Newsticker August: Aktuelles aus der Prozessindustrie Bayer erringt Erfolg im Streit mit BASF um Saatgutgeschäft

Quelle: dpa

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Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

12.08.2022

Schwedt (dpa/bb) *15:43 Uhr – Neuer PCK-Eigentümer: Sind bereit für Job- und Standortgarantien

Der neue Eigentümer der PCK-Raffinerie in Schwedt, die Gruppe Alcmene, hat sich zur Zukunft des Standorts und den 1200 Beschäftigten im Kerngeschäft bekannt. «Alcmene ist bereit, Job- und Standortgarantien zu geben, da wir die PCK als langfristiges Investment sehen, die die besten Tage noch vor sich hat», sagte Alcmene-Geschäftsführer Raul Riefler der «Märkischen Oderzeitung». «Die PCK ist eine der besten Raffinerien in Deutschland und es wäre inakzeptabel, wenn sie ein Opfer der Kurzsichtigkeit anderer wird.»

An erster Stelle stehe nun die Lösung der Öllieferungen, «um den Betrieb der Raffinerie auch diesen Winter sicherzustellen und Deutschland – speziell Berlin und Brandenburg – Energiesicherheit zu gewährleisten», sagte Riefler.

Gleichwohl plane das zur estnischen Liwathon-Gruppe gehörende Unternehmen eine deutliche Reduktion des CO2-Ausstoßes. «Wir sind uns auch bewusst, dass eine grüne Transition nicht innerhalb von Tagen, Wochen oder Monaten vollzogen werden kann, wie es andere Mitbewerber formulieren, sondern Jahre dauert.»

Leverkusen/Ludwigshafen (dpa) *13:31 Uhr – Bayer erringt Erfolg im Streit mit BASF um Saatgutgeschäft

Bayer hat in einem Streit mit der BASF im Zusammenhang mit dem Verkauf des Saatgutgeschäfts einen Erfolg erzielt. Wie die Leverkusener am Freitag mitteilten, hat das Schiedsgericht die Klage abgewiesen. Ein BASF-Sprecher in Ludwigshafen bestätigte dies und sagte: «Wir sind enttäuscht, dass das Schiedsgericht unseren Argumenten nicht gefolgt ist.» Für Bayer bedeutet das eine Entlastung, denn im schlimmsten Fall hätte eine Milliardenbelastung den Gewinn gedrückt.

Der Pharma- und Chemiekonzern hatte 2017 und 2018 große Teile seines Geschäfts mit Saatgut- und Unkrautvernichtungsmitteln an den heimischen Rivalen BASF für 7,4 Milliarden Euro verkauft. Damit sollten die Bedenken der Wettbewerbshüter hinsichtlich einer zu großen Marktmacht durch die mehr als 60 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto ausgeräumt werden.

BASF hatte 2019 eine Schiedsklage angestrengt und dabei Schadenersatz von Bayer gefordert, da angeblich bestimmte Kostenpositionen, insbesondere Personalkosten, nicht hinreichend offengelegt und einigen der veräußerten Geschäftsbereiche nicht in angemessener Weise zugerechnet worden seien. Bayer hatte das bestritten.

Dem Vernehmen nach forderte BASF 1,7 Milliarden Euro plus Zinsen. Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan geht davon aus, dass Bayer dafür Eventualverbindlichkeiten von 1,5 Milliarden Euro angesetzt hat. Das wären dann etwa drei Prozent des Börsenwertes. Genau ist das der Bilanz des Konzerns nicht zu entnehmen. Die Position dürfte in den im Geschäftsbericht 2021 ausgewiesenen sonstigen Eventualverbindlichkeiten von insgesamt rund drei Milliarden Euro stecken.

Mainz (dpa/lrs) *04:00 Uhr – Unternehmerverband verlangt gute Anbindung an Wasserstoff-Pipeline

Rheinland-Pfalz braucht nach Ansicht von Unternehmerpräsident Johannes Heger dringend eine Anbindung an ein «vernünftiges Wasserstoff-Pipeline-System». Für ein Bundesland mit überproportional viel Industrie in Chemie und Maschinenbau wie Rheinland-Pfalz müssten die Standortbedingungen in Sachen Wasserstoff verbessert werden, sagte der Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) der Deutschen Presse-Agentur. Das fange mit einer großen Wasserstoff-Pipeline an, die sich in den kommenden Jahren dann in kleinere Einheiten verästeln könne.

Wo der Wasserstoff letztlich in die Pipeline eingespeist werde, bliebe von Fall zu Fall abzuwarten. Das könne etwa in Norddeutschland sein, wo derzeit große Elektrolyseure entstünden - also Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff mit Hilfe von Strom. Das könne auch über Flüssiggas-Terminals in großen Häfen etwa in Belgien geschehen. Der Wasserstoff könne auch aus Nordafrika via Frankreich und Saarland nach Rheinland-Pfalz gelangen. «Wichtig ist: Wir müssen von Anfang an dabei sein. Es geht am Ende immer um Standortvorteile für unser Bundesland», betonte er.

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11.08.2022

Hamburg (dpa) *07:56 Uhr – Evotec wird für Umsatz etwas optimistischer

Der Pharma-Wirkstoffforscher Evotec blickt nach einem deutlichen Wachstum im ersten Halbjahr etwas zuversichtlicher auf die Umsatzentwicklung im laufenden Jahr. Die Erlöse dürften 715 bis 735 Millionen Euro erreichen, nach bisher erwarteten 700 bis 720 Millionen, wie das im MDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Das wäre ein Plus von bis zu knapp 19 Prozent. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie bereinigt um Sondereffekte sollen davon weiter 105 bis 120 Millionen Euro übrig bleiben, nach 107 Millionen im Jahr 2021.

Das Unternehmen profitiert von einer regen Nachfrage der Pharmaunternehmen nach Wirkstoffforschung und steigenden Preisen, während hohe Kosten für das Hochfahren einer vor einem Jahr in den USA eröffneten Produktionsanlage für Biologika und Forschungsausgaben die operative Gewinnentwicklung bremsen. Im ersten Halbjahr steigerten die Hamburger die Erlöse im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf knapp 337 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis lag mit 33,6 Millionen Euro knapp unter dem Wert der ersten Hälfte 2021.

10.08.2022

Essen (dpa) *07:45 Uhr – Brenntag legt Gewinnsprung hin – Prognose bestätigt

Der Chemikalienhändler Brenntag hat im zweiten Quartal dank höherer Verkaufspreise und einer guten Nachfrage Umsatz und Ergebnis kräftig gesteigert. Der Umsatz kletterte von Anfang April bis Ende Juni im Jahresvergleich um 45,9 Prozent auf knapp 5,1 Milliarden Euro, wie das im Dax notierte Unternehmen am Mittwoch in Essen mitteilte. Dabei profitierte das Unternehmen auch vom schwächeren Euro – bereinigt um Währungseffekte betrug das Plus gut 37 Prozent.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (operatives Ebitda), der als wichtiger Gradmesser für die operative Entwicklung gilt, zog auch dank des Konzernumbaus und des Sparkurses um die Hälfte auf 533,8 Millionen Euro an. Unter dem Strich blieb im zweiten Quartal ein auf die Aktionäre entfallender Gewinn von 287,5 Millionen Euro und damit etwas mehr als das Doppelte wie im Vorjahr. Umsatz und Ergebnisse fielen besser aus, als Experten erwartet hatten.

Die Mitte Juni angehobene Gewinnprognose bestätigte das Unternehmen. Demnach soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 1,75 bis 1,85 Milliarden Euro zulegen.

Essen (dpa) *07:14 Uhr – Evonik wird etwas zuversichtlicher für 2022

Der Spezialchemiekonzern Evonik wird trotz der sich eintrübenden Konjunkturperspektiven etwas zuversichtlicher für das laufende Jahr. Nach einem guten ersten Halbjahr und selbst unter der Annahme einer allmählichen Konjunkturabschwächung in der zweiten Jahreshälfte halten wir das obere Ende des Jahreszieles eines bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) von 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro für gut erreichbar, sagte Finanzchefin Ute Wolf laut Mitteilung vom Dienstag. Das wäre dann in etwa so viel, wie Analysten aktuell bereits erwarten. Auch auf die Umsatzentwicklung schaut sie optimistischer als bislang.

Im zweiten Quartal profitierten die Essener derweil noch von der Nachfrage etwa nach Tierfuttereiweiß, aus der Gesundheitsbranche und nach Produkten auf Ölbasis. Gestiegene Rohstoff- und Logistikkosten wurden, so weit möglich, an die Kunden weitergereicht. Zudem lieferte der schwache Euro Rückenwind. Bei einem Umsatzwachstum um fast ein Drittel auf 4,77 Milliarden Euro stieg das bereinigte operative Ergebnis um 12 Prozent auf 728 Millionen Euro. Unter dem Strich entfiel auf die Anteilseigner ein Gewinn von 297 Millionen Euro, nach 218 Millionen vor einem Jahr.

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