Newsticker September: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Bayerisches Chemieunternehmen zahlt Mitarbeitern Impfprämie

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Firmen zum Thema

08.09.2021

Genf (dpa) *18:13 Uhr – WHO-Chef greift Pharmaindustrie wegen Bevorzugung reicher Länder an

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Prioritäten von Pharmaherstellern bei der Verteilung von Covid-Impfstoffen kritisiert. Tedros Adhanom Ghebreyesus reagierte damit am Mittwoch auf eine Mitteilung des internationalen Branchenverbandes IFPMA, wonach reiche Staaten jetzt über so viele Impfdosen verfügen, dass Dosen an ärmere Staaten abgeben könnten, ohne ihre eigenen Impfkampagnen einzuschränken. «Ich war entsetzt, als ich das gelesen habe», sagte Tedros in Genf. Es sei schon seit langem genug Impfstoff für reiche und arme Länder da.

Laut WHO sind bislang 80 Prozent aller weltweiten Corona-Impfungen in Ländern mit hohen und mittleren Einkommen erfolgt. Noch kein einziges armes Land hat eine Impfrate von zehn Prozent erreicht.

«Wir haben Gleichbehandlung von Beginn an eingefordert - nicht erst, wenn die reichsten Länder versorgt sind», sagte Tedros bei einer Pressekonferenz. «Solange die Firmen und Länder, die das globale Angebot kontrollieren, denken, dass sich die Armen der Welt mit Überresten zufrieden geben sollen, werde ich nicht schweigen.»

Tedros sprach sich erneut gegen Auffrischungs-Impfungen aus. Durch ein Aussetzen dritter Impfungen könnten Menschen in allen Länder schneller vor Covid-19 geschützt werden, sagte er.

Iserlohn (dpa/lnw) *16:36 Uhr – Merkel besucht Pharmahersteller im Sauerland

Bei einem Besuch bei dem mittelständischen Arzneimittelhersteller Medice in Iserlohn im Sauerland hat die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel unternehmerische Wandlungsfähigkeit gelobt. Deutschland sei ein starker Gesundheitsstandort, betonte die CDU-Politikerin bei einem ihrer letzten geplanten Firmenbesuche als Regierungschefin. Große wie mittelständische Gesundheitsunternehmen seien einem starken Wandel unterlegen, den das familiengeführte Unternehmen in Iserlohn mitgestalte. Statt auf bloße Arzneimittelherstellung zu setzen, widme man sich dort zunehmend einem ganzheitlichen Gesundheitsansatz, der gleichzeitig im Sinne der Kreislaufwirtschaft ökologisch verträglich sei. Auch Nachhaltigkeit und Digitalisierung seien wichtige Themen, die man verfolge, hob sie hervor. Wie hier mutig vorangegangen werde, sei ein hoffnungsvolles Signal auch an andere Mittelständler.

Gemeinsam mit CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak war Merkel am Dienstag in dessen Wahlkreis im Sauerland gereist, um Medice besser kennen zu lernen. Der fast ausschließlich in Iserlohn produzierende Hersteller von Medikamenten etwa für die Bereiche Nierenheilkunde und Zentrales Nervensystem ist nach eigenen Angaben den letzten Jahren stark gewachsen. Dort sind inzwischen fast 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Der jährliche Umsatz betrage fast 300 Millionen Euro.

Frankfurt/Main (dpa) *14:28 Uhr – Chemie- und Pharmabranche plant höhere Forschungsausgaben

Die deutsche Chemie- und Pharmabranche will trotz der Pandemie mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren. Die Branche dürfte 2021 mit 14 Milliarden Euro ihren Rekord-Forschungsetat vom vergangenen Jahr übertreffen, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch mitteilte.

2020 steckten Chemie- und Pharmaunternehmen mit 13,7 Milliarden Euro rund 2,5 Prozent mehr in Forschung und Entwicklung als im Jahr zuvor. «Wesentlicher Treiber für diesen Anstieg war die Forschung für Impfstoffe gegen das Coronavirus und für Medikamente, um Covid-19-Patienten zu behandeln», sagte der Chef des VCI-Forschungsausschusses, Thomas Wessel.

Die Forschungsabteilungen der Unternehmen blickten optimistisch auf das laufende Jahr, hieß es weiter. So planten rund 53 Prozent der Unternehmen, ihre Forschungstätigkeiten konstant zu halten. Über ein Drittel wollten ihre Forschungsarbeiten ausdehnen.

Allerdings müssten sich die Bedingungen für Forschung und Innovation am heimischen Standort verbessern, forderte der Verband. «Gerade mit Blick auf den Green Deal der EU sehen viele Firmen unserer Branche schwarz, wenn es um Innovationen geht», sagte Wessel. Die Unternehmen sorgten sich vor allem darum, wie diese Regelungen gestaltet würden. Im Rahmen des Green Deals hat sich die EU zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften.

Hinzukomme, dass sich der Forschungsstandort Deutschland auf einen immer stärker werdenden Wettbewerb einstellen müsse. Der härteste Wettbewerb komme aus China und den USA, aber auch andere Schwellenländer holten stark auf, sagte Gerd Romanowski, VCI-Geschäftsführer für Wissenschaft, Technik und Umwelt. Deutschland ist demnach der viertgrößte Forschungsstandort für Chemie und Pharma.

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