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Bayer und Monsanto

Bayer bietet 62 Milliarden US-Dollar für Monsanto

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Leuchtet das Bayer-Kreuz bald auch über Missouri?
Leuchtet das Bayer-Kreuz bald auch über Missouri? (Bild: Bayer)

Bayer macht jetzt Nägel mit Köpfen und gibt weitere Details zum Monsanto-Angebot bekannt. 62 Milliarden Dollar sind die Leverkusener bereit zu zahlen. Klappt der Deal entsteht der größte Agrarkonzern der Welt, aber gleichzeitig könnte Bayer sich eine Menge Ärger einhandeln.

Leverkusen – Bayer meint es ernst und will die riesige Summe von 62 Milliarden US-Dollar für Monsanto zahlen. Basis ist ein Aktienpreis von 122 US-Dollar. Damit legt Bayer auf den bestehenden Kurs von 89 US-Dollar eine ordentliche Schippe von plus 37 Prozent drauf. Bezogen auf den EBITDA-Wert der letzten 12 Monate entspricht das dem 15,8-fachen Wert.

„Die Übernahme von Monsanto biete eine überzeugende Gelegenheit ein weltweit führendes Unternehmen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften und Pflanzenschutz zu schaffen“ erklärt die Konzernzentrale in der aktuellen Meldung. Die Position als Life-Science-Unternehmen würde in einer „langfristigen Wachstumsbranche“ gestärkt.

Bayer greift nach Monsanto

Bayer und Monsanto

Bayer greift nach Monsanto

19.05.16 - Zum ersten Mal hat Bayer jetzt Gespräche mit Monsanto bestätigt. Wenn der Deal klappt, katapultiert sich Bayer in die erste Liga der Agrarunternehmen. lesen

Glyphosat dämpft die Stimmung

Schon für das erste Jahr verspricht Bayer seinen Aktionären ein positives Ergebnis im mittleren einstelligen Prozentbereich und im zweistelligen Prozentbereich danach. Durch den Zusammenschluss erwartet Bayer nach drei Jahren Einspareffekte von insgesamt rund 1,5 Milliarden USD und weitere Synergien in den Folgejahren.

Finanziert werden soll der Deal durch eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital. Das Angebot stehe nicht unter Finanzierungsvorbehalt der unterstützenden Banken BofA Merrill Lynch und Credit Suisse. Bayer ist zuversichtlich die Schulden nach der Transaktion schnell zurück zahlen zu können.

Das fusionierte Unternehmen wäre der weltweit größte Agrarhersteller. Das Portfolio deckt die gesamte Breite an landwirtschaftlichen Erzeugnissen ab: Saatgut und Pflanzenschutz, Biologika sowie das Thema digitale Landwirtschaft. Bayer hat momentan wenig im Bereich Saatgut zu bieten und auch beim Thema Gentechnik hat sich der Konzern bisher zurückgehalten. Monsanto würde das Leverkusener Know-how hier gehörig aufpolieren, aber Bayer gleichzeitig auch mehr in die Schusslinie der öffentlichen Meinung bringen.

Analysten sind schon jetzt besorgt, die Glyphosatdiskussion könnte den Wert der Bayer-Aktie beschädigen. Monsanto ist schon seit Jahren wegen seines aggressiven Auftretens in der Kritik, und steht in dem Ruf Bauern unter Druck zu setzen und bewusst Umweltschädigung in Kauf zu nehmen.

Das Glyphosathaltige Totalherbizid Round-up ist das am meisten verkaufte Pfanzengift der Welt. Unter Umweltschützern hat das Mittel einen schlechten Ruf, weil Monsanto das Mittel in der Landwirtschaft in Kombination mit gentechnisch verändertem Saatgut, z.B. Mais und Weizen verkauft, das gegen Glyphosat unempfindlich ist. Round-up provoziere durch den ungezügelten Verbrauch Resistenzen, gelange ins Grundwasser und stehe überdies im Verdacht krebserzeugend zu sein, kritisieren Umweltverbände.

Allerdings beabsichtigt Bayer die Saatgutsparte in Missouri zu belassen, womit gentechnische Versuche in Deutschland gar nicht erst zur Diskussion stehen.

Monsanto-Chef Hugh Grant im Interview

In einem Interview mit dem amerikanischen Radiosender Here&Now vom 30. März 2016, zeigte sich Monsanto-Chef Hugh Grant überaus selbstbewußt und unbeeindruckt von der Übernahmewelle in der internationalen Chemiebranche. Er betonte vor allem die starke Position Monsantos und die Entwicklungspipeline, die Monsanto als Konzern ein Alleinstellungsmerkmal verschaffe.

Möglicherweise stehen Bayer-Chef Werner Baumann also harte und langwierige Verhandlungen bevor, schließlich ist Grant gestählt in vielen Debatten mit Umweltverbänden.

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