hatte Thyssenkrupp im September den Verkauf seines Edelstahlwerks im italienischen Terni bekannt gegeben. «Wir arbeiten unsere Prioritäten ab und machen weitere Fortschritte bei unserem Umbau von Thyssenkrupp», hatte Merz damals gesagt. Zuvor hatte der Konzern bereits das Geschäft mit Maschinen und Anlagen für den Bergbau und weitere nicht mehr zum Kerngeschäft gehörende Unternehmensteile verkauft.

Amsterdam (dpa) *16:57 Uhr – Novavax beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff in EU

Der US-Hersteller Novavax hat für seinen Corona-Impfstoff eine Marktzulassung in der EU beantragt. Das teilte die zuständige europäische Arzneimittelbehörde EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Ein Expertenteam werde nun die Daten des Herstellers prüfen und Risiken gegen Nutzen abwägen. Eine Entscheidung wird in einigen Wochen erwartet, wie die EMA mitteilte.

Die Experten hatten bereits im laufenden Prüfverfahren Studien zur Wirkung bewertet. Auch sei eine vorläufige Prüfung von möglichen Risiken bereits abgeschlossen worden. Sollte die EMA eine bedingte Marktzulassung empfehlen, muss die EU-Kommission noch endgültig zustimmen. Das aber gilt als Formsache. Bisher sind in der EU vier Impfstoffe zugelassen worden.

Das Novavax-Produkt namens Nuvaxovid (NVX-CoV2373) ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff - wie die Präparate von Biontech und Moderna - noch ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson: Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen. Wie alle Impfstoffe soll Nuvaxovid das Immunsystem auf eine mögliche Infektion vorbereiten.

Essen (Evonik)Ereignis bei Evonik am Standort Rheinfelden

Am Standort von Evonik in Rheinfelden kam es am Morgen des 17. November zu einem Austritt geringer Mengen von Siliziumtetrachlorid (STC) aus einem Sicherheitsventil. Es bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Menschen oder Umwelt, so das Unternehmen. Siliziumtetrachlorid reagiert in Anwesenheit von Luftfeuchtigkeit mit Nebelbildung. STC ist ein Rohstoff für die Herstellung von Glasfasern und Mikrochips. Der Nebel war von außen sichtbar. Die Werkfeuerwehr war mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Rheinfelden im Einsatz. Im Nachgang soll es eine Ursachenuntersuchung geben.

New York (dpa) *10:42 Uhr – Pfizer beantragt US-Notfallzulassung für neues Corona-Medikament

Das Pharmaunternehmen Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung für sein Covid-19-Medikament Paxlovid beantragt. Die entsprechenden Unterlagen wurden bei der Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, wie Pfizer am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Die in einer jüngsten Studie erzielte «überwältigende Wirksamkeit» des Medikaments verdeutliche, dass oral einzunehmende antivirale Therapien eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Covid-19 spielen könnten, sagte Konzernchef Albert Bourla.

Nach Angaben des Unternehmens von Anfang November verhindert die Corona-Pille sehr erfolgreich schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten. Eine Zwischenanalyse von Testergebnissen ergab Pfizer zufolge, dass das Medikament das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-19-Patienten um 89 Prozent senke, teilte Pfizer mit. Das gelte bei Behandlungen innerhalb von drei Tagen nach den ersten Covid-19-Symptomen, ähnliche Werte hätten sich bei Behandlungen innerhalb von fünf Tagen ergeben.

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA ließ kürzlich die Tablette Lagevrio (auch bekannt unter dem Namen Molnupiravir) zu. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende Oktober angekündigt, den Einsatz von Molnupiravir zu prüfen.

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