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Chronik einer Übernahme

Bayer und Monsanto buhlen mit Milliardenbeträgen um Trumps Gunst

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Viele Unternehmen buhlen um die Gunst des neuen starken Mannes im Weißen Haus. Darunter auch deutsche Konzerne, die über Umwege schon seinen Wahlkampf mitfinanziert haben. Besonders Life-Science-Gigant Bayer ist auf Trumps Wohlwollen angewiesen.

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(Bild: Gage Skidmore / BY-SA 2.0)

Würzburg – 3000 neue Jobs und Investitionen in Höhe von acht Milliarden Dollar in den USA innerhalb der nächsten sechs Jahre stehen im Raum. Diese Versprechungen hat Bayer laut mehrerer übereinstimmender Medienberichte gegenüber Donald Trump gemacht.

Bei einem persönlichen Treffen, noch vor der Amtseinführung des Republikaners, durften die Bayer und Monsanto-Chefs Werner Baumann und Hugh Grant vorsprechen. Dabei ging es wohl primär um die geplante 66-Milliarden-Dollar-Übernahme des Biotechnologie-Unternehmens Monsanto durch den deutschen Konzern. Die Übernahme des amerikanischen Unternehmens durch die Leverkusener muss noch durch die Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Obwohl Trump nicht über die Fusionsgenehmigung zu entscheiden hat, kann er doch Personal für die entscheidenden Stellen im Justizministerium und der Federal Trade Commission nominieren.

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Die Ankündigungen von Monsanto und Bayer kommen allerdings nicht besonders überraschend und sind auch in keinster Weise neu. Bereits im September kündigten die beiden Unternehmen an, im Falle einer Fusion jährlich 2,5 Milliarden Euro im Bereich F&E zu investieren. Summiert auf sechs Jahre ergeben sich 15 Milliarden Euro, von denen die Hälfte in den Staaten eingesetzt werden soll, also knapp acht Milliarden Dollar.

Trump kommen solche öffentlichkeitswirksamen Aussagen gelegen, weil er im Wahlkampf großspurig neue Jobs für beschäftigungslose Amerikaner und eine stärkere Wirtschaft versprochen hat. Sollten Bayer und Monsanto nach erfolgreicher Vereinigung Wort halten, kann sich Trump zumindest mit neuen Jobs in den Bereichen Gentechnik, Analytik, Statistik und Ingenieurswesen brüsten.

Saatgutgigant: Die Übernahme-Chronik

Im Mai brodelte die Gerüchteküche. Schnell machten Nachrichten die Runde, dass Bayer Monsanto aufkaufen wolle:

Bereits kurz danach, bietet der Leverkusener Konzern 62 Milliarden Dollar für das amerikanische Saatgutunternehmen.

Das zähe Ringen um jeden Dollar und Cent hat begonnen.

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