Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie Rheinland-Pfalz baut Biotechnologie-Standort mit 100 Millionen Euro aus

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

14.06.2021

Saerbeck, Deutschland (ots/PRNewswire) *09:03 Uhr – Enapter startet die Entwicklung der Elektrolyseur-Massenproduktion

Grünen Wasserstoff so günstig wie möglich zu machen und damit die Energiewende vorantreiben - das hat sich der Elektrolyseur-Hersteller Enapter zum Ziel gesetzt. Dafür will das Unternehmen seine Produktionskapazitäten signifikant steigern. Dem Bau der ersten Massenfertigungsanlage geht nun die Entwicklung der dafür benötigten Maschinen voran, die die Produktion der Elektrolyseure in Zukunft automatisieren.

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung & Energie des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt den Ansatz zur Maschinenentwicklung für die Massenproduktion nun mit insgesamt rund 9.36 Millionen Euro. Bis zu 66 Mitarbeiter*innen arbeiten an dem Projekt. Sie sind Teil der mehr als 300 Arbeitsplätze, die am Enapter Campus in der Klimakommune Saerbeck, NRW, entstehen sollen.

Begleiten wird das Projekt die FH Münster, die vor allem im Bereich der Elektrochemie wissenschaftliches Know-how beisteuert. Die neue Fertigungsanlage ermöglicht dabei nicht nur die Massenproduktion der Komponenten der AEM Elektrolyseure, sondern auch die automatisierte Montage und Prüfung der fertigen Elektrolyseur-Module.

11.06.2021

Mainz (dpa/lrs) *12:04 Uhr – Rheinland-Pfalz baut Biotechnologie-Standort mit 100 Millionen aus

Mehr als 100 Millionen Euro für die Lebenswissenschaften in den nächsten zehn Jahren und der Mainzer Universitätspräsident Georg Krausch als Koordinator: die Landesregierung will Rheinland-Pfalz zum weltweit führenden Standort der Biotechnologie ausbauen. Die 100 Millionen Euro sollen mit Bundes- und privaten Mitteln verdoppelt werden und weitere zehn Millionen Euro in der gerade begonnenen Wahlperiode als Schwerpunktinvestition hinzukommen. Das kündigten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Clemens Hoch (beide SPD) am Freitag in Mainz an.

Dies bedeute zugleich gute qualifizierte Arbeitsplätze. Die Biotechnologie-Branche in Deutschland entwickele sich dynamisch. Allein in Mainz sei die Zahl der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung von 2135 (2017) auf mehr als 3000 (Mitte 2020) gestiegen.

Ein Musterbeispiel dafür, dass aus Kooperation Großes entstehe, sei Curatime, sagte Dreyer. Der Zusammenschluss aus dem gemeinnützigen Forschungsinstitut für Translationale Onkologie, der Unimedizin und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) habe es zusammen mit 14 anderen von 117 Anträgen in die Endauswahl des Zukunftsclusterwettbewerbs des Bundesforschungsministeriums geschafft. Hoch verwies auf weitere Schwerpunkte an den Unis in Trier und der Technischen Hochschule in Bingen.

10.06.2021

Erlangen (dpa/lby) *15:16 Uhr – Explosion bei Chemie-Experiment an Uni – Studierender verletzt

Bei einem missglückten Chemie-Experiment ist ein Studierender an der Universität Erlangen leicht verletzt worden. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten am Donnerstag mit mehreren Fahrzeugen aus, nachdem die automatische Brandmeldeanlage sie nach der Explosion alarmiert hatte. Das Unigebäude wurde geräumt.

Glücklicherweise sei es nur eine kleine Explosion gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Sanitäter behandelten die verletzte Person und brachten sie wegen des Verdachts einer Rauchvergiftung vorsorglich ins Krankenhaus. Die Feuerwehr machte die chemischen Stoffe unschädlich, die bei dem Experiment verwendet wurden. Die Ursache für die Verpuffung war zunächst unklar.

Essen (dpa) *15:01 Uhr – Evonik arbeitet an neuem Transportmechanismus für mRNA-Medikamente

Der Spezialchemiekonzern Evonik kooperiert mit der US-Universität Stanford bei der Suche nach neuen Möglichkeiten, mRNA-basierte Medikamente an die richtigen Stellen im Körper zu transportieren. Ziel der auf drei Jahre angelegten Zusammenarbeit mit den Forschern in Kalifornien ist die Entwicklung einer Technologie, die über die bisherigen Möglichkeiten von Lipid-Nanopartikeln hinausgeht, wie Evonik am Donnerstag in Essen mitteilte.

Hierzu werde ein polymerbasiertes System entwickelt, das das Unternehmen lizenzieren und vermarkten werde. So sollen die Anwendungsmöglichkeiten von mRNA-Therapeutika erweitert werden, um künftig auch Krankheiten wie Krebs und Aids besser bekämpfen zu können.

Im Erfolgsfall würde Evonik damit sein Produktangebot rund um die mRNA-Transporttechnologie vergrößern und den Portfolioumbau der Sparte Nutrition & Care hin zu Systemlösungen vorantreiben. In der Sparte soll der Anteil solcher Systemlösungen von heute 20 Prozent bis 2030 auf mehr als 50 Prozent steigen.

Aktuell produziert Evonik bereits Lipid-Nanopartikel (LNP) für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer. Aktuell werde Evoniks zugängliches Marktpotenzial für LNP-basierte Liefersysteme bis 2026 auf über 5 Milliarden US-Dollar geschätzt, hieß es weiter. Allerdings nimmt der Wettbewerb in diesem Bereich auch zu.

St Gallen, Schweiz (TE Communications) *09:02 Uhr – Bidens Lockerung von Sanktionen gibt Auftrieb für chinesische Chemieindustrie

US-Präsident Biden änderte das Verbot amerikanischer Investitionen in chinesische Unternehmen, von denen angenommen wird, dass sie mit dem chinesischen Militär in Verbindung stehen, und untersagte amerikanische Investitionen in 59 chinesische Unternehmen. Insbesondere Sinochem und Chemchina unterliegen nicht dem aktualisierten Verbot, was dazu führte, dass die Anleihen von Chemchina auf die Nachricht hin anzogen.

Baku, Aserbaidschan (ots/PRNewswire) *03:12 Uhr – Baku beginnt mit dem Bau eines strategischen Düngemittelterminals

Baku International Sei Trade Port CJSC hat den Beginn des Baus eines Düngemittelterminals in seiner neuen Anlage in Aalt, Aserbaidschan, bekannt gegeben. Der strategische Terminal wird gemeinsam von der aserbaidschanischen Regierung und dem Hafen von Baku finanziert. Er soll bis Ende 2022 in Betrieb genommen werden.

Die Investitionsentscheidung resultierte aus einer Machbarkeitsstudie, die ein erhebliches Potenzial für den Umschlag von Düngemitteln aus den zentralasiatischen Binnenländern über Aserbaidschan in westliche Märkte aufzeigte. Drei ressourcenreiche Staaten Zentralasiens - Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan - verfügen über Produktionskapazitäten für verschiedene Düngemittel, darunter Harnstoff, Schwefel und Kaliumkarbonat, die 6,6 Millionen Tonnen jährlich übersteigen. Alle drei Länder haben stark in den Bau von Produktionsanlagen für Düngemittel investiert, um das potenzielle Exportvolumen zu erhöhen. Die kürzlich eingeweihte Düngemittelfabrik Garabogaz am Ostufer des Kaspischen Meeres in Turkmenistan kann allein 1,2 Millionen Tonnen Harnstoff pro Jahr produzieren, davon mehr als 90 Prozent für den Export.

Der neue Düngemittelterminal soll eine Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr haben. Die Anlage wird über zwei Lagerhallen mit einer Gesamtkapazität von 60.000 Tonnen und Fördersysteme verfügen, um die verschiedenen Düngemitteltypen direkt in die Lagerhallen oder in Waggons/Schienenbunker an einer neu konzipierten Waggonverladestation zu entladen. Die Hafenbehörde plant, den Terminalbetrieb über eine langfristige Konzession zu verpachten und steht derzeit in Verhandlungen mit potenziellen Bietern.

Calgary (dpa) *00:46 Uhr – Umstrittenes Pipeline-Projekt Keystone XL endgültig gescheitert

Das seit vielen Jahren von Umweltschützern bekämpfte Öl-Pipeline-Projekt Keystone XL ist von seinen Betreibern endgültig abgeblasen worden. Nach Prüfung der verbleibenden Optionen und Rücksprache mit der Regierung der kanadischen Provinz Alberta sei das Vorhaben beendet worden, teilte die TC Energy Corporation am späten Mittwoch (Ortszeit) in Calgary mit. Damit endet ein langer und zäher Konflikt zwischen der Ölindustrie und Umweltschützern, der auch Gerichte und die Politik in den USA und Kanada intensiv beschäftigte.

Die Entscheidung des Unternehmens und der kanadischen Provinz kommt wenig überraschend. US-Präsident Joe Biden hatte die von Vorgänger Donald Trump erteilte Erlaubnis für den Bau nach seinem Amtsantritt wieder zurückgenommen. Biden folgte damit der Linie von Ex-Präsident Barack Obama, der das Projekt, bevor Trump ins Amt kam, bereits wegen Umweltbedenken untersagt hatte. Keystone XL sollte ein bestehendes Pipeline-System ergänzen, um mehr Öl in die USA zu bringen. Umweltschützer fürchteten klimaschädliche Treibhausgase und Lecks.

09.06.2021

Frankfurt/Main (dpa) *10:00 Uhr – Chemiebranche nach gutem ersten Quartal für 2021 noch optimistischer

Nach einem guten ersten Quartal rechnet die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie im Gesamtjahr 2021 mit noch besseren Geschäften als zuletzt erwartet. Die Branche prognostiziert nun ein Produktionsplus von 4,5 (bisher 3) Prozent und ein Umsatzwachstum von 8 (5) Prozent auf rund 206 Milliarden Euro. Profitieren dürften die Hersteller nach Einschätzung des VCI auch von Preissteigerungen um voraussichtlich 3,5 Prozent.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres setzte die Branche ihren Aufwärtstrend fort. Produktion und Umsatz lagen wieder über Vorkrisenniveau. Insgesamt lag die Chemie- und Pharmaproduktion in Deutschland um 1,1 Prozent höher als im Vorquartal und um 0,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der Branche stieg im Vergleich zum Vorquartal um 3,6 Prozent auf 51,3 Milliarden Euro. Das erste Quartal 2020 wurde damit um 1,1 Prozent übertroffen. Die Zahl der Arbeitsplätze blieb stabil bei 464 400.

08.06.2021

Stuttgart (dpa/lsw) *15:09 Uhr – Landesgesundheitsminister: Curevac-Impfstoff nicht vor August

Die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Tübinger Firma Curevac dauert länger als geplant. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bestätigte am Dienstag in Stuttgart, dass sich das Verfahren weiter verzögern wird. Zuletzt hatte es geheißen, man rechne mit einer Zulassung im Juni. Lucha sagte, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe in der Gesundheitsministerkonferenz mitgeteilt, «dass wir nach der derzeitigen Situation leider erst realistisch im August erwarten können, dass der Curevac-Impfstoff zulassungsfähig appliziert werden kann oder zugelassen wird.» Der Grünen-Politiker erklärte, dass es bei der von Curevac durchgeführten klinischen Studie zu dem Vakzin «Komplikationen» gebe.

Zuvor hatte «Business Insider» berichtet, dass Spahn in der Konferenz berichtet habe, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) «nicht vor August» mit einer Zulassung des Curevac-Mittels rechne. Bei der Studie gebe es noch nicht genug Teilnehmer. Noch Ende Mai hatte es demnach in internen Lieferprognosen der Bundesregierung geheißen, dass bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen von Curevac kommen, bis Ende September 9,4 Millionen und im letzten Quartal 28,9 Millionen. In den aktualisierten Prognosen von Juni tauche Curevac nun für dieses Jahr gar nicht mehr auf.

07.06.2021

Neu Delhi (dpa) *16:38 Uhr – Feuer in indischer Chemieanlage – mindestens 15 Tote

Bei einem Brand in einer Chemiefabrik in Indien sind mindestens 15 Arbeiter gestorben. Mindestens zwei weitere Menschen dürften noch im Gebäude sein, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Zunächst war unklar, was den Brand verursachte. Das Feuer in der Stadt Pune sei nach mehreren Stunden unter Kontrolle gebracht worden.

04.06.2021

Mailand (ots/PRNewswire) *16:40 Uhr – Nextchem erhält Engineering-Auftrag von Total Energies für Bio-Jet-Anlage

Maire Tecnimont gibt bekannt, dass ihre Tochtergesellschaft Nextchem einen Auftrag von Total Energies zur Durchführung eines FEED und zur Bereitstellung von technologischem Know-how zur Umsetzung einer Anlage für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) in Grandpuits, Frankreich, erhalten hat, die 400.000 Tonnen/Jahr verarbeiten kann. Das Projekt ist Teil des Plans, die Grandpuits-Raffinerie in eine Null-Rohöl-Plattform umzuwandeln. Dazu soll auch eine Bio-Raffinerie gehören, in der Nextchem bereits Europas erste Anlage zur Herstellung von kompostierbaren und biologisch abbaubaren Kunststoffen mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen/Jahr entwickelt.

Die Bio-Jet-Anlage, die 2024 in Betrieb genommen werden soll, wird die Rolle von Nextchem in der Netto-Null-Strategie von Total Energies als wesentlicher Bestandteil der Null-Rohöl-Plattformentwicklung der Grandpuits-Raffinerie, bekannt als "Projet Galaxie", stärken.

Das "Projet Galaxie" wird Bio-Jet-Kraftstoffe mittels der Behandlung tierischer Fette aus Europa und mit gebrauchtem Speiseöl herstellen. Diese neue Einheit wird an Frankreichs Roadmap für nachhaltige Biokraftstoffe in der Luftfahrt angepasst, die ein Ziel von 2 % bis 2025 und von 5 % bis 2030 vorsieht.

Münster (ots) *12:02 Uhr – BMWi nominiert GET H2 Wasserstoffprojekte für EU-Förderung

Mit 8 Mrd. Euro Fördergeldern von Bund und Land soll der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland vorangetrieben werden. 230 Anträge waren im Programm „Wichtige Projekte von gemeinsamem europäischem Interesse“ (IPCEI) eingegangen. Auf der Shortlist, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer veröffentlicht haben, sind die GET H2 Partner mit ihren Projekten sehr stark vertreten.

An 19 der 62 Projekte, die für eine Förderung in Frage kommen, sind Partnerunternehmen der Initiative GET H2 maßgeblich beteiligt. Insbesondere im Bereich Infrastruktur (8 von 14 Projekten) und Erzeugung (8 von 19 Projekten) sind die GET H2 Partner stark vertreten. Mit auf der Shortlist sind auch sechs Bausteine aus einem Konsortialprojekt der GET H2 Partner bp, Evonik, Nowega, OGE, RWE, Salzgitter AG und Thyssengas. Die Unternehmen wollen dabei Erzeugung, Transport, Speicherung und industrielle Nutzung von grünem Wasserstoff über eine grenzüberschreibende Infrastruktur zwischen Lingen, Ruhrgebiet, der niederländischen Grenze und Salzgitter verbinden.

Die Partner von GET H2 begrüßen die Richtungsentscheidung des BMWi, mit der Shortlist einen starken Fokus auf die Vernetzung zentraler Projekte und auf Industriezweige mit hohem CO2-Einsparpotenzial zu legen. Der praxisorientierte, vertrauensvolle Austausch innerhalb der Initiative GET H2 hat schon im Vorfeld dazu beigetragen, dass durch die Partner Projekte eingereicht wurden, mit denen die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Wasserstoff abgebildet und effizient vernetzt wird.

02.06.2021

Teheran (dpa) *20:16 Uhr – Großbrand in Ölraffinerie in Teheran

In einer Ölraffinerie in der iranischen Hauptstadt Teheran ist es am Mittwoch zu einem Großbrand gekommen. Einsatzkräfte konnten nach zwei Stunden das Feuer unter Kontrolle bringen, wie ein Sprecher der Anlage dem Staatssender IRIB sagte. Tote und Verletzte gab es demnach nicht. Die Raffinerie Schahid Tondgujan im Süden der Hauptstadt werde wohl eine Weile stillgelegt werden.

Auslöser des Brands war die Explosion einer Gasölleitung. Spekulationen über einen Sabotageakt wies der Sprecher zurück. Es gebe eine technische Ursache, die in den nächsten Tagen genauestens geprüft werde. Bis dahin sei auch das Ausmaß der Schäden noch unklar.

Alle Krankenhäuser in der Nähe der Raffinerie waren in Alarmbereitschaft wegen möglicher Schwerverletzter. In mehreren Stadtteilen im Süden Teherans waren laut Augenzeugen riesige Rauchwolken zu sehen.

Hallein (dpa) *14:16 Uhr – Chemieunfall an österreichisch-bayerischer Grenze endet tödlich

Bei einem Chemieunfall in einer österreichischen Fabrik an der Grenze zu Bayern ist ein Arbeiter ums Leben gekommen. Nach einem Austritt von Schwefeldioxid sei der Mann an der Unfallstelle gestorben, teilte das Zellstoffwerk Austrocel Hallein mit. In den Morgenstunden wurden Anwohner in Hallein aufgerufen, in Innenräumen zu bleiben sowie Fenster und Türen zu schließen. Bis zum Vormittag wurde diese Warnung jedoch wieder aufgehoben.

Die bayerische Polizei im nahen Bad Reichenhall sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass dort keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe. Auf der österreichischen Seite der Grenze durften die Anwohner zwar wieder ins Freie. Die Behörden in Hallein empfahlen jedoch weiterhin, Kellerräume zu meiden, da das schwere Gas Schwefeldioxid dorthin absinken könnte.

Planegg (dpa) *14:00 Uhr – Milliardenübernahme: Morphosys kauft US-Biotechfirma Constellation Pharmaceuticals

Milliardenzukauf für das Biotech-Unternehmen Morphosys: Der MDax-Konzern will den US-Anbieter Constellation Pharmaceuticals für 34 Dollar je Aktie in bar übernehmen, wie Morphosys am Mittwoch in Planegg bei München mitteilte. Dies entspreche einem Eigenkapitalwert von 1,7 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro). Die Übernahme sei bereits von den Führungsgremien beider Unternehmen genehmigt worden und werde voraussichtlich im dritten Quartal abgeschlossen, hieß es weiter.

Hallein (dpa) *09:33 Uhr – Giftgasaustritt: Chemieunfall an österreichisch-bayerischer Grenze

Nach einem Chemieunfall in einer österreichischen Fabrik an der Grenze zu Bayern wird ein Todesopfer befürchtet. Der Arbeiter konnte noch nicht geborgen werden, wie eine Sprecherin des Zellstoffwerkes Austrocel Hallein der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte. Nach dem Austritt von Schwefeldioxid in den Morgenstunden wurden Anwohner in Hallein aufgerufen, in Innenräumen zu bleiben sowie Fenster und Türen zu schließen. Bis zum Vormittag wurde die Warnung jedoch wieder aufgehoben.

Ob auch grenznahe Gemeinden in Bayern informiert wurden, konnte die Sprecherin nicht sagen. Sie gehe jedoch davon aus, dass nach dem Unfall alles Nötige in die Wege geleitet worden sei, sagte sie. Austrocel stellt Textilfasern aus Holz her und produziert zusätzlich Strom und Fernwärme.

01.06.2021

Brüssel/Amsterdam (dpa) *19:51 Uhr – Biontech/Pfizer kann Impfstoff-Produktion in Belgien hochfahren

Biontech/Pfizer kann in seinem Werk im belgischen Puurs die Produktion von Corona-Impfstoff weiter hochfahren. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfahl am Dienstag, dort weitere Herstellungs- und Abfüllungskapazitäten zu genehmigen. Dies werde «erhebliche und sofortige Auswirkungen auf die Versorgung» mit dem Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und deren US-Partner Pfizer in der EU haben, erklärte die EMA.

Biontech/Pfizer bestätigte auf Anfrage, man sei dabei, die Impfstoffkapazität auszuweiten. Die EMA-Empfehlung werde die Bemühungen unterstützen, im laufenden Jahr mehr als 2,5 Milliarden Dosen Impfstoff auszuliefern und im nächsten Jahr möglicherweise noch mehr.

Die EMA stellte bei ihrer Prüfung fest, dass die Fabrik in Puurs durchgängig Impfstoffe hoher Qualität produzieren könne. Dies ermögliche es Biontech/Pfizer, die Mengen der dort hergestellten Impfstoffe zu steigern.

Tübingen (dpa/lsw) *19:00 Uhr – Curevac sammelt weiter Daten für Zulassung

Während seit Monaten Impfstoffe der Konkurrenz verabreicht werden, werden für die Zulassung des Vakzins des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac weiter Daten gesammelt. Sie sollen nach wie vor noch im Juni vorliegen, wie ein Sprecher am Dienstag bekräftigte. «Diese werden es uns ermöglichen, das rollierende Zulassungsverfahren mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zu finalisieren.» Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Das unabhängige Data Safety Monitoring Board (DSMB) sehe keine Sicherheitsbedenken für den Impfstoff CVnCoV, teilte der Sprecher mit. Zudem habe es bestätigt, dass die Studie weiter fortgesetzt werde, um eine ausreichende Anzahl von Daten für die Durchführung einer statistisch signifikanten Wirksamkeitsanalyse zu sammeln.

Genf (dpa) *17:35 Uhr – WHO erteilt zweitem chinesischen Corona-Impfstoff Notfallzulassung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einem zweiten chinesischen Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung erteilt. Es handelt sich um das Präparat der Firma Sinovac. Die WHO bescheinigte dem Impfstoff mit der Zulassung am Dienstag, dass höchste Standards in Bezug auf Wirksamkeit und Herstellung eingehalten werden.

Nach der Beurteilung des unabhängigen WHO-Beraterstabs für Impfstoffe (SAGE) verhindert der Impfstoff bei 51 Prozent der Geimpften jegliche Krankheitssymptome. Bei 100 Prozent wurden eine schwere Covid-19-Erkrankung und ein Krankenhausaufenthalt verhindert.

Mit der Zulassung können UN-Organisationen das Mittel kaufen und verteilen. Darunter ist das internationale Impfprogramm Covax, auf das sich vor allem ärmere Länder bei der Zuteilung von Corona-Impfstoffen verlassen. Der Impfstoff der chinesischen Firma Sinopharm hatte die WHO-Zulassung bereits am 7. Mai bekommen.

Länder, die keine eigene Regulierungsbehörde haben, nehmen die WHO-Entscheidung oft als Grundlage für ihre eigene Zulassung. Für die EU, die USA und andere Länder mit Regulierungsbehörden hat die Notfallzulassung der WHO keine Bedeutung. Sie prüfen Wirkstoffe selbst und entscheiden über eine Zulassung.

Eine WHO-Notfallzulassung (EUL - Emergency Use Listing) gibt es bislang für die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Janssen/Johnson & Johnson, Moderna und Sinopharm.

Washington (dpa) *17:04 Uhr – «Baby Powder»-Milliardenurteil gegen Pharmariesen J&J bleibt bestehen

Der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) ist mit seinem Einspruch gegen ein milliardenschweres Schadenersatzurteil wegen angeblich krebserregender Körperpflegeprodukte beim Obersten US-Gericht abgeblitzt. Der Supreme Court entschied am Dienstag, sich nicht mit dem Fall zu befassen und wies die Berufung somit zurück.

Der Pharma- und Konsumgüterkonzern war im Juli 2018 von einer Geschworenenjury zunächst zu Schadenersatz- und Strafzahlungen in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar an 22 Klägerinnen verurteilt worden. Im Juni 2020 verringerte ein Berufungsgericht im Bundesstaat Missouri die Summe auf 2,1 Milliarden Dollar (1,7 Mrd Euro).

Geklagt hatten Frauen, die an Eierstockkrebs erkrankt waren. Die Klägerinnen, von denen einige inzwischen gestorben sind, machten J&J-Produkte wie das angeblich mit Asbest kontaminierte Körperpflegepuder «Baby Powder» für ihre Leiden verantwortlich. Sie warfen J&J vor, Gesundheitsgefahren verschwiegen zu haben.

Johnson & Johnson hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Das Unternehmen aus New Brunswick im Bundesstaat New Jersey ist in den Vereinigten Staaten jedoch mit Zehntausenden weiteren Klagen konfrontiert und hat den Verkauf des umstrittenen «Baby Powder» in den USA und Kanada bereits im vergangenen Jahr eingestellt.

Karlsruhe (dpa) *11:23 Uhr – Pharmakonzern Bayer weder in deutschen noch EU-Grundrechten verletzt

Das Bundesverfassungsgericht hat eine Klage aus dem Bayer-Konzern wegen der Zulassung eines fremden Tierarzneimittels für den deutschen Markt nach umfangreicher Prüfung abgewiesen. Die beiden klagenden Tochterunternehmen seien weder in deutschen noch in europäischen Grundrechten verletzt, teilte das Gericht in Karlsruhe am Dienstag mit. Grundgesetz und Grundrechte-Charta der Europäischen Union führten hier zum selben Ergebnis.

Das Medikament, Baytril, stammt im Original von Bayer. Inzwischen sind auch Nachahmerpräparate anderer Hersteller auf dem Markt. In dem Verfahren ging es um den Schutz von Dokumenten zu möglichen Umweltrisiken, die im Jahr 2004 auf Wunsch der britischen Zulassungsbehörden bei Bayer erstellt worden waren. Ein slowenisches Pharmaunternehmen hatte wenig später für die Zulassung seines Generikums in Großbritannien auf die Bayer-Daten zurückgegriffen. Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wiederum hatte diese britische Zulassung später anerkannt.

Die beiden Bayer-Töchter hatten gegen den so zustande gekommenen Zulassungsbescheid geklagt - die Daten seien Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse. Gerichte bis hoch zum Bundesverwaltungsgericht hatten die Klage allerdings abgewiesen. Nun blieb auch die bereits im Jahr 2014 eingereichte Verfassungsbeschwerde erfolglos.

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