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Industrie 4.0 für den Mittelstand Bausteine für automatisierte Schüttgutprozesse

Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Wie automatisiert man Schüttgutprozesse und integriert diese in Unternehmenssoftware? Dieser Frage bewegt den Komplettanbieter Opdenhoff Automation + IT. Wie dies funktioniert und welche Vorteile auch kleinere Unternehmen von Industrie 4.0 haben, erklärt Geschäftsführer Jürgen Opdenhoff.

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Der Roboterarm, der in die Automatisierungslösung integriert ist, nimmt anhand des ausgewählten Rezeptes genaue Dosierungen vor und füllt das Schüttgut in die entsprechende Wiegevorrichtung.
Der Roboterarm, der in die Automatisierungslösung integriert ist, nimmt anhand des ausgewählten Rezeptes genaue Dosierungen vor und füllt das Schüttgut in die entsprechende Wiegevorrichtung.
(Bild: Opdenhoff)

Herr Opdenhoff, welche Systemlösungen bieten Sie für die Schüttgutindustrie an?

Opdenhoff: Wir sind Spezialisten in den Bereichen Wiegen, Mischen und Fördern von Schüttgütern und bieten ganzheitliche Lösungen innerhalb dieser Wertschöpfungskette an. Konkret bedeutet das, dass wir alle Prozesse von der Anlieferung über die Lagerung, Förderung, Verwiegung, dem Mischprozess und dem Veredelungsprozess vereinfachen. Dies erreichen wir mit unseren Standard- und Systemlösungen, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Die Grundfunktionen unserer Systeme bleiben branchenunabhängig und werden so zu dokumentierten, kundenspezifischen Systemlösungen.

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Können Sie uns Ihre Systemlösungen bitte genauer erklären?

Opdenhoff: In der Schüttgutindustrie existieren viele OPD Win-Systemlösungen. Diese setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen und bietet den Betreibern Mehrwerte. Das Prinzip ist ganz einfach: Die Materialzutaten werden in Rezepten hinterlegt, sodass der automatisierte Auftragsprozess mit beispielsweise Wiege- und Mischprozessen fehlerfrei abläuft. Die dafür notwendigen Prozessabläufe und Anlagenkonfigurationen werden mit Standardtechnologien der Automation und IT transparent und bedienerfreundlich kontrolliert und dargestellt. Der große Vorteil unserer Lösung ist, dass der Kunde nicht zwingend das komplette OPD Win-System einsetzen muss, sondern aus einzelnen Bausteinen auswählen kann. Damit unsere Partner, also Anlagenbauer, Sondermaschinenbauer oder Betreiber die richtigen Bausteine und Komponenten auswählen, bieten wir im Vorfeld individuelle Beratungen für die zukunftsorientierten Lösungen an.

Was haben die Anwender davon?

Opdenhoff: Mit unserer Systemlösung für die Schüttgutindustrie schaffen wir ein optimales Verhältnis zwischen Produktivität und Qualität. Wir können sehr viele Produktionskennzahlen in der Wertschöpfungskette verbessern. Mit der Integration von künstlicher Intelligenz im Prozessablauf werden die Mitarbeiter maßgeblich entlastet. Sie müssen lediglich den Rohstoff und den Sollwert angeben und können sich dann anderen Aufgaben widmen. Viele unserer Kunden sind auch mit unserem Roboterarm sehr zufrieden, der sich für kleinere Anwendungsgebiete eignet. Er nimmt anhand des ausgewählten Rezeptes genaue Dosierungen vor und füllt das Schüttgut in die entsprechende Wiegevorrichtung.

Wer pflegt das Software-System, der Kunde oder Sie?

Opdenhoff: Wir bieten unseren Kunden Software-Serviceverträge an, die eine Fernwartung mit Fehleranalyse beinhaltet. Den Service können sie jederzeit über eine Servicehotline erreichen, sodass wir eine permanente Einsatzbereitschaft des Systems sicherstellen. Damit das System nachhaltig und tadellos funktioniert, führen wir außerdem regelmäßig Software-Updates durch. Unser Ziel in der Zukunft ist es, kontinuierlich mit der Anlage verbunden zu sein. Dadurch wissen wir als Systemlieferant genau, wie sich die Anlage im Normalbetrieb verhält und können bei Schwierigkeiten direkt eingreifen. Denn nur wenn wir die Kenndaten 365 Tage im Jahr auswerten und kennen, können wir die Prozesse unserer Kunden nachhaltig verbessern.

In wie weit spielt denn das Thema „Industrie 4.0“ für Ihre Kunden eine Rolle?

Opdenhoff: Zu unseren Kunden zählt überwiegend der Mittelstand, aber wir haben festgestellt, dass bei vielen Industrie 4.0 noch nicht angekommen ist. Dabei bietet Industrie 4.0 gerade den mittelständischen Unternehmen eine Vielzahl an Vorteilen: Industrie 4.0 ist zukunftsorientiert und schafft transparente Prozesse. Gerade bei solchen Unternehmensgrößen sind das gegenseitige Vertrauen und offene Strukturen wichtig. Mit der digitalen Anbindung von Lieferanten, Kunden und Betrieb werden alle Prozessschritte selbstverständlich und auf diese Weise eine hohe Transparenz geschaffen. Außerdem werden Hierarchien und Bürokratien auf ein Minimum reduziert. Mit OPD Win brechen wir komplizierte und oftmals auch unwirtschaftliche Strukturen durch individuelle und exakte Prozessanpassungen auf. Von diesen Veränderungen profitiert das gesamte Unternehmen: Dies sorgt für kürzere Durchlaufzeiten und niedrigere Prozesskosten mit einer gleichzeitig gestiegenen Anlageneffizienz und Arbeitsproduktivität.

Gibt es bestimmte Faktoren, die bei Industrie 4.0 berücksichtigt werden müssen?

Opdenhoff: Der wichtigste Faktor ist der Mensch. Er muss das Abteilungsdenken überwinden und neue Systeme und Strukturen zulassen. Es gibt aber auch noch eine zweite Grundvoraussetzung, die für eine erfolgreiche Industrie 4.0 und IoT gegeben sein muss. Und zwar muss es eine Verbindung zwischen Mensch, Maschine, Produkt und System geben. Trotz aller Vorteile für den Mittelstand – wir überprüfen im Vorfeld genau, ob es auch für das jeweilige Unternehmen Sinn macht, denn das ist nicht immer der Fall.

Welche technologischen Entwicklungen gibt es zum Thema Industrie 4.0 aus Ihrem Unternehmen?

Opdenhoff: Um den Arbeitsalltag zu erleichtern, haben wir VIOS (Virtual Input/Output Surface) auf den Markt gebracht. Mit diesem System können wir innerhalb der Digitalisierung bestehende, funktionierende Prozesssoftware, wie beispielsweise die Rechnungs- und Aufgabensoftware des Unternehmens, miteinander verbinden. Dadurch schaffen wir einen digitalen Datenfluss, der sich positiv auf die Arbeitsabläufe auswirkt.

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