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Hydrothermale Karbonisierung Aus Klärschlamm mach’ Dünger – schadstofffrei und günstig

| Autor/ Redakteur: Florian Klebs / Dr. Jörg Kempf

Einer Agrartechnologin der Universität Hohenheim ist es gelungen, Qualitätsdünger aus Klärschlamm durch Hitze, Druck und Säure zu gewinnen. Ist das die Lösung für den Phosphatmangel? Machen Sie sich selbst ein Bild ...

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Mit der HTC (Hydrothermal Carbonization) könnte wertvoller Phosphat-Dünger aus dem Abfallprodukt Klärschlamm gewonnen werden.
Mit der HTC (Hydrothermal Carbonization) könnte wertvoller Phosphat-Dünger aus dem Abfallprodukt Klärschlamm gewonnen werden.
(Bild: wikimedia, Hanndes Grobe clipdealer / Quelle: Universität Hohenheim)

Stuttgart – Knapp zwei Millionen Tonnen trockener Klärschlamm: diese Mengen des Abfallprodukts werden in Deutschland allein aus kommunalen Kläranlagen jährlich entsorgt. Denn obwohl er viel lebensnotwendiges Phosphat enthält, ist er als Dünger unbrauchbar und hygienisch bedenklich. Mit einer neuen Methode kann die Agrartechnologin Prof. Dr. Andrea Kruse der Universität Hohenheim den Kläranlagen-Abfall nutzbar machen: günstig und schadstofffrei. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft dringend auf neue Phosphorquellen angewiesen: Die großen Phosphat-Minen sind zunehmend erschöpft oder belastet.

Die Flüssigkeit ist braun, schaumig und schlammig. Portionsweise füllt Prof. Dr. Kruse den Klärschlamm in einen backsteingroßen Stahlzylinder in ihrem Labor. Der sogenannte Autoklav wird fest verschlossen und dann auf über 200 Grad erhitzt.

Nach 120 Minuten ist aus dem Schlamm eine Biokohle geworden. Immer noch unbrauchbar als Dünger, versetzt die Agrartechnologin die kleinen braunen Kohlebrocken mit Säure, kocht das Ganze und trennt die Kohle ab. Anschließend gibt sie ein Magnesiumsalz hinzu und trennt das Wasser ab. Die Agrartechnologin schüttet ein weißes, leicht körniges Pulver aus dem Kolben, gerade mal eine Handvoll: Magnesiumammoniumphosphat, auch Struvit genannt.

Klärschlamm ist als Dünger unbrauchbar

„Man kann das Struvit, so wie es jetzt ist, sofort als Dünger auf dem Feld verwenden“, erklärt die Agrartechnologin. Gewonnen hat sie das Struvit nicht etwa aus Mineralien aus den Bergwerken in den USA, Marokko oder China, den Hauptwerken für Phosphat. Dieses Struvit stammt von einem Abfallprodukt: Klärschlamm.

„Der Klärschlamm an sich ist als Dünger unbrauchbar“, sagt die Expertin der Universität Hohenheim. „Zwar kann man ihn unbehandelt auf die Felder geben. Aber aus hygienischer Sicht und den enthaltenden Schwermetallen ist das nicht zu empfehlen, auch wenn er viel Phosphat enthält. Um dieses Phosphat aber trotzdem nutzen zu können, verwenden wir den Prozess der hydrothermalen Karbonisierung, kurz HTC.“

Ein weiterer Grund auf Klärschlamm zu setzen: „Die Mineralwerke in China, den USA und Marokko sind mittlerweile so ausgeschöpft, dass immer tiefer gebohrt werden muss. Je tiefer aber gebohrt wird, desto mehr Schwermetalle wie Uran sind im Phosphat angereichert, ehe es als Dünger auf die Felder gestreut wird. Wir brauchen andere Phosphat-Quellen wie den Klärschlamm.“

Was ist der große Vorteil des HTC-Verfahrens? Das verrät die nächste Seite.

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