Newsticker Januar: Aktuelles aus der Prozessindustrie GSK lehnt Milliardenangebot von Unilever ab

Von Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

17.01.2022

Greifswald (dpa/mv) *09:16 Uhr – Arzneimittelproduzent Cheplapharm plant Börsengang

Der Arzneimittelhersteller Cheplapharm mit Sitz in Greifswald will bis Ende März an die Börse gehen. Dabei strebt das Pharmaunternehmen aus der Ausgabe neuer Aktien einen Erlös von rund 750 Millionen Euro an, wie die Aktiengesellschaft am Montag mitteilte. Mit den Einnahmen sollen Schulden zurückgezahlt sowie Produktrechte erworben werden. Cheplapharm verfügt über keine eigene Forschung und Entwicklung, sondern kauft etablierte Medikamente von großen Pharmaunternehmen, die es dann in Lohnfertigung herstellen lässt und vertreibt. In den neun Monaten bis zum 30. September 2021 erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 793 Millionen Euro.

16.01.2022

London (dpa) *10:44 Uhr – Pharmakonzern Glaxosmithkline lehnt Milliardenangebot von Unilever ab

Der britische Pharmahersteller Glaxosmithkline (GSK) hat ein etwa 60 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für seine Konsumgütersparte mit Marken wie Sensodyne oder Otriven als zu niedrig zurückgewiesen. Die Offerte des Unilever-Konzerns sei nicht im besten Interesse der Aktionäre, teilte GSK am Samstag mit. Auch die Aussichten der Sparte seien unterschätzt worden.

GSK will jetzt die ohnehin geplante Abspaltung des Bereiches «Consumer Healthcare» fortsetzen. Die Trennung der Tochter vom klassischen Pharmageschäft mit Medikamenten und Impfstoffen ist für Mitte des Jahres geplant. Die Sparte hat ein großes Sortiment von Gesundheitsprodukten wie Dr.-Best-Zahnbürsten, Voltaren-Schmerzsalbe oder Nahrungsergänzungsmittel der Marke Centrum.

14.01.2022

Leverkusen (dpa) *15:56 Uhr – Covestro: Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2028

Beim Chemiekonzern Covestro wird es bis Ende 2028 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Das ist Bestandteil einer Betriebsvereinbarung, auf die sich der Covestro-Vorstand und der Gesamtbetriebsrat verständigt haben, wie das Unternehmen am Freitag in Leverkusen mitteilte. Zuvor hatte die «Rheinische Post» darüber berichtet.

Die neue Gesamtbetriebsvereinbarung beinhaltet demnach ein breites Maßnahmenbündel, das die Beschäftigung an den deutschen Covestro-Standorten langfristig sichern soll, sowie ein klares Bekenntnis zu den deutschen Standorten, der Konzernzentrale mit Sitz in Leverkusen sowie Investitionen in Deutschland.

Zuletzt hatten im Herbst vergangenen Jahres Berichte über den möglichen Abbau von bis zu 1700 Stellen – davon mehr als 900 in Deutschland – für Unruhe im Unternehmen gesorgt. Doch heißt es mittlerweile, die Zahl der tatsächlich abzubauenden Stellen werde unter Umständen geringer ausfallen als ursprünglich hochgerechnet.

Etwaige Personalabbaumaßnahmen sollen nach Unternehmensangaben sozialverträglich, freiwillig und im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Unternehmen und Mitarbeitenden erfolgen, etwa durch Aufhebungsverträge oder Vorruhestandsregelungen.

Brüssel (dpa) *14:57 Uhr – Farbstoff Titandioxid künftig im Essen verboten

Kaugummis, Süßigkeiten und andere Lebensmittel müssen in Zukunft ohne den weit verbreiteten weißen Farbstoff Titandioxid auskommen. Die EU-Kommission hat am Freitag ein Verbot für den Zusatzstoff in Lebensmitteln wegen möglicher Krebsrisiken erlassen.

Es tritt den Angaben zufolge in sechs Monaten in Kraft. «Mit dem heutigen Verbot entfernen wir einen Lebensmittelzusatzstoff, der nicht mehr als sicher gilt», sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Der als E171 bekannte Stoff kommt auch in Backwaren, Suppen und Salatsoßen vor. Die EU-Kommission hatte ihren Vorschlag im vergangenen Frühjahr auf Grundlage einer überarbeiteten Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) vorgelegt. Die EU-Staaten hatten dem Verbot bereits zugestimmt.

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