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Übernahmeangebot

Bayer will norwegisches Pharmaunternehmen Algeta übernehmen

| Redakteur: Doris Popp

Dr. Marijn Dekkers, Bayer-Vorstandsvorsitzender: „Mit Algeta verbindet uns bereits die erfolgreiche gemeinsame Entwicklung und Vermarktung des Krebsmedikaments Xofigo“.
Dr. Marijn Dekkers, Bayer-Vorstandsvorsitzender: „Mit Algeta verbindet uns bereits die erfolgreiche gemeinsame Entwicklung und Vermarktung des Krebsmedikaments Xofigo“. (Bild: Bayer)

Der Bayer-Konzern will sein Onkologie-Portfolio weiter stärken und hierfür das norwegische Pharmaunternehmen Algeta ASA, Oslo, übernehmen.

Leverkusen, Oslo/Norwegen – Bayer hat mit der Verwaltung (Board of Directors) von Algeta eine Einigung über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot erzielt. Danach bietet Bayer den Algeta-Aktionären 362 NOK je Aktie in bar. Das Angebot bewertet Algeta mit einem Eigenkapitalwert von 17,6 Milliarden NOK (2,1 Milliarden Euro) und einem Unternehmenswert von 16,2 Milliarden NOK (1,9 Milliarden Euro). Der Angebotspreis entspricht einer Prämie von 37 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 25. November 2013 – dem Tag, bevor Algeta bestätigte, dass das Unternehmen ein vorläufiges, nicht bindendes Übernahmeangebot von Bayer erhalten hatte – bzw. einer Prämie von 48 Prozent gegenüber dem gewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate vor dem 25. November 2013.

Das Board of Directors von Algeta unterstützt das Angebot von Bayer einstimmig und empfiehlt den Aktionären, es anzunehmen. Darüber hinaus haben Aktionäre, die insgesamt rund 14 Prozent der Algeta-Aktien repräsentieren, Bayer die Andienung ihrer Aktien bereits zugesagt – darunter alle Mitglieder des Board of Directors sowie der größte Algeta-Aktionär HealthCap IV.

Bayer will das Angebot über eine Tochtergesellschaft der Bayer Nordic SE unterbreiten, sobald das Dokument von der Oslo Stock Exchange freigegeben ist. Das Angebot steht unter verschiedenen Bedingungen - so müssen Bayer mindestens 90 Prozent der Algeta-Aktien angedient werden. Zudem bedarf der Vollzug der Transaktion noch der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden. Die Angebotsunterlage, die sämtliche Bedingungen des Angebots enthält, soll den Algeta-Aktionären voraussichtlich im Januar 2014 zugesandt werden. Bayer erwartet den Abschluss des Übernahmeangebots im 1. Quartal 2014.

Bayer und Algeta unterhalten seit 2009 eine Partnerschaft zur Entwicklung und Vermarktung von Radium-223-Dichlorid, das seit Mai 2013 in den USA unter dem Namen Xofigo zugelassen ist und dort von Algeta und Bayer vertrieben wird. Die Europäische Kommission hat die Zulassung für das Produkt im November 2013 erteilt. „Xofigo kann einen bedeutenden klinischen Nutzen für viele Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom haben, bei denen Knochenmetastasen, jedoch keine weiteren Metastasen in den inneren Organen, aufgetreten sind“, sagte Olivier Brandicourt, Vorstandsvorsitzender von Bayer Health Care. „Diese Übernahme stärkt unser Onkologie-Geschäft und hilft uns dabei, Patienten innovative Behandlungsoptionen anzubieten. Gemeinsam mit dem Team von Algeta wollen wir das volle Potenzial dieses Geschäfts ausschöpfen.“

„Mit Algeta verbindet uns bereits die erfolgreiche gemeinsame Entwicklung und Vermarktung des Krebsmedikaments Xofigo. Durch die geplante Übernahme würden wir die vollständige Kontrolle über Xofigo erhalten. Wir sind absolut überzeugt vom Potenzial dieses Medikaments und der dahinter stehenden Technologie, Patienten innovative Behandlungsoptionen zu bieten“, erklärte Bayer-Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers.

Xofigo ist ein Alpha-Strahlung freisetzendes Radiopharmazeutikum und wird zur Behandlung von Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom (castration-resistant prostate cancer, CRPC) angewandt, bei denen Knochenmetastasen, jedoch keine weiteren Metastasen in den inneren Organen, aufgetreten sind. Xofigo gehört zur Gruppe der fünf in letzter Zeit zugelassenen Top-Pharmaprodukte, für die Bayer ein Spitzenumsatzpotenzial von insgesamt mehr als 5,5 Milliarden Euro pro Jahr erwartet. Allein Xofigo werden jährliche Spitzenumsätze von mindestens einer Milliarde Euro zugetraut, sofern das Produkt in weiteren Indikationen zugelassen wird.

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