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Tamiflu

Behandlung mit Tamiflu erhöht Überlebensraten

15.09.2009 | Redakteur: Olaf Spörkel

Tamiflu (hier mit Neuraminidase) erhöht laut zweier Studien die Überlebensrate von Patienten mit Vogelgrippe (H5N1) oder schwerer saisonaler Grippe.
Tamiflu (hier mit Neuraminidase) erhöht laut zweier Studien die Überlebensrate von Patienten mit Vogelgrippe (H5N1) oder schwerer saisonaler Grippe.

Zwei neue Studien haben gezeigt, dass die Behandlung mit Tamiflu die Überlebensraten von Patienten mit Vogelgrippe (H5N1) oder schwerer saisonaler Grippe erhöht.

Basel/Schweiz, San Francisco/USA – Zwei neue Studien, die an der 49. Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy (ICAAC) in San Francisco vorgestellt wurden, zeigten, dass Tamiflu (Oseltamivir) die Überlebensrate von Patienten, die an der Vogelgrippe (H5N1) oder an einer schweren saisonalen Grippe leiden, signifikant verbessert. So überlebten 53 Prozent der Patienten mit einer H5N1-Infektion, wenn sie mit Tamiflu behandelt wurden, im Vergleich zu zwölf Prozent bei den nicht behandelten Patienten. Die Sterberate von Hochrisikopatienten mit einer schweren saisonalen Grippe wurde im Vergleich zu nicht behandelten Patienten um 37 Prozent gesenkt.

„Daten aus zwei verschiedenen Beobachtungsstudien weisen weiter darauf hin, dass Tamiflu bei Patienten mit einer H5N1-Infektion oder saisonalen Grippe zu einem klinischen Nutzen führt und auch die Überlebenschancen erhöht. Beide Studien bekräftigen die Wichtigkeit von Tamiflu – vor allem für die schwächsten Patienten sowie für jene, die sich mit den gefährlichsten Grippestämmen angesteckt haben“, sagte Jean-Jacques Garaud, globaler Leiter von Pharma Development bei Roche.

Wirkung von Tamiflu

Im Rahmen der multinationalen Studie wurde laut Roche erstmals die H5N1-Infektion beim Menschen systematisch untersucht. Die Studie, die rückwirkend die Ergebnisse von 215 Patienten aus zehn Ländern analysierte, zeigte, dass das H5N1-Virus mit einer äußerst hohen Sterberate von 88 Prozent verbunden ist: Nur elf von 89 Patienten, die keine Behandlung erhielten, überlebten. Im Gegensatz dazu überlebten 45 von 85 Patienten (53 Prozent), die mit mindestens einer Dosis Tamiflu behandelt wurden. Bei einer Untergruppe von Patienten, die Tamiflu innerhalb von zwei Tagen nach Ausbruch der Symptome erhielten, wurde eine höhere Rate erzielt (71 Prozent: fünf von sieben Patienten überlebten).

Die Studie zeigte darüber hinaus, dass Tamiflu bei Patienten, bei denen die Therapie erst sechs bis acht Tage nach Auftreten der Symptome verabreicht wurde, ebenfalls zu einem Überlebensvorteil führen kann im Vergleich zu Patienten, die nicht behandelt wurden. Damit werden wichtige Beweise geliefert, dass auch Grippepatienten mit späten Symptomen behandelt werden sollten.

Eine zweite Studie, die von der Chinesischen Universität Hongkong durchgeführt wurde, untersuchte 760 Patienten, die zwischen 2007 und 2008 mit einer schweren saisonalen Grippe hospitalisiert waren. Die Hälfte dieser Patienten erhielt Tamiflu. Die Mehrheit der Patienten war in fortgeschrittenem Alter (Durchschnittsalter 70±18 Jahre), und 60 Prozent der Patienten hatte bereits bestehende chronische Krankheiten. Die Daten zeigten, dass die Sterberate von Patienten, die mit Tamiflu behandelt wurden, im Vergleich zu unbehandelten Patienten um 37 Prozent tiefer war (3,8 Prozent der behandelten versus sechs Prozent der nicht behandelten. Dies deutet laut Roche darauf hin, dass Tamiflu bei Hochrisikopatienten mit schwerer Grippe zu einer Reduktion der Sterblichkeit führte.

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