Großer Asset-Tausch im Öl&Gas-Geschäft BASF-Tochter Wintershall trennt sich vom Gashandelsgeschäft

Redakteur: M.A. Manja Wühr

BASF-Tochter Wintershall will sich auf die Öl- und Gasförderung konzentrieren und trennt sich vom Gashandelsgeschäft. Nun vollzieht das Unternehmen gemeinsam mit Gazprom den langjährig geplanten Asset-Tausch.

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Ludwigshafen – Im Zuge des seit Dezember 2013 vereinbarten Tausch von wertgleichen Vermögensgegenständen erhält Wintershall den wirtschaftlichen Gegenwert von 25 % plus einen Anteil an den Blöcken IV und V der Achimov-Formation des Urengoi-Erdgas- und Kondensatfelds in Westsibirien. Die zwei Blöcke werden gemeinsam von Gazprom und Wintershall erschlossen.

Die Blöcke IV und V verfügen nach dem von der russischen Bergbehörde bestätigten Entwicklungsplan insgesamt über Kohlenwasserstoffvorkommen in Höhe von 274 Milliarden Kubikmeter Erdgas und 74 Millionen Tonnen Kondensat. Dies entspricht insgesamt 2,4 Milliarden Barrel Öläquivalent (boe). Im Plateau sollen aus den beiden Blöcken mindestens 8 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr gefördert werden. Der Start der Produktion ist für das Jahr 2018 vorgesehen.

Gazprom übernimmt BASF-Erdgashandelsgeschäft

Im Gegenzug wird Wintershall ihre Beteiligung an dem bislang gemeinsam betriebenen Erdgashandels- und Speichergeschäft an den langjährigen Partner Gazprom übertragen. Hierzu zählen die 50 %-Anteile an den Erdgashandelsgesellschaften Wingas, WIEH (Wintershall Erdgashandelshaus Berlin) und WIEE (Wintershall Erdgashandelshaus Zug) einschließlich der Anteile an der Speichergesellschaft Astora, die die Erdgasspeicher in Rehden und Jemgum/Deutschland betreibt, sowie des Anteils an dem Erdgasspeicher in Haidach/Österreich.

Gazprom wird sich zudem mit 50 % an der Wintershall Noordzee beteiligen, die in der Erdöl- und Erdgassuche sowie -förderung in der südlichen Nordsee (Niederlande, UK und Dänemark) tätig ist. Insgesamt trugen diese Aktivitäten im Jahr 2014 rund 12,2 Milliarden Euro zum Umsatz und rund 260 Millionen Euro zum Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen (EBITDA) der BASF-Gruppe bei, im 1. Halbjahr 2015 trugen sie mit rund 7,2 Milliarden Euro zum Umsatz und rund 240 Millionen Euro zum EBITDA der BASF-Gruppe bei. Die Zusammenarbeit im Erdgastransportgeschäft wird fortgesetzt.

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