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Recycling

Aufbereitung holt wertvolle Stoffe aus dem Abwasser zurück

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Wasserstoffrückgewinnung bei der Abwasserbehandlung

Der bei der elektrochemischen Behandlung des Wassers durch Elektrokoagulation und Elektrooxidation als Nebenprodukt entstehende Wasserstoff soll ebenfalls genutzt werden. „Den Wasserstoff wollen wir zurückführen und reinigen, sodass wir ihn mittels einer Brennstoffzelle zur Energieversorgung des Systems nutzen können“, verdeutlicht Karos den neuartigen Ansatz. Erste Hochrechnungen der Forscher am Fraunhofer-IGB hätten ergeben, dass sich 10 % des Energieeinsatzes durch die Nutzung des Wasserstoffs einsparen ließen, erläuterte Karos auf Anfrage der nachhaltigen Produktion: „Dies wollen wir natürlich noch verbessern.“

Einer der Forschungspartner beim Rewagen-Projekt ist die Aqon Water Solutions GmbH in Bensheim. Das Unternehmen bietet Geräte an, die mittels der Pulsed Electric Field Technology oder elektrokinetischer Dipolinduktion Wasser und wässrige Prozessmedien wie Emulsionen, Suspensionen, Schleif-, Wasch- oder Prozessabwässer, Brauch- und Betriebswasser, fett- oder ölhaltige Ab- und Prozesswässer aufbereitet.

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Innerhalb des Forschungsprojekts Rewagen besteht der Part von Aqon darin, mit gepulster Hochspannung die energiereichen Stoffe aus dem Molkereiabwasser zu separieren. „Wir wollen mit Elektroenergie Fette, Öle und gelöste organische Stoffe aus dem Wasser lösen, ohne Chemie einzusetzen“, erläutert Aqon-Geschäftsführer Marian Wilk im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Fettfracht im Molkereiabwasser lässt sich dann als Tierfutter oder zur Energiegewinnung einsetzen. Das elektrokinetische Dipolinduktionsverfahren, auf das Aqon in seinem High Tension System (HTS) setzt, ermöglicht nach Auskunft von Wilk eine weitgehende Fällung oder Flockung organischer Materialien ohne Einsatz von Chemie.

Technik für Metallverarbeiter an Molkereiabwässer angepasst

Das Unternehmen, das bisher eher im Bereich der Metallverarbeitung seine Kunden gefunden hat, muss sein System jedoch für das Rewagen-Projekt weiterentwickeln: „Wir arbeiten hier mit wesentlich höheren Spannungen über 70 kV und wesentlich höheren Frequenzen über 2 kHz“, beschreibt Wilk die Herausforderungen.

Doch auch Metallverarbeiter und Galavanikindustrie sollen seiner Aussage nach vom Aqon-Know-how profitieren können. Dazu wird in einem zweiten EU-Forschungsvorhaben „Ecowama – Wirtschaftlich effizientes Wassermanagement in der industriellen Fertigung (ECO-efficient Management of Water in the Manufacturing Industry)“ eine Weiterentwicklung der Pulsed Electric Field Technology der bisherigen HTS-Systeme vorangetrieben, um zum Beispiel chemielose Emulsionsspaltung und Abwasserbehandlung zu realisieren. „Im Bereich der Emulsionspflege, wenn mit einem Emulgatorenüberschuss gefahren wird, können damit einemulgierte Öle und feinste Feststoffstrukturen besser aus der Emulsion oder dem wässrigen Prozessmedium getrennt werden. Das würde 80 bis 90 % weniger Fällungs- und Flockungsmittel bei der Abwasserbehandlung bedeuten und die Standzeit von Prozessmedien wesentlich erhöhen“, erläutert Wilk.

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