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Lebensmittelkennzeichnung Ab November können Lebensmittelhersteller den Nutri-Score rechtssicher verwenden

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Der Bundesrat hat den Weg freigemacht für den Nutri-Score und einer entsprechenden Verordnung von Bundesministerin Julia Klöckner zugestimmt. Sie soll nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt voraussichtlich Anfang November in Kraft treten. Von Unternehmen und Verbänden kommt jedoch nicht nur Zustimmung.

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Rechtssicherheit beim Nutzung des Nutri-Score: Der Bundesrat hat der entsprechenden Verordnung von Bundesministerin Julia Klöckner zugestimmt.
Rechtssicherheit beim Nutzung des Nutri-Score: Der Bundesrat hat der entsprechenden Verordnung von Bundesministerin Julia Klöckner zugestimmt.
(Bild: BMEL/Janine Schmitz/photothek.net)

Berlin – Ratifizierung der Nährwertkennzeichnung ermöglicht es nun Nährwertkennzeichnung Nutri-Score für in Deutschland in den Verkehr gebrachte Lebensmittel rechtssicher zu verwenden. Die Erwartungen der Bundesernährungsministerin Julia Klöckner sind hoch: „Von den Unternehmen erwarte ich, dass sie Farbe bekennen und ihr Sortiment umfassend kennzeichnen. Sie müssen Transparenz schaffen, es den Verbrauchern so ermöglichen, ihre Erwartungen an ein Produkt mit der zusammenfassenden Nährstoff-Bewertung des Nutri-Score abgleichen zu können.“

Farbe bekennen ist beim Nutri-Score wörtlich zu nehmen. Er umfasst eine fünfstufige Farb-Buchstabenkombination. Diese reicht von einem grünen A bis zum roten E und zeigt den Nährwert eines Lebensmittels an. Wobei die grüne A-Bewertung innerhalb dieser Produktgruppe ein eher gesundes Produkt kennzeichnet als ein Produkt mit rotem E. Verbraucher*innen können mit diesem Ampelsystem die größten Fettfallen und Zuckerbomben auf einen Blick erkennen. Der Wert vergibt Minus-Punkte für Nähr- und Inhaltsstoffe, deren übermäßiger Verzehr sich negativ auf die Gesundheit ausüben könnte. Jene, die einen eher positiven gesundheitlichen Einfluss haben, fließen mit Pluspunkten ein. Die erreichte Gesamtpunktzahl ergibt dann einen farblich unterlegten Buchstaben.

Der Lebensmittelkonzern Nestlé begrüßt die Entscheidung: „Wir freuen uns, dass ab sofort die Rechtssicherheit in Deutschland gegeben ist und wünschen uns, dass möglichst viele Hersteller und Händler Nutri-Score ebenfalls einsetzen,“ sagt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Annette Neubert, Head of Corporate Nutrition, Health and Wellness bei Nestlé Deutschland. „Wir sammeln bereits seit Anfang des Jahres Erfahrungen mit Nutri-Score auf der der Vorderseite unserer Produkte und haben viel positives Feedback dazu erhalten.“

Der Lebensmittelverband Deutschland sieht hingegen noch Nachholbedarf: „Wenn der Nutri-Score erfolgreich sein soll, dann darf er nicht im Widerspruch zu gängigen Ernährungsempfehlungen stehen“, kommentiert Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbands. Kritisch sehe man, dass etwa Pflanzenöle, ungesüßte Früchte- und Kräutertees sowie Vollkornprodukte zu einer ausgewogenen Ernährung gehören, aber im Algorithmus des Nutri-Score seien sie nicht ausreichend berücksichtigt. Ein weiterer Kritikpunkt: Zurzeit liegt die alleinige Verfügungsgewalt über das Nutri-Score-System beim französischen Staat. Der Lebensmittelverband fordert, es auf eine europäische Behörde zu übertragen.

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