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Treffpunkt der Prozessindustrie in China

AchemAsia 2016 eröffnet – und belegt: China agiert zunehmend auf Augenhöhe

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Showact anlässlich der feierlichen Eröffnungszeremonie
Showact anlässlich der feierlichen Eröffnungszeremonie (Bild: Dechema Ausstellungs-GmbH)

Mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie fiel in Beijing der Startschuss für die 10. AchemAsia, die sich dieses Jahr in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld behaupten muss – und das auch spürt. Doch obwohl westliche Unternehmen momentan eher zurückhaltend sind: die Stimmung auf der nach wie vor internationalsten Ausstellung für die Prozessindustrie in China ist gut.

Beijing/China – 295 Aussteller aus insgesamt 17 Ländern zeigen vom 9. bis 12. Mai im China National Convention Center in Beijing ihre Innovationen, Produkte und Technologien für Prozess- und Chemietechnik, Labor, Verpackungstechnik, Biotechnologie und Umwelttechnik sowie Anlagenbau. Auf der letzten AchemAsia 2013 konnten die Veranstalter noch 418 Aussteller aus 23 Ländern verbuchen.

Die schwierige wirtschaftliche Lage hinterlässt also ihre Spuren. Zurückzuführen sei der doch recht deutliche Ausstellerrückgang auf das eher zögerliche Engagement insbesondere westlicher Unternehmen in China, so die Veranstalter Dechema und CIESC. Umso deutlicher zeigt die AchemAsia – mit 194 chinesischen Ausstellern, darunter einige Niederlassungen internationaler Firmen –, dass China auf dem globalen Markt zunehmend auf Augenhöhe agiert.

Die Ausstellung wird durch ein Kongressprogramm mit einer Reihe von Satellitensymposien zu Topthemen der Industrie ergänzt: Die Auswirkungen vernetzter intelligenter Systeme auf die petrochemische Industrie und die Detektion flüchtiger Verbindungen in Petrochemieanlagen ebenso wie die Instandhaltung prozesstechnischer Anlagen, chemische Trenntechnik, Single-Use-Technologie und Biokorrosion sind Themen, die die Organisatoren und ihre Partner ausgewählt haben und die von internationalen Experten diskutiert werden. Dazu kommen Vorträge von Ausstellern, die ihre neuesten Produktinnovationen vorstellen und so mit einer breiten Palette von Neuentwicklungen in der Prozessindustrie das Programm abrunden.

Im Rahmen der Eröffnungspressekonferenz ließ Dr.-Ing. Thomas Scheuring, Geschäftsführer der Dechema Ausstellungs-GmbH, die Entwicklung in China in den mehr als 25 Jahren seit Beginn der AchemAsia Revue passieren. „Ich empfinde es als Privileg, von Anfang an ein Teil der AchemAsia-Geschichte gewesen zu sein und diese Entwicklung aus erster Hand miterlebt zu haben. Gemeinsam mit unseren Partnern und Freunden aus den Organisationen, die die AchemAsia unterstützen, sind wir im Lauf dieser Jahre durch Höhen und – nicht überraschend – auch einige Tiefen gegangen.“

Vom Wachstumsrausch verwöhnt

Der derzeitige Rückgang des prozentualen Wirtschaftswachstums in China sei mit Blick auf die gestiegene zugrundeliegende Wirtschaftsleistung zu erwarten. „Tatsächlich beobachten wir weiterhin ein beachtliches Wachstum in China mit Wachstumsraten von 6 bis 7 Prozent, eine Zahl, von der die Industrieländer nur träumen können. Leider haben viele westliche Firmen, die vom chinesischen Wachstumsrausch verwöhnt waren, ihr Engagement in China unter den neuen Randbedingungen zurückgefahren, auch wenn das kurzsichtig sein mag“, sagte Scheuring.

Professor Yang Yuanyi, Vizepräsident und Generalsekretär der Chemical Industry and Engineering Society of China (CIESC) ging in der Pressekonferenz auf die notwendigen strukturellen Anpassungen der chinesischen Industrie ein, die im kürzlich veröffentlichten 13. Fünfjahresplan beschrieben sind. Er erwarte, dass die AchemAsia mit ihren neuen Ideen und Konzepten eine Inspiration für Chinas petrochemische und chemische Industrie sein werde. „Wir glauben, dass diese Ausstellung Ausstellern und Besuchern eine seltene Gelegenheit zum Austausch bietet, und hoffen, dass chinesische Firmen und Firmen aus Übersee die wechselseitigen Investitionen ausbauen werden“, sagte Yang.

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