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Rohstoffpreise August 2015

Atomverhandlungen und Griechenland drücken die Rohstoffpreise

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im Juli fielen die Rohölpreise wieder gewaltig. Wie sich die Preise im August gestalten entnehmen Sie den Grafiken in der Bildergalerie des Artikels.
Im Juli fielen die Rohölpreise wieder gewaltig. Wie sich die Preise im August gestalten entnehmen Sie den Grafiken in der Bildergalerie des Artikels. (Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Die weltweiten Wirren der Politik beeinflussen gerade die Rohstoffpreise massiv. Die Weltrohstoffpreise gerieten im Verlauf des Juli kräftig unter Druck. Auf Dollarbasis gaben sie um 9 % nach, infolge der weiteren leichten Abwertung des Euro zum Dollar machte der Rückgang in Inlandswährung 7 % aus.

Düsseldorf – Während die Diskussion um einen Austritt Griechenlands aus dem Euro die Märkte belastete, drückten schwächere US-Konjunkturdaten und der Verfall der Börsenkurse in China ebenfalls auf die Stimmung. Investive Anleger zogen sich aus den Märkten der börsennotierten Metalle zurück.

Der Abschluss der Atomverhandlungen mit dem Iran bewegte vor allem die Ölmärkte. Der Rohölpreis fiel wieder unter die Marke von 50 Dollar je Barrel Brent. Obwohl die für 2015 erwartete durchschnittliche Rohölnachfrage erneut nach oben korrigiert wurde, existiert derzeit noch ein Angebotsüberschuss. Allerdings ist die Reaktion der Märkte auf die Einigung im Atomstreit überzeichnet. Kurzfristig kann der Iran seine Tagesproduktion nur geringfügig ausweiten, da ein hoher Investitionsstau bei den Förderanlagen besteht. Mittelfristig ist nach entsprechenden Investitionen aber durchaus wieder eine Förderung von über vier Millionen Barrel pro Tag möglich. Wir gehen derzeit davon aus, dass Saudi-Arabien seine Förderung definitiv nicht zugunsten des Iran zurücknehmen wird. Aus diesem Grund geht die IKB für die nächsten Monate von einer unverändert hohen saudischen Ölproduktion aus, die trotz sinkender amerikanischer Förderung die Preise niedriger halten wird. Die Experten der Industriebank erwarten daher bis Ende des dritten Quartals eine Bewegung des Rohölpreises um 50 Dollar/bbl Brent in einer Spanne von zehn Dollar um diese Marke.

Die unverändert gute globale Gasversorgung bewirkt – trotz temporärem verbalen Säbelgerassel zwischen Russland und der Ukraine –, dass auch die Gasnotierungen frei deutsche Grenze nochmals Potenzial nach unten aufweisen. Die IKB sieht hier eine weitere Preissenkung von rund 4 % bis zum Ende des dritten Quartals. Während der Heizperiode rechnen die Experten dann allerdings wieder mit einem Anstieg. Angesichts der erwarteten Zinswende in den USA sollte der US-Dollar gegenüber dem Euro tendenziell aufwerten. Die IKB erwartet für die nächsten Monate einen Kurs um 1,05 Dollar je Euro.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Rückblick:

Rohstoffpreise Juli 2015: Vom Grexit in das Sommerloch?

Rohstoffpreise Juni 2015: Rohstoffpreise steigen weiter

Rohstoffpreise Mai 2015 – Kommt jetzt die Frühjahrsbelebung auf den Rohstoffmärkten?

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