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Arbeitssicherheit Arbeits- und Gesundheitsschutz im Unternehmen ist Chefsache

| Autor/ Redakteur: Bernhard Kuttkat / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Arbeitsunfälle wird man nie ganz vermeiden können, aber mit einem strukturierten Arbeitsschutz steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht dazu kommt. Der Nutzen eines Arbeitsschutzes mit System sind bessere Unfallverhütung, Gesundheitsvorsorge, sinkende Kosten, verringerte Fehlzeiten und eine höhere Wirtschaftlichkeit der Produktion.

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Wo gearbeitet wird, können Fehler passieren – geeignete Methoden und Systeme für einen wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz können die Unfallrisiken jedoch minimieren.
Wo gearbeitet wird, können Fehler passieren – geeignete Methoden und Systeme für einen wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz können die Unfallrisiken jedoch minimieren.
(Bild: TÜV Süd)

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist im Jahr 2012 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2 % auf 899.172 zurückgegangen. Das geht aus einer vorläufigen Erhebung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hervor. Noch stärker verringerten sich im gleichen Zeitraum die Wegeunfälle: Sie nahmen um rund 7 % auf 176.034 ab. 495 Arbeitsunfälle und 385 Wegeunfälle endeten tödlich (2011: 498 und 394).

„Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist 2012 noch einmal leicht gestiegen. Vor diesem Hintergrund können wir mit dem leichten Rückgang der Arbeitsunfälle sehr zufrieden sein“, sagt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV.

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Meiste Unfälle durch Mängel in Verhalten und Organisation

Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Fehler in Arbeitsabläufen und im Verhalten von Mitarbeitern können Risiken für Leben und Gesundheit nach sich ziehen. Unternehmen sind gefordert, solchen Fällen vorzubeugen. Gesetzliche Anforderungen und Vorschriften von Unfallversicherungsträgern nehmen die Verantwortlichen in die Pflicht. Auch wenn Risiken sich nicht vollständig vermeiden lassen – geeignete Methoden und Systeme führen dazu, sie zu minimieren. Als Unfallursache Nummer eins gelten heutzutage Verhaltens- und Organisationsmängel. „Um diese zu beseitigen, hat sich die Implementierung eines Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystems (ASM), beispielsweise nach BS OHSAS 18001:2007, bewährt“, weiß Dipl.-Ing. Andreas Engelhardt, Produktmanager OH & S der TÜV Süd Management Service GmbH in München. Der Standard führt dazu, dass Gefahren frühzeitig erkannt werden. So wird der Arbeits- und Gesundheitsschutz kontinuierlich verbessert.

„Das Ziel eines ASM richtet sich daran aus, die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass Arbeitsunfälle passieren, womit ein effizienter Schutz der Mitarbeiter gewährleistet ist“, erläutert Dr. Jürgen Hirsch, geschäftsführender Gesellschafter der SIC Consulting GmbH in Frankfurt. Das ist auch das Ziel der Arbeitsschutz-Gesetzgebung, das durch ein ASM systematisch umgesetzt wird, nämlich Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit durch Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu sichern und zu verbessern.

Er konkretisiert: „Wesentliche Voraussetzung für den Erfolg eines Arbeitsschutzmanagementsystems sind eine Geschäftsführung und Führungskräfte, die das System unterstützen.“ Nützlich ist der Regelkreis: Anforderung erkennen – Maßnahmen planen – Maßnahmen umsetzen – Wirksamkeit bewerten. Ein effizientes ASM überprüft die Wirksamkeit der festgelegten Prozesse und Regelungen und verbessert sie dann bei Bedarf. Das Ziel der Effizienz ist dabei immer, die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass ein Mitarbeiter geschädigt wird. Die einzige Kenngröße ist nicht nur die Anzahl der Arbeitsunfälle, auch andere Kennzahlen sind sinnvoll.

Führungskräfte müssen hinter den Maßnahmen stehen

Ein weiterer Vorteil eines solchen Systems ist laut Hirsch, dass sich Mitarbeiter mehr ernst genommen fühlen, wenn für ihren Schutz etwas getan wird: „Dabei gibt es aber auch immer eine Grenze, wenn sich Mitarbeiter durch die festgelegten Maßnahmen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit behindert fühlen.“ Wenn die festgelegten Schutzmaßnahmen oder Verhaltensweisen nicht akzeptiert werden, sind sie natürlich nicht wirksam. „Deshalb ist es so wichtig“, betont Hirsch, „dass die Führungskräfte hinter dem ASM stehen und den Mitarbeitern die Wichtigkeit, auch für ihre eigene Gesundheit, erläutern.“

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