Suchen

Biodiesel aus Jatropha Bayer, Daimler und ADM kooperieren beim Einsatz der Tropenpflanze Jatropha als Biodiesel

Redakteur: Marion Wiesmann

In Kooperation wollen das Energieunternehmen ADM, die Agrochemie-Sparte von Bayer und der Automobilhersteller Daimler neue Produktions- und Qualitätsstandards für Biodieselherstellung aus der Tropenpflanze Jatropha definieren.

Firmen zum Thema

Kleine Nuss, große Wirkung - Jatropha ist ein möglicher alternativer Energieträger für die Zukunft. Bild: Bayer CropScience
Kleine Nuss, große Wirkung - Jatropha ist ein möglicher alternativer Energieträger für die Zukunft. Bild: Bayer CropScience
( Archiv: Vogel Business Media )

Monheim, Stuttgart – Das amerikanische Bioenergie-Unternehmen Archer Daniels Midland (ADM) betreibt weltweit eine Reihe von Biodieselraffinerien. Jetzt hat es eine Kooperationsvereinbarung mit Bayer CropScience und Daimler unterzeichnet. Die drei Partner erforschen künftig gemeinsam die Einsatzmöglichkeiten von Jatropha (Jatropha curcas L) in der Biodieselindustrie, denn die tropische Pflanze aus der Familie der Wolfsmilchgewächse gilt als ein viel versprechender Rohstoff zur Erzeugung von Biodiesel, da aus den Samen der Jatropha-Nuss hergestellter Biodiesel ähnliche Eigenschaften hat wie Treibstoff aus Ölsaaten.

Gemeinsame Produktions- und Qualitätsstandards

Die Unternehmen wollen als Teil der Vereinbarung gemeinsam Produktions- und Qualitätsstandards für aus Jatropha hergestellten Biokraftstoff definieren. Bayer CropScience plant die Entwicklung und Registrierung von Herbiziden, Bodeninsektiziden und Fungiziden zur Schädlings- und Krankheitsbekämpfung bei Jatropha-Pflanzen. Daimler hat in einem fünfjährigen Forschungsprojekt, das Ende letzten Jahres abgeschlossen wurde, die Möglichkeit des Einsatzes und der Produktion der Jatropha-Pflanze zur Erzeugung von qualitativ hochwertigem Biodiesel nachgewiesen und erprobt den Einsatz des Kraftstoffes Jatropha-Biodiesel sowie entsprechenden Gemischen.

Jatropha – eine viel versprechende Energiepflanze

Jatropha stammt ursprünglich aus Mittelamerika und gelangte durch portugiesische Seefahrer in andere Länder in Afrika und Asien. Es handelt sich um ein nicht-essbares, winterhartes, dürre-tolerantes Gewächs, das in tropischen und subtropischen Klimagebieten und sogar auf ausgelaugten Böden gedeiht. Ihre Samen besteht zu über 30 Prozent aus Öl. Bisher wurde die Tropenpflanze noch nicht gewerbsmäßig angebaut. Bayer CropScience rechnet jedoch mit einem Anbaupotenzial von weltweit zirka 30 Millionen Hektar, insbesondere in Südamerika, Afrika und in asiatischen Ländern wie China, Indien und Indonesien.

(ID:238296)