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ISO 50001

Anforderungen an Energiemanagementsysteme steigen

| Redakteur: Tobias Hüser

Unternehmen haben es künftig schwerer, die Zertifizierung ihrer Energiemanagementsysteme (Enms) nach ISO 50001 zu erhalten: Ab Oktober 2017 müssen sie erstmals eine messbare Steigerung der Energieeffizienz nachweisen, ansonsten wird das Zertifikat nicht gewährt. So will es die neue Norm ISO 50003, die die Anforderungen an den Prüfer bei der Auditierung und Zertifizierung von Energiemanagementsystemen definiert.

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Unternehmen haben in Zukunft die Pflicht zur Effizienz-Steigerung, wenn sie eine Zertifizierung ihrer Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 erhalten wollen.
Unternehmen haben in Zukunft die Pflicht zur Effizienz-Steigerung, wenn sie eine Zertifizierung ihrer Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 erhalten wollen.
(Bild: © DOC RABE Media - Fotolia)

Kehl – Da Energiemanagementsysteme für viele Betriebe die Voraussetzung für dringend erforderliche steuerliche Vergünstigungen darstellen, müssen betroffene Unternehmen umgehend beginnen, eine geeignete Datenbasis aufzubauen und ein adäquates Kennzahlen-Messsystem zu implementieren. Denn bei Audits ab Oktober 2017 müssen bereits Aufzeichnungen über etwa ein Vierteljahr vorliegen, mit denen sich Effizienzsteigerungen tatsächlich auch belegen lassen.

„Aus unserer täglichen Beratungspraxis wissen wir, dass das Gros der Unternehmen unterschätzt, wie komplex die Entwicklung eines geeigneten Messkonzeptes ist“, sagt Wolfgang Hahn, Geschäftsführer der unabhängigen Energieberatungsgesellschaft ECG in Kehl. „Wenn die Kennzahlen nicht klug und vorausschauend definiert werden, kann es im schlimmsten Fall sogar passieren, dass diese eine Effizienzverschlechterung bescheinigen, obwohl eigentlich eine Verbesserung erreicht wurde – was dennoch zum Zertifikatsentzug führen würde.“

Unternehmen brauchen ausführliche Beratung

Vor allem zu starke Vereinfachungen sind problematisch. Vielmehr sollten bei der Entwicklung der Kennzahlen alle einflussnehmenden Variablen identifiziert und berücksichtigt werden. Den meisten Unternehmen sind die entscheidenden Faktoren jedoch nicht bewusst, zumal es hierfür auch keine pauschale Anleitung gibt. Je nach individuellen Gegebenheiten kann es sich etwa um konjunkturell bedingte Veränderungen der Auftragslage handeln, die den Energieverbrauch und damit die Effizienzberechnung beeinflussen, oder auch um Witterungseinflüsse oder Entscheidungen zur Schichtfahrweise.

Grundsätzlich stellen die Normen ISO 50001 (Aufbau eines systematischen Energiemanagements), 50003 (Zertifizierungsanweisungen für Auditoren), 50006 (Bildung von Energiekennzahlen) und 50015 (systematisches Messen) einen guten Leitfaden dar, um ein normkonformes Energiemanagementsystem zu etablieren. Laut Energieexperte Hahn kommen Unternehmen hier dennoch schnell an ihre Grenzen: „Für die Unternehmen steigen einmal mehr der zeitliche Aufwand, die damit verbundenen Kosten und nicht zuletzt das Risiko, aufgrund ungeeigneter Kennzahlen die Zertifizierung und damit Steuerentlastungen verwehrt zu bekommen.“ Er bemängelt zudem, dass die Politik der Industrie signalisiert hatte, von derartigen Vorschriften abzusehen: „Nun kommen Optimierungspflichten und Messvorschriften durch die Hintertür und bleiben dadurch weitestgehend unbemerkt, obwohl damit erhebliche wirtschaftliche Risiken für die Unternehmen verbunden sind.“

Das von PROCESS organisierteEnergy Excellence Forumam 10.Mai 2017 im Industriepark Höchst, Frankfurt/Main, zeigt eine Vielzahl von technischen Konzepten und Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz auf.

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