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Klimaschutz

Bayer Material Science setzt auf klimafreundlichere Verfahren

| Redakteur: Sonja Beyer

99 Prozent weniger Lachgas-Emissionen: Bayer Material Science hat eine Salpetersäure-Anlage umgerüstet, um den Ausstoß des klimaschädlichen Stoffs zu vermindern. Mehr dazu lesen Sie hier.

Leverkusen – In der für 6,5 Millionen Euro umgerüsteten Dormagener Anlage, die von dem Chemieunternehmen Ineos betrieben wird, sinken die Lachgas-Emissionen nun um 98 bis 99 Prozent, wie Bayer Material Science (BMS) informiert. Umgerechnet bedeute das 220000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr weniger – etwa so viel, wie 100000 Autos mit einer jährlichen Fahrleistung von 15000 Kilometern verursachen.

Salpetersäure ist bei BMS ein wichtiger Baustein für Polyurethane, die als Werkstoff hauptsächlich in der Autobranche, im Bausektor sowie in der Elektro- und Elektronikindustrie verwendet werden. An dem Standort kommt bei der Herstellung von Salpetersäure seit kurzem das innovative Envinox-Verfahren der Firma Uhde zum Einsatz. Es wandelt das Nebenprodukt Lachgas, das wesentlich schädlicher für das Klima ist als Kohlendioxid und den Abbau der Ozonschicht beschleunigt, mittels Katalyse in Stickstoff und Wasser um. Der Envinox-Reaktor ersetzt einen herkömmlichen Katalysator, der das Lachgas bereits zu einem großen Teil zersetzte.

„Der Einbau der Anlage kommt dem gesamten Standort zugute“, erklärt Dr. Klaus Jaeger, der den neuen Verbund der Niederrheinwerke von BMS in Dormagen, Leverkusen und Krefeld-Uerdingen leitet. „Durch unseren Standortverbund BMS NRW wollen wir auf zahlreichen Ebenen Verbesserungen erreichen und Synergien heben, unter anderem in Produktion und Prozesstechnik.“

Auch bei der sehr energieintensiven Produktion von Chlor, einer weiteren zentralen Grundchemikalie, setzt BMS auf ein umweltschonendes neues Verfahren: die Sauerstoffverzehrkathoden(SVK)-Technologie. Dieses Elektrolyseverfahren wurde zusammen mit Partnern weiterentwickelt für die Herstellung von Chlor aus Kochsalz. Am Standort Uerdingen soll dazu 2011 die erste großtechnische Anlage in Betrieb gehen. Die neue Technologie reduziert den Energieverbrauch und entsprechend die Treibhausgas-Emissionen um bis zu 30 Prozent. Bis 2020 sollen 250000 Tonnen weniger CO2-Äquivalente ausgestoßen werden. Bereits seit 2003 setzt Bayer MaterialScience die SVK-Technologie zur energieschonenden Rückgewinnung von Chlor aus Salzsäure ein.

Eine Verringerung um 350000 Tonnen Treibhausgas pro Jahr will das Unternehmen zudem ab 2012 durch das globale Energiemanagement-System Structese erreichen, das 2008 eingeführt worden ist. Zur Halbzeit zieht Projektleiter Dr. Johannes Eickmans eine positive Bilanz: „Wir haben bereits mehr als 150000 Tonnen CO2-Äquivalente vermieden und weltweit in 22 Anlagen im Schnitt Energiesenkungen von fünf Prozent erzielt.“ Insgesamt soll Structese bis 2012 in den 60 energieintensivsten Produktionsbetrieben umgesetzt werden und den durchschnittlichen Energieverbrauch um rund zehn Prozent senken.

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