Weißbier im Wärmebild Biergenuß statt Laugengebräu – Sicherheit durch Wärmebildkamera

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Reinigungslauge im Maßkrug? Unmöglich wäre das nicht. Damit die Zeltbesucher auf zahlreichen Herbstfesten, wie z.B. beim Oktoberfest, ihr Bier unbeschwert genießen können, muss die Qualitätssicherung in der Logistik stimmen. Wärmebildkameras in der Produktion und Abfüllung von Bier verhindern die Auslieferung von Fässern mit Reinigungslauge.

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Von diesem Bierfass sollte man lieber keinen kräftigen Schluck nehmen. Im Inneren befindet sich noch ätzende Reinigungslauge anstatt leckerer Hopfenkaltschale – mithilfe der Wärmebildkamera sofort erkannt.
Von diesem Bierfass sollte man lieber keinen kräftigen Schluck nehmen. Im Inneren befindet sich noch ätzende Reinigungslauge anstatt leckerer Hopfenkaltschale – mithilfe der Wärmebildkamera sofort erkannt.
(Bild: Flir)

Frankfurt am Main – Erdinger Weissbräu ist eine der größten Privatbrauereien in Deutschland. Die im Münchener Raum ansässige Brauerei exportiert ihr Bier in mehr als 70 Länder, Tendenz steigend. Alle Produktionsprozesse werden, von der Auswahl und Annahme von Rohstoffen bis zur Abfüllung und Reifung, strengstens überwacht.

So führt Erdinger Weissbräu im Abfüll- und Verpackungsprozess für Bierfässer permanent eine ganze Kette von Sicherheitskontrollen durch. Risikoanalysen und Simulation zeigten aber, dass trotz aller Vorsicht der Fall denkbar gewesen wäre, dass dem Kunden ein Bierfass ausgeliefert wird, das statt mit Bier mit Lauge gefüllt ist.

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Zusätzlicher Kontrollpunkt für Bierfässer

Um derartige Unfälle zu verhindern, schreibt das Qualitätssicherungssystem der Lebensmittelbranche die Schaffung kritischer Kontrollpunkte vor. Trotzdem ist es in der Branche nicht unbekannt, dass solche Fälle vorkommen können. Daher entschied sich die Brauerei dafür, ihren Reinigungs- und Abfüllprozess der Bierfässer vollkommen und lückenlos abzusichern. Eine Risikoanalyse zeigte die Notwendigkeit auf, einen zusätzlichen Kontrollpunkt aufzubauen, damit sich ein mit Lauge gefülltes Fass nicht durch die herkömmlichen Kontrollpunkte 'schleicht'.

Temperaturüberwachung mit Wärmebildkamera

Basierend auf der Tatsache, dass ein Fass mit Lauge eine erheblich höhere Temperatur aufweist als ein mit Bier gefülltes Fass, erwies sich die kontinuierliche Temperaturüberwachung als ein optimaler Lösungsansatz. Fehlerhaft gefüllte Fässer konnten so durch Temperaturmessung leicht identifiziert werden.

Die kontaktlose Temperaturmessung mit Spot-Pyrometer funktionierte bei einer solchen Anwendung nicht ausreichend verlässlich. Daher fiel die Wahl auf eine Wärmebildkamera, die mit der richtigen Einstellung und Interpretation, nahezu fehlerfreie Messungen ermöglicht.

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