Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Stimmung in rheinland-pfälzischer Chemieindustrie trübt sich ein

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25.11.2021

Mainz (dpa/lrs) *16:09 Uhr – Unternehmer setzen Hoffnung auf Wissing – BASF: «Gute Grundlage»

Die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) hat es begrüßt, dass FDP-Generalsekretär Volker Wissing Minister für Verkehr und Digitales in der künftigen Bundesregierung werden soll. «Wissing kennt die Stärken und die Nöte unserer Wirtschaft und wird dieses Wissen sicherlich in seine künftige Arbeit einfließen lassen», sagte LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke. Wissing ist Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen FDP und war viele Jahre Wirtschafts- und Verkehrsminister in Mainz.

BASF-Konzernchef Martin Brudermüller nannte den Koalitionsvertrag am Donnerstag «eine gute Grundlage für die neue Regierung, um Deutschland zukunftssicher zu machen». Entscheidend sei, dass die künftigen Regierungsparteien ihre Geschwindigkeit und Geschlossenheit beibehalten. Die vielen erforderlichen Vorhaben müssten so umgesetzt werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie erhalten und gestärkt werde. «Dies gilt insbesondere für den Energie- und Klimabereich», betonte der Chef des Chemieunternehmens.

Berlin/Hannover (dpa) *16:07 Uhr –IG BCE lobt Koalitionsvertrag – aber einige Bedingungen zur Kohle

Der Koalitionsvertrag der Ampel-Partner mit weitreichenden Plänen zum Klimaschutz und Ökostrom-Ausbau stößt bei der Gewerkschaft IG BCE auf Zustimmung. Im Detail gibt es – wie bei anderen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen – aber auch die Warnung, in der Umsetzung wichtige Punkte nicht außer acht zu lassen.

Der Vorsitzende der drittgrößten deutschen Gewerkschaft, Michael Vassiliadis, nannte das tags zuvor vorgelegte Regierungsprogramm am Donnerstag eine «Agenda des Anpackens». Es zeige die Bereitschaft zu einem mutigen Aufbruch und müsse jetzt mit Leben gefüllt werden.

Ein zentrales Vorhaben sei etwa die finanzielle Förderung der erneuerbaren Energien über Haushaltsmittel statt über die bisherige, umstrittene EEG-Umlage ab Anfang 2023. Zum Ziel eines früheren Kohleausstiegs deutlich vor 2038 – laut Vertrag «idealerweise schon bis 2030» – sagte der IG-BCE-Chef, dass dann auch der Stromnetzausbau und eine übergangsweise Ergänzung durch Gaskraftwerke rechtzeitig gelingen müssten. «Wenn das allerdings nicht schnell genug erfolgt, halte ich das für illusorisch und unverantwortlich.»

Dem angestrebten höheren Tempo bei der Planung und Genehmigung von Wind- und Solaranlagen kommt aus Sicht der Bergbau-, Chemie- und Energiegewerkschaft deshalb eine zentrale Bedeutung zu. Man brauche mehr Investitionen und weniger Bürokratie. Auch müsse der Umbruch durch Weiterbildung flankiert werden: «Das haben SPD, Grüne und FDP erkannt.» Viele der neuen Kapazitäten müssten aber in den bisherigen Braunkohle-Regionen entstehen, wo ältere Jobs absehbar wegfallen.

Berlin (dpa) *14:39 Uhr – Pharmabranche: Politik muss Lehren aus Corona-Pandemie ziehen

Die deutsche Pharmaindustrie fordert von der kommenden Bundesregierung, Lehren aus der Pandemie zu ziehen. «Die Corona-Krise muss zu einem politischen Umdenken und Handeln im Arzneimittelbereich führen», sagte Hans-Georg Feldmeier, Vorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), am Donnerstag in Berlin. Es sei noch nie noch so offensichtlich gewesen, wie existenziell die Bekämpfung von Krankheiten sei. «Dennoch werden Arzneimittel, Impfstoffe und Medizinprodukte zu oft nur als belastender Ausgabenfaktor für das Gesundheitssystem betrachtet», sagt Feldmeier.

Nur mit besseren Rahmenbedingungen lasse sich der Pharmastandort Deutschland stärken. «Es gibt viel zu viele Regulierungen, die einer optimalen Arzneimittelversorgung im Weg stehen», monierte Feldmeier. Als Beispiele nannte er das Preismoratorium für Medikamente, Zwangsrabatte auf Arzneien und «ruinöse» Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Arzneiherstellern bei zugleich steigenden Anforderungen. »Innovative Forschung, umweltgerechte Produktion und verlässliche Lieferketten kann man nicht mit Rabatten finanzieren», kritisierte der BPI-Präsident.

In einem «Masterplan Pharma» forderte der Verband, der rund 270 Unternehmen mit 78 000 Beschäftigten vertritt, unter anderem mehr steuerliche Forschungsförderung, erfolgsabhängige Erstattungsmodelle für Arzneien und eine stärkere Produktion in Europa. Aus Kostengründen müssten viele Pharmaunternehmen ins Ausland ausweichen. Zugleich dürften seit über zwölf Jahren die Preise für Arzneimittel nicht angepasst werden. Der BPI machte sich auch für eine Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf Arzneimittel stark, um das Gesundheitssystem zu entlasten.

Berlin (net) *12:21 Uhr – Medios erwirbt Newco Pharma Gruppe

Medios hat heute eine Vereinbarung über den Erwerb der Newco Pharma abgeschlossen. Die Newco Pharma Gruppe ist ein nationales Netzwerk mit fünf regionalen Herstellbetrieben und Großhandel mit Schwerpunkt in Nord-, West- und Süddeutschland. Sie konzentriert sich auf die Herstellung patientenindividueller Infusionslösungen im Auftrag von spezialisierten Apotheken.

Der Kaufpreis besteht zum einen aus 924.233 neu auszugebenden Medios-Aktien, die durch eine Sachkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital geschaffen werden und einer gestaffelten Sperrfrist von 12 Monaten (50 %) bzw. 24 Monaten (50 %) unterliegen. Zum anderen wird als Kaufpreis ein Barbetrag in Höhe von vorläufig 85,2 Mio. bezahlt. Der endgültige Barbetrag wird auf Basis einer noch zu erstellenden Stichtagsbilanz ermittelt und kann daher vom vorläufigen Barbetrag abweichen.

München (dpa) *00:00 Uhr – Biontech-Bioreaktor wird im Deutschen Museum in München ausgestellt

Ein Herzstück der Corona-Impfstoffproduktion, ein durchsichtiger Behälter mit vielen Schläuchen, soll künftig im Deutschen Museum in München ausgestellt werden. Der Bioreaktor, in dem die allererste Impfstoff-Charge produziert worden sei, finde bald einen Platz in der Abteilung Museumsgeschichte, teilte das Museum mit. «Dieser Bioreaktor steht symbolisch für die überlebenswichtige Rolle, die Forschung und Technik für unsere moderne Gesellschaft spielen», sagt Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums.

Das neue Exponat wird am Donnerstag im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit den Biontech-Gründern Ugur Sahin und Özlem Türec und der Biochemikerin Katalin Karikóein vorgestellt. Im Livestream berichten die drei Biontech-Experten, wie ihre jahrelange Forschung zur mRNA letztendlich zum Durchbruch bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff geführt hat.

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