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Bio-Kraftstoffe Bioethanolwirtschaft erwartet positive Entwicklung beim Verbrauch

| Redakteur: Alexander Stark

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) hat die Marktdaten 2017 für die Produktion von zertifiziert nachhaltigem Bioethanol für Kraftstoffanwendungen veröffentlicht.

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Bioethanolwerk der Nordzucker AG in Stadt Wanzleben-Börde, Sachsen-Anhalt.
Bioethanolwerk der Nordzucker AG in Stadt Wanzleben-Börde, Sachsen-Anhalt.
(Bild: BDBe)

Berlin – Die Produktion in Deutschland erreichte danach im Jahr 2017 rund 0,67 Millionen Tonnen, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 8,8 % entspricht. Der Verbrauch sank leicht um knapp 2,0 % auf rund 1,15 Millionen Tonnen. Positiv ist eine Zunahme des Absatzes von Super E10 und die weitere Verbesserung der Treibhausgasbilanz heimischen Bioethanols: Dieser hat – zuletzt amtlich festgestellt für das Jahr 2016 - die CO2-Emissionen im Vergleich zu fossilem Benzin um 75 % gesenkt. Für das laufende Jahr erwartet der BDBe eine positive Entwicklung beim Bioethanolverbrauch, weil sich die seit Anfang 2017 angehobene Verpflichtung der Mineralölunternehmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen aller Kraftstoffe im Markt auswirken dürfte.

Bioethanol-Produktion 2017

Die in den neuen Bundesländern gelegenen Bioethanolwerke haben im Jahr 2017 insgesamt 672.930 Tonnen Bioethanol aus Industrierüben, Futtergetreide sowie Reststoffen und Abfällen produziert. Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 8,8 %. Dabei wird etwa ein Drittel der pflanzlichen Rohstoffe zu Bioethanol verarbeitet, sonstige pflanzliche Inhaltsstoffe fließen in Eiweißfuttermittel aus Getreide, Kraftfutter aus Industrierüben und sonstige Produkte für die Lebens- und Futtermittelindustrie wie beispielsweise biogene Kohlensäure und Gluten.

Bioethanol-Produktion in Deutschland 2013 - 2017
Bioethanol-Produktion in Deutschland 2013 - 2017
(Bild: BDBe)

Verbrauch 2017

Der deutsche Benzinmarkt wuchs 2017 - wie schon in 2016 – weiter und erzielte einen Absatz von rund 18,3 Millionen Tonnen. Bioethanol erreichte darin einen fast unveränderten Anteil von 6,0 Vol.-%. Es wurden knapp 1,2 Millionen Tonnen Bioethanol für Kraftstoffanwendungen verbraucht, ein Rückgang um 1,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Absatz der bis zu 10 % Bioethanol enthaltenden Kraftstoffsorte Super E10 stieg und betrug über 2,4 Millionen Tonnen. Dies bedeutet einen Marktanteil von 13,4 %. Im Vorjahr waren es mit 2,3 Millionen Tonnen 12,6 % Marktanteil gewesen.

Super E5 erreichte mit 15,0 Millionen Tonnen in 2017 einen etwas geringeren Marktanteil von 82,1 Prozent. Im Vorjahr waren es 15,1 %Millionen Tonnen, dies entsprach einem Marktanteil von 82,8 %. Der Marktanteil von Super Plus betrug mit rund 830.000 Tonnen ähnlich wie im Vorjahr 4,5 %.

In dem Benzinadditiv ETBE (Ethyl-tertiär-butylether), welches mit Bioethanol sowie fossilem Isobuten synthetisiert wird, setzten die Mineralölunternehmen nur noch 111.440 Tonnen Bioethanol ein und damit 13,5 % weniger als im Vorjahr.

Nach vorläufigen Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist der Verbrauch von Bioethanol von Januar bis Ende April 2018 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um mehr als 9 % gestiegen.

Stefan Walter, Geschäftsführer des BDBe, geht davon aus, dass sich die am 01.01.2017 gestiegene Treibhausgas-Minderungsquote in diesem Jahr positiv auf den Einsatz von Bioethanol als Beimischung zu Benzin auswirken wird. Die verbesserte Treibhausgasbilanz heimischen Bioethanols zeige, dass die im Kraftstoffmarkt etablierten Biokraftstoffe einen steigenden Beitrag für den Klimaschutz leisten können. Die Politik solle dies unterstützen, indem sie die Treibhausgasminderungspflicht bereits ab 2019 erhöht und nicht erst ab 2020.

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