Digitalisierte Forschung

BASF will Einsatz digitaler Technologien in der Forschung verstärken

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Bei der Modellierung eines neuen funktionalen Polymers für die stabile Formulierung eines Wirkstoffs halfen digitale Technologien ebenfalls entscheidend mit. Aus über 10.000 Möglichkeiten konnten Experten die geeignete Polymerstruktur berechnen. Die anschließende Synthese führte zum gewünschten Formulierungspolymer, das eine deutlich höher konzentrierte Emulsion ermöglicht. Solche Modellierungen seien mittlerweile ein fester Bestandteil der Formulierungsentwicklung.

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Beim sogenannten „Data-Mining“ schließlich gelingt es, aus vorhandenen sehr großen Datenbeständen nützliches Wissen zu extrahieren. Im Bereich der Biotechnologie geht es dabei zum Beispiel für Produkt- oder Prozessentwicklungen um das beschleunigte Identifizieren von vielversprechenden Enzymen oder das Auffinden von geeigneten Bakterien.

Agronomische Modelle unterstützen Landwirte

Auch in der digitalen Transformation der Landwirtschaft will der Chemieriese eine wichtige Rolle spielen und setzt auf interne und externe Zusammenarbeit. Die bestehende Online-Anwendung Maglis soll Landwirte dabei unterstützen, verfügbare Informationen effizienter zu nutzen und bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen bessere Entscheidungen zu treffen. Die Entwicklung von agronomischen Modellen für Wetter, Pflanzenwachstum, Krankheits-, Schädlings- und Unkrautbefall ist die besondere Expertise der Firma Zed X, deren Übernahme durch BASF Ende Mai erfolgte. Gemeinsam wurde bereits ein Modell entwickelt, das auf der Grundlage von Wetter- und Umweltbedingungen Auskunft über die zu erwartenden Niederschläge zur Aktivierung eines Herbizids gibt.

Kennzahlen zu Forschung und Entwicklung zeigen hohes Niveau

Der Konzern strebt an, die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung auch weiterhin auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre zu halten. Im Jahr 2016 lagen diese mit 1863 Millionen Euro leicht unter denen des Vorjahres (1953 Millionen Euro), was auf Strukturanpassungen in der Pflanzenbiotechnologie zurückzuführen war. Die Forschungspipeline umfasste 2016 etwa 3000 Projekte, die von weltweit rund 10.000 Mitarbeitern in Forschung und Entwicklung bearbeitet wurden. Ein entscheidender Baustein dieses Wissensverbundes bleibe das globale Netzwerk von Kooperationen in vielen verschiedenen Disziplinen mit rund 600 Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen.

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