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Bio–Basierte Chemikalien Bioamber startet die Produktion von Vernsteinsäure aus Zucker in Ontario

| Redakteur: Dominik Stephan

Bioamber hat mit der Produktion von Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen in Sarnia, Ontario, Kanada, begonnen. Der kanadische Chemiekonzern produziert dort inmitten eines der ältesten Petrochemiecluster des Landes Bernsteinsäure aus Zucker, statt wie üblich aus Erdöl.

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Toronto/Kanada – Die neue 30.000 Jahrestonnen-Anlage ist die größte ihrer Art auf der Welt. Statt, wie üblich, aus Mineralöl, entsteht die Chemikalie dort dank innovativer Biotechnologie aus Glukose, die aus regionaler landwirtschaftlicher Produktion gewonnen wird. Dank dieser neuen, nachhaltigen Form der Herstellung kann Bioamber nach eigenen Angaben seine lokalen Treibhausgasemissionen um 100 Prozent und seine Energiekosten um 60 Prozent gegenüber dem herkömmlichen Verafhren senken.

Die hier hergestellte Bernsteinsäure ist flexibel einsetzbar und wird vor allem bei der Herstellung von Plastik, Farben oder Textilien verwendet. Zu den Großkunden von Bioamber gehören unter anderem Mitsui, DuPont, Cargill und Mitsubishi Chemicals.

“Schlüsselereignis für die Zukunft des Chemie-Parks”

Jean-Francois Huc, CEO Bioamber, erklärte zur Eröffnung: „Wir freuen uns, dass unsere erneuerbaren Chemikalien Alltagsprodukte weltweit ein wenig nachhaltiger machen. Unsere bahnbrechende Biotechnologie wird ein voller Erfolg für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und unsere Aktionäre.“

Brad Duguid, Ontarios Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Beschäftigung und Infrastruktur, kommentierte: „Die Eröffnung der neuen Produktionsstätte von Bioamber ist ein Schlüsselereignis für die Zukunft des Chemie-Parks in Sarnia. Die Produktion nachhaltiger Chemikalien ist ein wirtschaftlicher und umwelttechnischer Erfolg für Ontario und findet somit unsere volle Unterstützung.“

Biokunstoffe in Kanadas Petro–Mekka

Bioamber ist Teil des Chemie-Clusters von Sarnia Lambton im südlichen Ontario. Die Provinzregierung fördert die Ansiedlung von Unternehmen aus der Biochemie- und Biotechnologie-Branche schon seit Jahren. So wurde auch der 141,5 Millionen Dollar teure Bau der neuen Bioamber-Anlage unter anderem mit einem günstigen Darlehen des Wirtschaftsminiserums im Wert von 15 Millionen Dollar unterstützt.

Gebaut wurde das Projekt auf dem Gelände eines ehemaligen Polystar-Komplexes, an dessen Stelle da Spezialichemieunternehmen Lanxess heute einen integrierten Chemiepark betreibt. Sarnia ist einer der größten Petrochemie-Standorte des Landes, nachdem in unmittelbarer Nähe im Sommer 1958 Erdöl gefunden wurde. Durch seine Lage inmitten einer der größten Agrar-Regionen Kanadas und die unmittelbare Nachbarschaft zu den USA ist der Standort hervorragend für neue und alternative Technologien geeignet, erklären Experten.

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