Erdgasreinigung Aminwäsche neu definiert

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Ein neue neue Klasse von Aminen verringert den Energieverbrauch bei der Gaswäsche um zehn Prozent und erhöht den Durchsatz um 20 Prozent. Jetzt hat das Verfahren den Durchbruch geschafft. Die ersten Anlagenumstellungen stehen vor der Tür.

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Die neuen Amine von Evonik reduzieren den Energieverbrauch.
Die neuen Amine von Evonik reduzieren den Energieverbrauch.
(Bild: GULNAZ YAMINOVA)

Evonik Industries hat einer Pressemeldung zufolge nach Erfolgen bei der Reinigung von Biogas nun auch den Eintritt in den wichtigen Markt für die Erdgasaufreinigung geschafft. Das Unternehmen hat eine neue Klasse von Aminen entwickelt, die saure Gase wie Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff deutlich effektiver als etablierte Amine entfernen und auch noch Leistung und Lebensdauer der Anlagen erhöhen sollen. Auch Nebeneffekte, wie z.B. Schäumen, Degradation, Korrosion und Energieintensität, soll die Aminwäsche mit Caplus vermeiden.

Zurzeit führt Evonik Caplus bei namhaften Erdgasproduzenten in den Regionen Südostasien, Mittlerer Osten/Nordafrika und Südamerika ein. „Unsere größte Herausforderung bestand darin, eine erste große Erdgasfirma von der Umstellung zu überzeugen", sagt Projektleiter Dr. Jörn Rolker von Evonik Industries. „Wir haben uns als kompletter Technologielieferant aufgestellt, der sich intensiv mit der Kundenanlage befasst und ein umfangreiches Servicepaket anbietet. Das hat überzeugt.“

Seine Feuertaufe hat die neue Aminwäsche im Juli 2014 bestanden, als die Amine in eine größere kommerzielle Erdgasaufreinigungsanlage in Südostasien eingefüllt wurden. „Während der knapp dreimonatigen Beobachtungszeit wurden alle vorausgesagten und vertraglich vereinbarten Wertbeiträge geliefert“, sagt Rick Steglich, Director Innovation. Offenbar hat das den Kunden überzeugt, denn er will nach Aussage von Evonik Anlagen auf die neue Aminwäsche umstellen.

Erdgas ist der weltweit wichtigste Gasstrom. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass der Gasverbrauch bis 2035 um 50 Prozent steigen und dann ein Viertel am weltweiten Energiemix ausmachen wird. Ohne eine derartige Aufbereitung sind Gasströme, wie Erdgas, Biogas, Synthesegas oder Rauchgas kaum nutzbar.

Vor rund zwei Jahren wurde Caplus erstmalig in eine kommerzielle Biogasanlage eingefüllt. Trotz extremer Bedingungen war über die gesamte Zeit kein Nachfüllen des Absorptionsmittels erforderlich. Verglichen mit den marktüblichen Mitteln lassen sich Energieeinsparungen von etwa 10 Prozent und Kapazitätssteigerungen von etwa 20 Prozent darstellen.

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