Newsticker: Aktuelles aus der Prozessindustrie New York verklagt Exxon Mobil, Shell und BP

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

23.04.2021

New York (dpa) *0:23 Uhr – New York verklagt Exxon, Shell und BP wegen angeblicher Klimalügen

Die Stadt New York City hat die Ölmultis Exxon Mobil, Shell und BP sowie den Lobbyverband American Petroleum Institute wegen irreführender Werbung und betrügerischer Geschäftspraktiken verklagt. Die Konzerne würden durch PR-Kampagnen systematisch über ihre Rolle bei der Klimaverschmutzung hinwegtäuschen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Die Unternehmen zählten zu den größten Umweltverpestern, würden ihre Produkte aber als «grüner» und «sauberer» bewerben, beklagte Lorelei Salas von der Abteilung für Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Ölkonzerne von diesem Schwindel profitieren. Die Stadt fordert, dass das angeblich illegale «Greenwashing» untersagt wird und die Unternehmen Strafen zahlen.

Der Leiter der Rechtsabteilung des American Petroleum Institutes, Paul Afonso, bezeichnete die Klage in US-Medien als «haltlos». Ein Exxon-Sprecher verwies auf einen früheren New Yorker Rechtsstreit um angebliche Falschaussagen zum Klimawandel, bei dem der Ölkonzern im Jahr 2019 freigesprochen worden war. Solche Klagen würden nichts Sinnvolles dazu beitragen, Umweltprobleme zu lösen, sagte der Sprecher. Stellungnahmen von BP und Shell lagen zunächst nicht.

Umweltschützer fordern von den Unternehmen der Branche schon lange striktere Klimaziele. Exxon etwa kam dem laut eigenen Angaben Ende 2020 nach und sieht sich im Einklang mit dem Klimaabkommen von Paris. Die Ziele beziehen sich aber auf die Emissionsintensität, bei der es nicht um eine absolute Senkung von Treibhausgasen geht. Somit könnte der Ausstoß an umweltschädlichen Emissionen bei einer steigenden Ölproduktion in Zukunft zunächst durchaus weiter zunehmen.

22.04.2021

London (ots/PRNewswire) *14:51 Uhr – Eli Lilly ist zum ersten Mal das innovativste Unternehmen

Die zehnte Ausgabe des jährlichen Pharmaceutical Invention Index (pharmazeutischer Innovationsindex), die heute veröffentlicht wurde, setzt Eli Lilly zum ersten Mal an die Spitze der Branche. Der pharmazeutische Erfindungsindex, ein Ranking der besten Pipelines der Branche, setzt Bristol-Myers Squibb auf Platz 1.

Mit einem Fokus auf Wertschöpfung definiert der Index die Innovation als eine "Rendite auf Erfindungen" und misst, bewertet und feiert die Fähigkeit eines Unternehmens, Patienten Innovationen bereitzustellen, indem er die Leistung auf der Grundlage eines fortlaufenden Fünfjahreszeitraums

(2015-2020) objektiv bewertet und unter dieser einfachen Prämisse agiert: Wenn man zwei verschiedenen Unternehmen dasselbe Molekül in einer frühen Phase geben würden, welches würde das Beste daraus machen?

Der pharmazeutische Erfindungsindex führt eine Rangliste der besten Pipelines der Branche ein und bewertet Neuheiten und sinnvolle Entwicklungen in erstklassiger Entwicklung, bei bahnbrechenden Medikamenten und vielem mehr.

Der stetige und signifikante Anstieg von Lilly zur Nummer 1 des Innovationsindexes kann auf mehrere Erfolge bei klinischen Daten und bemerkenswerte neue FDA-Zulassungen sowie auf eine starke Leistung von kürzlich eingeführten Medikamenten zurückgeführt werden. Die Top 10 des Innovationsindexes umfassen neue Akteure - Seagen und Incyte - und zeigen einen signifikanten Anstieg für Regeneron, was darauf hindeutet, dass kleinere Unternehmen mehr denn je in der Lage sind, ihre Produkte ohne einen traditionellen großen Pharmapartner Patienten zur Verfügung zu stellen. Der erste Platz von BMS in der Rangliste der Erfindungen belegt den Wert der Übernahme von Celgene für die Pipeline von BMS.

Pharmazeutischer Innovationsindex 2021

2021 / UNTERNEHMEN / ÄNDERUNG / 2020

1 / Eli Lilly / +4 / 5

2 / Roche / -1 / 1

3 / Regeneron / +7 / 10

4 / Seagen / - / NR

5 / Incyte / - / NR

6 / GlaxoSmithKline / +5 / 11

7 / Sanofi / +10 / 17

8 / AstraZeneca / +1 / 9

8 / Pfizer / +7 / 15

10 / Gilead Sciences / +5 / 15

10 / Novartis / -7 / 3

Pharmazeutischer Erfindungsindex 2021

2021 / UNTERNEHMEN / ÄNDERUNG / 2020

1 / Bristol-Myers Squibb / +1 / 2

2 / Incyte / - / NR

3 / Pfizer / +8 / 11

4 / Eli Lilly / -1 / 3

5 / Beigene / - / NR

6 / AstraZeneca / -5 / 1

6 / Regeneron / 0 / 6

8 / Johnson & Johnson / +5 / 13

9 / Novartis / -5 / 4

10 / Merck & Co / -2 / 8

Essen/Hanau/Mainz (dpa) *10:33 Uhr – Evonik produziert früher Lipide für Biontech-Impfstoff als erwartet

Der Spezialchemiekonzern Evonik ist mit dem Ausbau der Lipid-Produktion für den Corona-Impfstoff von Biontech schneller vorangekommen als geplant. Die Anlagen am Standort Hanau seien aufgebaut, und erste Lipide würden ausgeliefert, teilte der Essener Konzern am Donnerstag mit. Ursprünglich war die Herstellung größerer Mengen erst für das zweite Halbjahr avisiert worden. Bei den Arbeiten am Standort in Dossenheim in Baden-Württemberg kommt der Konzern laut einer Sprecherin gut voran, hier soll die Produktion weiterhin im zweiten Halbjahr starten.

Evonik stellt zwei verschiedene Lipide her, die zusammen mit anderen dieser fettartigen Moleküle den Botenstoff des mRNA-Vakzins mit dem Markennamen Comirnaty in eine Nanohülle einschließen. Erst das ermöglicht es, den Wirkstoff von Biontech und seinem US-Partner Pfizer an der richtigen Stelle im Körper freizusetzen. Nur so kann die Impfung ihre Wirkung entfalten.

In Deutschland können aktuell nur wenige Unternehmen die benötigten Lipide herstellen. Auch der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA versorgt Biontech mit diesen Stoffen und will die Liefermengen steigern.

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