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10. Schüttgut-Forum

Aus der Praxis – Sicherheit für Mensch, Anlage und Produkt

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Sabine Mühlenkamp

Wie ein konstruktiver Explosionsschutz gelingt, verdeutlichten die anschließenden zwei Vorträge. Anhand einiger Beispiele zeigte Andreas Kühn von Ebro Armaturen die Einsatzbedingungen für Absperrklappen auf und stellte mögliche Risiken vor. Dabei zeigte er, wie eine Armatur zu konfigurieren ist, um möglichst optimale Lebenszyklen unter den sowohl vom Produkt als auch vom Prozess vorgegebenen Parametern gewährleisten zu können. Ebenfalls gab er Antwort auf die Frage, wie eine ordentliche Dokumentation auszuführen ist. Dabei verglich er scherzhaft die Dokumentation für die Ebro-Taktschleusen mit der Größe eines Lastwagens. Da es nicht immer möglich ist, eine zündfähige Atmosphäre zu vermeiden, hilft nur eine Entkopplung. Wie dies mithilfe der Taktschleusen gelingt, wurde anhand mehrerer Beispiele offenbar.

Schon längst ist bekannt, dass Starrfilter als Flammensperre bei Gasexplosionen eingesetzt werden können. Nun lässt sich das bewährte Starrfilterelement von Herding – dank modifizierter Ausführung – als konstruktiver Explosionsschutz einsetzen, wie Klaus Rabenstein erläuterte. Dafür wurden mit dem Starrfilterelement entsprechende Tests gestartet, die äußerst vielversprechende Ergebnisse lieferten.

Simulation von Partikelströmungen

Zum Abschluss des Explosionschutz-Blocks widmete sich Volker Krone von IEP Technologies der Explosionsunterdrückung und demonstrierte wie sich die Änderungen der Explosionskennwerte bzw. deren Auswirkungen auf die Auslegung von Sprühtrocknungsanlagen auswirken. Dabei zeigte er eindrucksvoll, wie groß die Ausbreitung einer Explosion und wie unterschiedlich diese sein können, je nach Ort der Zündstelle im Behälter oder Behältergeometrie. Selbst Wasserfahrten können – durch an Filtern o.ä. verbleibenden Stäuben – noch zu Explosionen führen. Bei der Explosionsunterdrückung wird sehr schnell – nachdem Drucksensoren alarmieren – Löschmittel NaHCO3 eingesprüht, welches die Partikel unter die Zündgrenze abkühlt. Der Vorteil: Nach erfolgtem Auslösen des Systems ist die Anlage innerhalb weniger Tage wieder betriebsbereit.

Der Nachmittag stand im Zeichen der Simulation von Partikelströmungen. Zunächst zeigte Harsh Khatri von Siemens PLM (vorher CD Adapco) wie sich mit einer gekoppelten Modellierung aus DEM und CFD komplexe Industrieprobleme (vom Drehrohrofen über Wirbelschichten bis zur pneumatischen Förderung) lösen lassen. „Wir wollen mit einer frühzeitigen Modellierung von Schüttgütern, den Betreibern mehr Zeit für Design und Exploration geben und so den Mehrwert deutlich steigern.“ Danach hatten die Teilnehmer selbst Gelegenheit auszuprobieren, wie sich ein Schüttgut-Problem mithilfe der Simulation lösen lässt. An Rechnern und mit Software von Cadfem mussten sie eine Förderanlage für Erz in Bezug auf Durchsatz, Bauraum, Verlust und Bruch optimieren. Gleichzeitig musste der Produkttransport bewertet werden. Auch wenn nicht alles beim ersten Versuch klappte, die Teilnehmer waren von ihren Ergebnissen sichtbar begeistert.

Der nächste Termin für das Schüttgut-Forum steht bereits fest. Notieren Sie sich schon jetzt den 16. und 17. November 2017, wenn sich wieder alles um aktuelle Schüttgut-Probleme und den sicheren Betrieb von Anlagen auf der Festung Marienberg dreht.

Weitere Bildergalerien zu den Förderprozess-Foren:

Impressionen von den Förderprozess-Foren 2016
Die Aussteller der 4. Förderprozess-Foren 2016
Förderprozess-Foren 2016: Exkursion Staatliche Feuerwehrschule Würzburg

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