Abwassertechnik Aus Form 4 mach 2 – Offenes Netzwerk für die Abwassertechnik

Autor / Redakteur: Oliver Vogel / Wolfgang Ernhofer

Durch die Entwicklung moderner Abwassereinlaufvorrichtungen in Kläranlagen können Betreiber Platz, Kosten und Energie sparen. Statt einer Form-4-Installation können bei beengten Platzverhältnissen auch Motor Control Center der moderneren Form 2 eingebaut werden.

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Der Wasserversorger Severn Trent Water konnte durch die Verwendung eines Abwassereinlauf-MCC in der Form 2 anstatt der standardmäßigen Ausführung in Form 4 23 % Kosten sparen.
Der Wasserversorger Severn Trent Water konnte durch die Verwendung eines Abwassereinlauf-MCC in der Form 2 anstatt der standardmäßigen Ausführung in Form 4 23 % Kosten sparen.
(Bild: Rockwell Automation)

Severn Trent Water ist mit mehr als 3,7 Millionen privaten und gewerblichen Kunden in England und Wales der zweitgrößte Wasserversorger im Vereinigten Königreich. Über Rohrleitungen von insgesamt 46 000 km Länge liefert das Unternehmen Tag für Tag nahezu zwei Milliarden Liter Wasser. Hinzu kommen 91 000 km Abwasserleitungen, mit denen das Abwasser zu den mehr als 1000 Kläranlagen transportiert wird.

Das Unternehmen verfügt über eine Beratergruppe aus internen und externen Personen mit der Aufgabe, neue Ansätze und Technologie zu prüfen und festzustellen, wie das Unternehmen am meisten davon profitiert und wie dadurch der Kundenservice verbessert werden kann. Die integrierten Motor Control Centers (MCCs) von Rockwell Automation entsprachen den Vorstellungen von Severn Trent Water und der Firma NMC Nomenca, die zu den wichtigsten Planungs- und Ausführungsunternehmen des britischen Wasserversorgers gehört. Weiterer wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts war die Einführung einer Form-2-Konstruktion; eine bewährte, platzsparende Ausführung, die sich auch schon in anderen Branchen bewährt hatte.

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Herausforderung

Im Rahmen einer kürzlich durchgeführten Anlagenerneuerung, der eine umfassende Durchführbarkeitsstudie vorausging, gab Severn Trent Water den Ingenieuren von NMC Nomenca grünes Licht für die Sondierung neuer oder selten genutzter Technologien bei der Entwicklung moderner Abwassereinlaufvorrichtungen in der Kläranlage Melton Mowbray. Dabei ging es im Einzelnen um den Ersatz der bisherigen Rechen- und Sandfangeinrichtungen im Pumpwerk Lake Terrace.

Bei der Modernisierung blieben die vorhandenen Pumpen in Lake Terrace erhalten, um das Roh-Abwasser nach Melton Mowbray zu fördern, wo die neuen Abwassereinlaufvorrichtungen errichtet wurden und die Aufbereitung stattfindet. Der Abwassereinlauf wurde von seiner Kapazität her so ausgelegt, dass die Anlage auch den Zufluss vom nahe gelegenen Asfordbury verarbeiten konnte.

Da am Standort Lake Terrace der Platz begrenzt war und weitere Risiken einen Ausbau verhinderten, wurde die mechanische Vorreinigungs-Infrastruktur nach Melton Mowbray verlagert. Die Ingenieure von Severn Trent Water und NMC Nomenca konnten nun die Verwendung neuer Technologie und Ideen in Lake Terrace ins Auge fassen. Nach einer fundierten Untersuchung durch die ICA Community of Practice Group fiel die Wahl im Zuge einer Ausschreibung auf die MCCs und die zugehörige Technologie von Rockwell Automation.

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