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Endress+Hauser Bilanz: Wachstum leicht über Durchschnitt

| Redakteur: Gerd Kielburger

Im Jahr Eins nach dem Wechsel an der Unternehmensspitze bleibt Endress+Hauser auch unter dem neuen CEO Matthias Altendorf auf dem eingeschlagenen Wachstumskurs. Weniger Greenfield-Projekte, dafür mehr kleinere und mittlere Projekte, mehr Instandhaltung, Wissensvermittlung und Dienstleistungen. Das sind die aktuellen Rahmenbedingungen und Trends. Mit mehr Kollaboration will das Unternehmen nachhaltiger wachsen.

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(Bild: Endress+Hauser)

Bereits das fünfte Jahr in Folge konnten die People for Process Automation, wie sich das Unternehmen selbst nennt, den Nettoumsatz und Auftragseingang auf nunmehr zwei Milliarden Euro verbessern. Elf Prozent lautet das Wachstum inklusive der Umsätze des Laboranalytik-Unternehmens Analytik Jena, an dem man mittlerweile mehr als 92 Prozent hält. Organisch wachsen konnte man dagegen um mehr als sechs Prozent und damit leicht über dem Branchendurchschnitt, der laut ZVEI bei fünf Prozent liegen dürfte.

Keine Frage, die Weltkonjunktur läuft für Endress+Hauser trotz zahlreicher Krisen zufriedenstellend. Wachstumsbranchen waren im letzten Jahr mit großem Abstand die Lebensmittelindustrie, gefolgt von Chemie, Öl/Gasindustrie sowie der Wasser/Abwasserbranche. Ein mäßiges Wachstum verzeichnete man dagegen in den Branchen Schiffbau, Metallverarbeitung und Life Sciences, während die Umsätze in der Kraftwerkstechnik sowie der Grundstoffindustrie sogar rückläufig waren.

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Aufbau von Center of Competence

Erstmals ist der Umsatz außerhalb Europas auf über 50 Prozent gestiegen, wie CEO Matthias Altendorf hervorhebt. Wachstumstreiber des Unternehmens sei unter anderem auch das Geschäft mit Dienstleistungen und Automatisierungslösungen, so der Firmenchef.

„Wir knüpfen hier an unsere Kompetenz in der Messtechnik an und an unser Anwenderwissen. Im Service bauen wir weltweit Kapazitäten für Kalibrierdienstleistungen auf“, ergänzt Altendorf. In der Automatisierung will sich das Unternehmen auf Lösungen in den Bereichen:

  • Durchflussmessung für hochgenaue Verladeanlagen
  • Bestandsführungs- und Logistikanwendungen in der Füllstandmesstechnik
  • Analysesysteme für die Wasseraufbereitung und Qualitätssicherung
  • vertikale Integration der Messwerte in die IT-Systeme der Kunden
  • Energiemonitoring- und Energieeffizienz-Systeme sowie
  • Die digitale Anbindung der E+H-Produkte an die Automatisierungsarchitektur der Kunden mit dem zugehörigen Asset- und Life-Cycle-Management-Systemen konzentrieren.

Diese Lösungen sollen den Kunden in weltweit mit spezialisierten Center of Competence zur Verfügung gestellt werden.

Firmenchef Matthias Altendorf blickt auf ein gutes Jahr 2014 zurück. „Im Service bauen wir weltweit Kapazitäten für Kalibrierdienstleistungen auf.“
Firmenchef Matthias Altendorf blickt auf ein gutes Jahr 2014 zurück. „Im Service bauen wir weltweit Kapazitäten für Kalibrierdienstleistungen auf.“
(Bild: Endress+Hauser)

Wissensvermittlung und Dienstleistungen nehmen zu

„Neben dem Service- und Dienstleistungsgeschäft gewinnt damit auch die Wissensvermittlung bei E+H deutlich an Bedeutung“, unterstreicht auch COO Michael Ziesemer.

Die Verlangsamung des Wachstums verändert nach Einschätzung Ziesemers, der gleichzeitig die Funktion des aktuellen ZVEI-Präsidenten bekleidet, auch in der Prozessautomatisierung den Charakter des Geschäfts.

„An die Stelle der großen Greenfield-Projekte würden zunehmend kleine und mittlere Aufträge treten.“

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