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Nach Monsanto-Übernahme

Bayer sieht sich im Geschäftsjahr 2018 auf Kurs

| Redakteur: Tobias Hüser

Bayer-Chef Werner Baumann blickt positiv auf das zweite Halbjahr 2018 - nach der Monsanto-Übernahme sei sein Unternehmen jetzt ein führendes Unternehmen in der Landwirtschaft.
Bayer-Chef Werner Baumann blickt positiv auf das zweite Halbjahr 2018 - nach der Monsanto-Übernahme sei sein Unternehmen jetzt ein führendes Unternehmen in der Landwirtschaft. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Bayer hat im 2. Quartal 2018 die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte erfolgreich abgeschlossen. Aber auch ohne das Monsanto-Geschäft blickt das Unternehmen zufrieden auf die letzten drei Monate zurück: Beim Umsatz legten drei von vier Segmenten währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) zu.

Leverkusen – „Wir sind auf Kurs, um die Jahresziele zu erreichen“ - so lautet das Fazit des Bayer-Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann bei der Vorlage des aktuellen Zwischenberichts. Das Ebitda vor Sondereinflüssen erhöhte sich dank Zuwächsen bei Crop Science und Animal Health. Den Konzern-Ausblick hat Bayer um die Umsatz- und Ergebnisbeiträge von Monsanto ab dem Zeitpunkt der Übernahme angepasst. Das Unternehmen strebt für 2018 eine Dividende je Aktie mindestens auf dem Niveau des Vorjahres an. Bayer hat den Erwerb von Monsanto im Juni abgeschlossen – für 63 Milliarden Dollar. „Die Akquisition von Monsanto hat zwei starke Geschäfte zusammengebracht, die sich in hohem Maß ergänzen: Das innovative chemische und biologische Pflanzenschutzportfolio von Bayer und das herausragende Wissen von Monsanto in den Bereichen Saatgut und Pflanzeneigenschaften“, sagte Baumann.

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Der Konzernumsatz stieg im 2. Quartal wpb. um 8,5 %auf 9,481 Milliarden Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 3,9 % auf 2,335 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis verringerte sich um 34,7 % auf 799 Millionen Euro, hauptsächlich weil Covestro nach der Dekonsolidierung nicht mehr dazu beitrug.

Pharmaceuticals steigert Umsatz dank der Hauptwachstumsprodukte

Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln (Pharmaceuticals) erhöhte sich wpb. um 3,1 % auf 4,217 Milliarden Euro. Mit dem Gerinnungshemmer Xarelto, dem Augenmedikament Eylea, den Krebsmitteln Xofigo und Stivarga sowie Adempas gegen Lungenhochdruck setzte Bayer 1,691 Milliarden Euro um. Das entspricht wpb. einem Plus von 13,2 %. Das Geschäft mit Xarelto wuchs wpb. um 10,6 %, dank höherer Absätze in Europa, Japan und China. Die größten Umsatzzuwächse unter den weiteren Top-Pharmaprodukten erzielten das Antidiabetikum Glucobay (wpb. 10,3 %), maßgeblich durch mehr Absatz in China, und das MRT-Kontrastmittel Gadavist/Gadovist (wpb. 13,0 %), das von der guten Geschäftsentwicklung in den USA profitierte. Das Geschäft mit dem Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon/Betaseron ging hingegen wpb. um 18,6 Prozent zurück – vorrangig wegen des starken Wettbewerbs in den USA.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals sank um 8,0 % auf 1,363 Milliarden Euro. Wesentliche Ursachen waren höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, für Marketing und Vertrieb sowie die Effekte aus vorübergehenden Lieferengpässen, außerdem gestiegene Herstellungskosten.

Consumer Health rückläufig trotz Umsatzzuwächsen in Asien/Pazifik

Der Umsatz mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten (Consumer Health) verringerte sich wpb. um 1,4 % auf 1,413 Milliarden Euro. „Die Region Asien/Pazifik befindet sich wieder auf Wachstumskurs“, sagte Baumann. Die Umsatzsteigerungen dort reichten aber nicht aus, um Rückgänge insbesondere in Europa/Nahost/Afrika und Nordamerika komplett auszugleichen. Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Consumer Health ging um 18,5 % zurück auf 256 Millionen Euro. Das ist im Wesentlichen auf geringere Absätze und gestiegene Herstellungskosten zurückzuführen, die unter anderem aus einem veränderten Produktmix resultierten.

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Crop Science: Ergebnis gegenüber Vorjahresquartal verdoppelt

Im Agrargeschäft (Crop Science) setzte Bayer 3,011 Milliarden Euro um. 543 Millionen Euro davon kamen anteilig durch die Übernahme von Monsanto hinzu, 468 Millionen Euro trugen die im August an BASF veräußerten Geschäfte bei. Wpb. stieg der Umsatz um 21,4 %. Das ist auch auf die im Vorjahresquartal deutlich erhöhten Rückstellungen für Produktrückgaben von Pflanzenschutzmitteln wegen hoher Lagerbestände in Brasilien zurückzuführen. Die Lagerbestände haben sich dort aufgrund der ergriffenen – und im 2. Quartal 2018 erfolgreich abgeschlossenen – Maßnahmen wieder normalisiert.

Durch die Übernahme von Monsanto hat Bayer sein Saatgutgeschäft deutlich ausgeweitet, insbesondere mit Mais und Sojabohnen, und sein bestehendes Herbizidgeschäft merklich vergrößert. Regional hat der Konzern durch die Übernahme insbesondere das Geschäft in Nord- und Lateinamerika ausgebaut. In der veränderten Berichtsstruktur weist das Unternehmen nun sieben Geschäftsfelder und Sonstige aus. Wpb. legte der Umsatz besonders stark bei den Fungiziden (47,8 %) und den Insektiziden (37,1 %) zu sowie bei Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften (37,8 %).

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Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich um 99,1 % auf 631 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal wurde das Ergebnis durch die Situation in Brasilien belastet. Einen positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von 70 Millionen Euro lieferte im 2. Quartal 2018 das neu akquirierte Geschäft. Mindernd wirkte dagegen ein negativer Währungseffekt von 52 Millionen Euro, ohne Berücksichtigung des Monsanto-Geschäfts.

Animal Health wächst bei Umsatz und Ergebnis

Im Tiergesundheitsgeschäft (Animal Health) stieg der Umsatz wpb. um 7,6 % auf 453 Millionen Euro. Am stärksten war das Wachstum in Nordamerika, dies aber hauptsächlich aufgrund von Verschiebungen in der Nachfrage zulasten der Folgequartale. Besonders positiv war die wpb. Entwicklung in den Regionen Asien/Pazifik sowie Lateinamerika. Wpb. rückläufig war das Geschäft lediglich in Europa/Nahost/Afrika. Am stärksten legten die Umsätze mit dem Floh- und Zeckenhalsband Seresto zu (wpb. um 29,2 %). Das Ebitda vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 10,3 % auf 128 Millionen Euro. Zurückzuführen ist das auf höhere Absätze, wesentlich beeinflusst durch die verschobene Nachfrage in Nordamerika.

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Konzernausblick angepasst

Da die Übernahme von Monsanto später erfolgte als erwartet, wird Bayer aufgrund des saisonalen Geschäftsverlaufs von Monsanto im Jahr 2018 gegenüber der im Februar veröffentlichten Prognose geringere Erträge erfassen. „Das akquirierte Geschäft erzielt Umsatz und vor allem Ergebnis größtenteils im ersten Halbjahr“, erklärte Baumann. Für den Bayer-Konzern wird nun ein Umsatz von mehr als 39 Milliarden Euro erwartet (bisher: unter 35 Milliarden Euro). Hiervon entfallen mehr als fünf Milliarden Euro auf das übernommene Monsanto-Geschäft. Durch die Veräußerung bestimmter Aktivitäten an BASF mindert sich der geplante Umsatz um etwa eine Milliarde Euro.

Für das Ebitda vor Sondereinflüssen prognostiziert Bayer nun einen Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich (bisher: Verringerung im unteren einstelligen Prozentbereich). Währungsbedingt entspricht dies einem Anstieg im oberen einstelligen Prozentbereich (bisher: Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich).

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