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Natürliche Farbstoffe Apfelextrakte als färbende Lebensmittelzutat

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Wenn aufgeschnittene Äpfel in Kontakt mit Sauerstoff kommen, verfärben sie sich braun. Im Haushalt ist dieser Effekt oft unerwünscht; die Projektpartner von „Appo“ möchten ihn dagegen nutzen: Ziel ist ein Verfahren, um färbende Inhaltsstoffe aus Apfelresten, die z.B. bei der Getränkeherstellung anfallen, als natürlichen Farbstoff in für Lebensmitteln zugänglich zu machen

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Die Partner des BMWi-Projektes entwickeln ein Industrie-fähiges Verfahren, um aus Reststoffen der Apfelsaftherstellung einen natürlichen färbenden Lebensmittelzusatz zu gewinnen
Die Partner des BMWi-Projektes entwickeln ein Industrie-fähiges Verfahren, um aus Reststoffen der Apfelsaftherstellung einen natürlichen färbenden Lebensmittelzusatz zu gewinnen
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Martinsried – Viele Lebensmittel enthalten heutzutage Farbstoffe um sie für den Verbraucher attraktiv zu machen. Der Wunsch nach natürlichen Farbextrakten wird dabei immer stärker. Allerdings fehlen insbesondere für Brauntöne wie z.B. in Cola-Getränken entsprechende natürliche Alternativen. Hier möchte das „Appo“-Projektteam eine nachhaltige Lösung liefern.

„In Äpfeln sind sogenannte Polyphenole enthalten, die für die Braunfärbung verantwortlich sind. Diese Inhaltsstoffe möchten wir extrahieren und enzymatisch oxidieren um so einen färbenden Lebensmittelzusatz zu erhalten. Als Ausgangsstoff sollen dabei Pressrückstände aus der Apfelsaftproduktion genutzt werden. Unser Ziel ist ein großtechnisch realisierbares Verfahren, das industrielle Reststoffe verwendet und einen gesunden natürlichen Farbextrakt für alltägliche Lebensmittel liefert“, erklärt Arno Cordes, Geschäftsführer der ASA Spezialenzyme.

Im Projekt arbeitet ASA Spezialenzyme eng mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV zusammen. Die Projektpartner werden für drei Jahre im Rahmen des „Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund 320.000 Euro gefördert. Projektidee und -konsortium entstanden innerhalb des ZIM-Kooperationsnetzwerks „Waste 2 Value“, das von der IBB Netzwerk (Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk ) gemanagt wird. Die Partner des Netzwerks treffen sich in regelmäßigen Abständen, um innovative Projekte zum Thema „Wertschöpfung aus Reststoffen“ anzustoßen.

Über das ZIM-Kooperationsnetzwerk „Waste 2 Value“

Im ZIM-Kooperationsnetzwerk „Waste 2 Value“ arbeiten Partner aus Industrie und Wissenschaft unter Koordination der IBB Netzwerk an einem gemeinsamen Ziel: Biobasierte Reststoffe aus der industriellen Verarbeitung sollen als Ausgangsstoffe für neue Alltagsprodukte genutzt werden. Das Netzwerk unterstützt damit den Wandel von einer erdölbasierten zu einer stärker biobasierten und nachhaltigen Gesellschaft.

Das Netzwerk berücksichtigt die gesamte Wertschöpfungskette - von der Rohstoffbereitstellung, der Fermentation, Extraktion und katalytischen Veredelung, über die Prozessentwicklung und Aufarbeitung bzw. Modifikation bis hin zum Einsatz in Endprodukten. Genutzt werden Rest- und Abfallströme aus beispielsweise der Forst- und Landwirtschaft, der verarbeitenden Lebensmittelbranche oder der Holz- und Papierindustrie. Aus diesen Rohstoffen werden im ersten Schritt Spezial- und Basischemikalien gewonnen, wie z.B. Butanol oder sekundäre Pflanzenstoffe (phenolische Verbindungen, Terpene, u.a.). Anschließend werden diese Chemikalien zu hochwertigen Produkten weiterverarbeitet.

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