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Umfrage der IG BCE

Beschäftigte fordern mehr Einbeziehung in digitalen Wandel

| Redakteur: Alexander Stark

Die Beschäftigten in Deutschland halten eine schlüssige Digitalisierungsstrategie ihrer Unternehmen für überlebenswichtig, fühlen sich von ihren Arbeitgebern aber darüber nur unzureichend informiert, so eine Umfrage der IG BCE.
Die Beschäftigten in Deutschland halten eine schlüssige Digitalisierungsstrategie ihrer Unternehmen für überlebenswichtig, fühlen sich von ihren Arbeitgebern aber darüber nur unzureichend informiert, so eine Umfrage der IG BCE. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die meisten Beschäftigten in der Industrie sehen durch den digitalen Wandel weder ihre Jobs in Gefahr, noch fühlen sie sich dadurch überfordert. Gleichzeitig fühlen sie sich aber von ihren Arbeitgebern darüber nur unzureichend informiert, so eine Umfrage der IG BCE. Die Arbeitgeberseite wollte diese Feststellung nicht so stehen lassen und widersprach umgehend in einer eigenen Mitteilung.

Berlin – Die Gewerkschaft IG BCE hat in einer deutschlandweiten Umfrage Beschäftigte nach den Veränderungen der Arbeit durch die Digitalisierung befragt. Die Beschäftigten in den befragten Branchen haben demnach keine Angst vor der Digitalisierung. Wer sich zu Themen der Digitalisierung weiterbildet, tue dies aber mehrheitlich aus eigenem Antrieb – und nicht, weil er im Betrieb dafür entsprechende Rahmenbedingungen finden würde, lauten die Erkenntnisse des „Monitor-Digitalisierung“. Für die Umfrage hat die Stiftung Arbeit und Umwelt im Auftrag der Gewerkschaft Beschäftigte aus den Branchen der Gewerkschaft befragen lassen – von Chemie- und Pharmaindustrie über Kautschuk- und Kunststoffbranche bis zu Energie- oder Zementwirtschaft. An der Online-Erhebung haben sich bundesweit mehr als 14.000 Menschen beteiligt.

Den Unternehmen stellen die Befragten dabei kein gutes Zeugnis aus. Sie fühlen sich auf dem Weg der Digitalisierung nicht ausreichend mitgenommen und kritisieren mangelnde Qualifizierungskonzepte. Deshalb will die IG BCE in der kommenden Chemie-Tarifrunde eine Qualifizierungsoffensive durchsetzen. Gleichzeitig fordert sie ein Zukunftskonto, das den Beschäftigten angesichts einer stetig wachsenden Arbeitsbelastung Möglichkeiten für mehr Freizeit bieten soll.

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Arbeitgeber widersprechen mangelnder Einbeziehung und fordern mehr Flexibilität

Die Arbeitgeberseite reagiert verschnupft auf die Feststellung, dass die Unternehmen die Beschäftigten nicht ausreichend in die Digitalisierungsstrategie einbeziehen würden. Die Umfrage vermittelt nach Ansicht des BAVC nicht das vollständige Bild zur Digitalisierung in der Chemie-Branche. Die Unternehmen würden sich intensiv mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung auseinandersetzen. Sie arbeiteten an neuen Geschäftsmodellen, würden neue Technologien in den betrieblichen Alltag integrieren und dazu intensiv mit der Belegschaft kommunizieren, so der Arbeitgeberverband. Als positiv bewertete dessen Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller, die Bereitschaft der Beschäftigten, sich mehr für Weiterbildung zu engagieren. Wichtig sei, die Lasten dabei fair zu verteilen. So sollten die Beschäftigten künftig mehr eigene Zeit einbringen, um sich kontinuierlich weiter zu qualifizieren und so die eigene Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten.

Kritisch wertet der Verband hingegen die Forderung der Gewerkschaft nach mehr Freizeit im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Für die nächste Tarifrunde kündigte Stiller an, dass es um mehr Flexibilität gehe, nicht um mehr Freizeit. Flexibler zu arbeiten bedeute nicht, weniger zu arbeiten.

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