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Becherwerke: Senkrechtförderung in explosionsgefährlicher Umgebung: Becherwerke richtig auslegen

Autor / Redakteur: Ingo Neumann / Sabine Mühlenkamp

EC-Becherwerk von Roncuzzi (Wam) im Einsatz mit Cerealien, beschickt von einen Schneckenförderer: Das Funktionsprinzip von Becherwerken ist auf den ersten Blick sehr einfach. Die eigentliche Denkleistung besteht darin, den Förderer an das zu transportierende Schüttgut anzupassen und den Explosionsschutz zu beachten.

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Inspektionsplattform bei einem EI-Becherwerk von Roncuzzi
Inspektionsplattform bei einem EI-Becherwerk von Roncuzzi
(Bild: Wam)

Becherwerke zählen zu den leistungsfähigsten und wirtschaftlichsten Förderorganen, wenn es um die Senkrechtförderung von Schüttgut geht. Sie werden in Rohwaren- und Endproduktlägern eingesetzt, wenn bei der Förderung von Material von einem Anlagenteil zum nächsten ein größerer Höhenunterschied überbrückt werden muss.

Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach: An einem rotierenden Gurt, der auf Umlenkrollen in Kopf- und Fußstation aufgespannt wird, sind Becher befestigt, die das Material in der Fußstation von einem anderen Förderorgan z.B. einer Förderschnecke aufnehmen und durch einen Schacht nach oben zur Kopfstation fördern, wo sie sich in der Abwurfzone durch die Zentrifugalkraft der Umlenkung über den Auslauf entleeren. Auf diese Weise können die unterschiedlichsten Materialien in großen Mengen, schnell und platzsparend in Höhen bis über 40 m gefördert werden.

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Besonders kritisch ist die Auslegung von Becherwerken für explosionsgefährliche Einsatzumgebungen. Gerade in der Müllerei und der Herstellung von Tiernahrung werden oft leichte und pulverige Materialien verarbeitet, die durch ihre Neigung zur Staubbildung eine explosionsgefährliche Atmosphäre schaffen, die Mensch und Anlage extrem gefährden. In solchen Bereichen darf nur entsprechend abgesichertes Equipment eingesetzt werden, um unter allen Umständen zu verhindern, dass sich eine durch die Materialbewegung entstandene Staubwolke durch z.B. Funkenflug oder elektrostatische Entladungen entzündet und zur Explosion gebracht wird.

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