Newsticker November: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Stimmung in rheinland-pfälzischer Chemieindustrie trübt sich ein

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06.11.2021

Ludwigshafen (dpa) *15:09 Uhr – Erneut gerät Chemikalie in den Rhein – Ermittlungen laufen

Innerhalb weniger Tage ist bei dem dem weltgrößten Chemiekonzern BASF mit Sitz in Ludwigshafen erneut eine Chemikalie in den Rhein gelangt. Wie die Wasserschutzpolizei am Samstag mitteilte, waren beim Umschlag der Ladung eines Tankmotorschiffs etwa 100 Liter Hexamethylendiamin in den Rhein geflossen. Ursache für den Vorfall am Stammwerk des Konzerns am Freitagabend sei vermutlich ein technischer Defekt an Bord des Tankschiffes gewesen. Bei der Chemikalie handle es sich «um einen schwach wassergefährdenden Stoff». Staatsanwaltschaft und Polizei ermittelten wegen einer Gewässerverunreinigung, hieß es.

Ein BASF-Sprecher bestätigte den Vorfall am Samstag. Seinen Angaben zufolge gehört das Tankschiff einer Fremdfirma. Der Schiffsführer habe den Austritt der Chemikalie stoppen können, nachdem er diesen bemerkt habe.

Bereits am Mittwoch waren 30 Kilogramm eines Wirkstoffs für Pflanzenschutzmittel in den Rhein gelaufen. Es handele sich um das Herbizid Metazachlor, hatte der BASF-Konzern mitgeteilt. Aufgrund von Hochrechnungen gehe das Unternehmen von einer Gesamtmenge von etwa 80 bis 90 Kilogramm Metazachlor aus, die am Mittwoch aus dem Betrieb in die Kläranlage gelangt seien. Wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage am Samstag sagte, passierten beide Ereignisse unabhängig voneinander.

Berlin (dpa) *06:01 Uhr – Lieferengpässe bei Medizin: Arzneimittelamt fordert mehr Transparenz

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) will Pharmakonzerne bei Lieferengpässen von Medikamenten stärker in die Pflicht nehmen. «Wir werden mehr Transparenz von der Pharmaindustrie fordern, um noch früher wirkungsvoll gegensteuern zu können», sagte BfArM-Präsident Karl Broich der «Welt am Sonntag». Die Versorgungssituation sei derzeit stabil, aber die Meldung von Engpässen durch die Hersteller sei freiwillig. «Patientinnen und Patienten müssen sich auf eine sichere Arzneimittelversorgung verlassen können. Deshalb werden wir Künstliche Intelligenz und Big Data auch gezielt gegen Lieferengpässe einsetzen», sagte Broich.

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