Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie Projekt für grünes Methanol startet in Leuna

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

15.06.2021

Leuna (dpa/sa) *11:33 Uhr – Projekt für grünes Methanol startet in Leuna

In Leuna ist ein Projekt zur Herstellung von grünem Methanol gestartet. Im Hydrogen Lab könne Methanol aus kohlenstoffarm produziertem Wasserstoff und abgetrenntem Kohlendioxid hergestellt werden, teilten die Projektpartner am Dienstag mit. Beteiligt sind der Energiekonzern Total, das Elektrolyseunternehmen Sunfire, das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) und das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP). Grünes Methanol sei ein wichtiger Ansatz zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen, heißt es in der Mitteilung. Total produziert den Angaben zufolge in Leuna auf Basis fossiler Rohstoffe aktuell rund 700 000 Tonnen Methanol pro Jahr und ist damit der größte Methanolproduzent in Europa.

14.06.2021

Gaithersburg (dpa) *15:20 Uhr – Studie: Corona-Impfstoff von Novavax schützt vor Covid-19

Ein Impfstoff-Kandidat des US-Herstellers Novavax bietet nach Unternehmensangaben einen hohen Schutz vor Covid-19. Die Wirksamkeit des Impfstoffs NVX-CoV2373, der zweimal gespritzt werden muss, liege nach den Ergebnissen einer Phase-3-Studie bei 90,4 Prozent, teilte Novavax am Montag mit. Das bedeutet, dass bei den Probanden der geimpften Gruppe rund 90 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe. Der Schutz vor mittelschweren und schweren Erkrankungsverläufen lag demnach sogar bei 100 Prozent.

Generell sei die Impfung gut vertragen worden, hieß es weiter. Teilnehmer berichteten demnach über zeitweilige Schmerzen an der Einstichstelle sowie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. An der Studie hatten 29 960 Menschen ab 18 Jahren in den USA und Mexiko teilgenommen.

NVX-CoV2373 ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff - wie die Präparate von Biontech und Moderna - noch ein Vektor-Impfstoff wie der von Astrazeneca: Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen.

Die Entwicklung des Impfstoffs war von der US-Regierung finanziell stark gefördert worden. Im dritten Quartal des Jahres wolle man eine Zulassung beantragen, hieß es von Novavax. In der EU läuft seit Februar ein beschleunigtes Prüfverfahren. Dieser sogenannte Rolling-Review-Prozess wird so lange fortgesetzt, bis ausreichend Daten für einen formellen Zulassungsantrag vorhanden sind.

Bis Ende 2021 könnten rund 150 Millionen Dosen des Impfstoffes hergestellt werden, teilte Novavax mit. Da die USA allerdings bereits ausreichend Impfstoff zur Verfügung haben, wird erwartet, dass das Novavax-Präparat vorrangig anderswo eingesetzt werden wird.

Saerbeck, Deutschland (ots/PRNewswire) *09:03 Uhr – Enapter startet die Entwicklung der Elektrolyseur-Massenproduktion

Grünen Wasserstoff so günstig wie möglich zu machen und damit die Energiewende vorantreiben - das hat sich der Elektrolyseur-Hersteller Enapter zum Ziel gesetzt. Dafür will das Unternehmen seine Produktionskapazitäten signifikant steigern. Dem Bau der ersten Massenfertigungsanlage geht nun die Entwicklung der dafür benötigten Maschinen voran, die die Produktion der Elektrolyseure in Zukunft automatisieren.

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung & Energie des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt den Ansatz zur Maschinenentwicklung für die Massenproduktion nun mit insgesamt rund 9.36 Millionen Euro. Bis zu 66 Mitarbeiter*innen arbeiten an dem Projekt. Sie sind Teil der mehr als 300 Arbeitsplätze, die am Enapter Campus in der Klimakommune Saerbeck, NRW, entstehen sollen.

Begleiten wird das Projekt die FH Münster, die vor allem im Bereich der Elektrochemie wissenschaftliches Know-how beisteuert. Die neue Fertigungsanlage ermöglicht dabei nicht nur die Massenproduktion der Komponenten der AEM Elektrolyseure, sondern auch die automatisierte Montage und Prüfung der fertigen Elektrolyseur-Module.

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