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Prozessindustrie 4.0: Ventiltechnik der Zukunft Ankunft eines intelligenten Ventil-Systems

| Autor / Redakteur: Mareike Monninger* / Wolfgang Ernhofer

Neue technische Entwicklungen drängen im Zuge von Prozessindustrie 4.0 auf den Markt. Ein neues System im Bereich der Ventiltechnik schwingt sich dabei auf die Spitze der Entwicklungspyramide. Mit ihm können Abläufe vereinfacht, Verwaltungen besser strukturiert und Prozesse optimiert werden. Damit bietet es Mehrwerte sowohl für Anlagenbauer wie auch -betreiber.

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Prozessindustrie 4.0 hat einen Namen: Mit Conexo werden Mehrwerte für die gesamte verfahrenstechnische Anlage generiert: Abläufe können vereinfacht, Verwaltungen besser strukturiert und Prozesse optimiert werden.
Prozessindustrie 4.0 hat einen Namen: Mit Conexo werden Mehrwerte für die gesamte verfahrenstechnische Anlage generiert: Abläufe können vereinfacht, Verwaltungen besser strukturiert und Prozesse optimiert werden.
(Bild: Gemü)

Anlagen so wirtschaftlich wie möglich zu betreiben, spielt in der Industrie eine immer größere Rolle. Wichtig dafür ist, dass alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt, Betriebszustände und Abläufe in der Anlage verstanden sind und Stillstandzeiten so gering wie möglich gehalten werden können. Bei Letzterem ist insbesondere die Wartung von Anlagenkomponenten, wie beispielsweise Ventilen, ein einflussreicher Faktor. Hier ist jede Vereinfachung im Ablauf, in der Dokumentation und Verwaltung sowie jegliche Unterstützung zur Fehlervermeidung entscheidend und kann dazu beitragen, dass ungeplante Stillstandszeiten reduziert und somit Verfügbarkeit und Prozesssicherheit einer Anlage erhöht werden.

Vereinfachung heißt in diesem Fall Dokumenations- und Verwaltungsaufwand zu reduzieren und damit Zeit zu sparen. Unterstützung bei der Wartung bedeutet, alle zur Wartung relevanten Informationen direkt am Ort des Geschehens digital zur Verfügung zu stellen.

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Um dies realisieren zu können, hat Gemü ein System entwickelt: Bei Conexo sind die Ventilkomponenten – Ventilkörper, Antrieb und Membrane – und auch das Ventil als gesamte Betriebsmittelstelle mit einem RFID-Chip versehen und dadurch mit einer unverlierbaren, elektronischen Kennung ausgestattet. Dies ermöglicht nicht nur die eindeutige, elektronische Rückverfolgbarkeit, sondern auch eine bessere Identifizierbarkeit der Komponenten und Verschleißteile im Feld. Mit einem RFID-Reader, dem Conexo Pen, können sämtliche, dem Ventil bzw. der Komponente zugeordnete Informationen vor Ort ausgelesen und an einem Tablet über die Conexo App eingesehen werden. Somit stehen Dokumentationen und Werkszeugnisse digital zu jeder Zeit an der Anlagenkomponente zur Verfügung. Dem Betreiber einer Anlage ist es so auch möglich, Informationen zur letzten Wartung direkt vor Ort abzurufen.

Digitale Wartungsunterstützung

Die App verfügt des Weiteren über die Möglichkeit der digitalen Wartungsunterstützung. Der Monteur bekommt den Wartungsauftrag elektronisch auf seinem Tablet zugewiesen, kann das zu wartende Ventil eindeutig identifizieren und die Wartung durchführen. Es wird also auch digital und automatisch festgehalten, wer die Wartung durchgeführt und zu welchem Zeitpunkt diese stattgefunden hat.

Bei der Wartung selbst wird der Monteur mit der App durch den Wartungsablauf geleitet. Die alte und die neue Membrane wird jeweils gescannt, was durch den integrierten RFID-Chip möglich ist. Auch hier ist die Kennzeichnung wieder eindeutig, was sicherstellt, dass die richtigen Bauteile verwendet werden. Die Membrane bleibt eindeutig rückverfolgbar – auch nach dem Ausbau. Anschließend kann der Zustand der Membrane dokumentiert werden. Der Monteur wird dazu vom System aufgefordert, die alte Membrane zu bewerten und kann mithilfe der „Foto-Dokumentation“ ggf. die Membrane mit dem Tablet fotografieren. Die Verschleißteilbeurteilung erfolgt also ebenso elektronisch und kann somit auch systematisch ausgewertet werden.

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