Arzneimittelmarkt Ärzte verschreiben mehr Medikamente

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Wegen der Grippe und Erkältungswelle am Anfang des Jahres 2013 verordneten Ärzte mehr Medikamente. Zum ersten Mal seit 2010 ist die Zahl der über die Krankenkasse abgerechneten Packungen gestiegen.

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Im letzten Jahr haben die Ärzte deutlich häufiger zum Rezeptblock gegriffen als in den Jahren zuvor.
Im letzten Jahr haben die Ärzte deutlich häufiger zum Rezeptblock gegriffen als in den Jahren zuvor.
(Bild: Fotolia)

Waldems-Esch – Des einen Freud des anderen Leid: Die Grippe und Erkältungswelle am Anfang des Jahres 2013 hat den Apotheken Zuwächse beschert, den Krankenversicherung dagegen Mehrkosten: Laut Insight Health haben Ärzte zum ersten Mal seit 2010 wieder mehr Medikamente verschrieben, nämlich rund sechs Millionen Packungen mehr.

Lagen die Zuwachsraten bis dahin unter einem Prozentpunkt, stiegen sie im Zeitraum Januar bis Oktober 2013 um 2,2 Prozent auf 575 Millionen Verordnungen an. Diese Entwicklung wird durch einen Blick auf die verordneten Packungsgrößen gestützt. Während in den Vorjahren jeweils die N3-Packungen die stärksten Zuwächse verzeichneten, sind es aktuell die kleinen Packungseinheiten von z.B. Antibiotika und Grippemitteln.

Aber auch andere Medikamentengruppen haben zugelegt. Häufiger zum Rezeptblock griffen Ärzte bei Antithrombose-Präparaten vom Typ „Xarelto“, deren Verordnungsvolumen sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht hat. Auch die zu den Antidiabetika zählenden DPP-IV-Hemmer legten mit +20 Prozent stark zu.

Die zentral wirksamen Muskelrelaxantien (-21 Prozent) sowie die Gruppe der Nitrite und Nitrate (-17 Prozent) und die Sulfonylharnstoff-Antidiabetika (-14 Prozent) verloren demgegenüber überdurchschnittlich stark.

Auch Kinderärzte verschrieben mehr

Auffällig ist auch, dass vor allem Kinderärzte (+6,8 Prozent) und Neurologen (+5,9 Prozent) deutlich mehr verschrieben haben. Bei Letzteren stiegen die Verordnungen insbesondere im Bereich Schmerz und psychische Erkrankungen. Bei den verordnungsstärksten Facharztgruppen der Allgemeinmediziner und Internisten dagegen hat sich das Verordnungsvolumen lediglich um rund ein Prozent erhöht.

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