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Aseptische Abfüllung Ab in die PET-Flasche: Aseptische Abfüllanlagen für sensible Molkereiprodukte

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Sie wird geliebt und verteufelt zugleich – die PET-Flasche. Allen Plastikmülldebatten zum Trotzt setzt sie ihren Siegeszug fort. Eingesetzt in der aseptischen Abfüllung erschließt sich die PET-Flasche selbst temperatursensible Produkte aus Molkereien.

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Mit seinem neuen Trocken-Aseptik-Block hat der Systemanbieter auf die aktuellen Bedürfnisse der Molkereien nach einer flexiblen und ressourcensparenden Abfüllung sensitiver Produkte in PET-Gebinde reagiert.
Mit seinem neuen Trocken-Aseptik-Block hat der Systemanbieter auf die aktuellen Bedürfnisse der Molkereien nach einer flexiblen und ressourcensparenden Abfüllung sensitiver Produkte in PET-Gebinde reagiert.
(Bild: KHS)

Kakao, Biomilch oder Molkedrink – Molkereien entwickeln eine Vielfalt an Produkten für die verschiedensten Bedürfnisse. Neben einer gesunden Ernährung spielt für Verbraucher*innen immer die Verpackungsform ein entscheidende Rolle. Dabei müssen Nachhaltigkeit, Produktschutz und eine bequeme Handhabung in Einklang gebracht werden. Für Wasser hat sich PET bereit seit vielen Jahren durchgesetzt. Dank aseptischer Abfüllung erobern PET-Flaschen nun auch säurearme Molkereiprodukte.

Derzeit gibt verschiedene aseptische Abfülllösungen am Markt. Hauptaugenmerk liegt natürlich auf einer sicheren und gleichzeitig effizienten Sterilisation. Aber auch schnelle Formatwechsel und modulare Systeme gewinnen an Bedeutung, da sich Molkereien immer schneller an sich ändernde Marktanforderungen anpassen müssen.

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Strategien für eine sichere Sterilisation

Sterilisieren mithilfe von einer warmen Peressigsäurelösung ist ein bewährtes und effektives Verfahren. Jedoch benötigtes es großen Menden an Wasser. Mit wachsendem Umweltbewusstsein werden Alternativen immer interessanter: etwa die Trockensterilisation. So setzt beispielsweise die Molkerei Aurora Organic Dairy für ihren neuen Milchbetrieb in Columbia (Missouri/USA) auf eine aseptische Combi Predis von Sidel. Ausschlaggebend war deren zertifizierte Leistungsfähigkeit: Combi Predis wurde nicht nur weltweit bereits 180 Mal installiert, sondern sie war auch die erste aseptische Abfüllmaschine für PET-Flaschen mit Trockensterilisation der Preformen, die vor drei Jahren eine FDA-Zulassung erhielt, betont der Hersteller.

So funktioniert die trockene Dekontamination der Preformen: Kurz bevor die Preformen in den Ofen kommen, wird in sie Wasserstoffperoxid (H2O2) eingespritzt. Die kritischen Parameter werden kontinuierlich überwacht, um umfassende Sterilität der Produktion, Getränkeintegrität und Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Die Dekontamination der Preform-Außenflächen übernehmen UV-Lampen. Gebaut wird diese Trockensterilisation nach den EHEDG-Richtlinien und ist in einer Konfiguration für flüssige Molkereiprodukte erhältlich, die die 3A-Standards erfüllt.

Aseptische Abfüllung am Block

Kurze Wege verspricht die neuste Entwicklung von KHS: Die lineare Aseptik-Block InnoPET BloFill ABF vereinigt die rotative Streckblasmaschine InnoPET Blomax Serie V mit dem aseptischen Linearfüller Innosept Asbofill ABF 712 in einem System. Dank der Verblockung benötigt die Einheit nicht nur weniger Platz als Einzelmaschinen, auch der Lufttransporteur fällt weg. Dadurch verringert sich der Energieverbrauch. Weiterer Vorteil: reduzierte Personalkosten, da nur noch ein anstatt zwei Bediener benötigt werden. „Dank der Verblockung und seines Moduls ,Konti-Taktʼ minimieren wir auch ein mögliches Einschleppen von Verschmutzungen. Das wirkt sich positiv auf die Hygiene und Anlagenverfügbarkeit aus“, erklärt Thomas Redeker, Sales Director Dairy Europe bei KHS.

Mit dem neuen Aseptikblock adressiert die Effizienz der Sterilisation: Die Abfüllmaschine für sensitive Produkte ist sowohl im Aseptik- als auch ESL-Standard erhältlich. Die Sterilisation erfolgt im KHS-Verfahren über mehrere Schritte. Zunächst desinfiziert die Maschine den Neck und das Flascheninnere. Dabei wird der Behälter innen zweimal mit einem Wasserstoffperoxid-Aerosol (H2O2) eingesprüht. Dies geschieht mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometer. „Dadurch stellen wir sicher, dass jeder Bereich der Flasche erreicht und sterilisiert wird – selbst bei individuellen Gestaltungen und kritischen Formen haben wir dies erreicht “, erläutert Redeker. Im Anschluss vollenden zwei Schritte zur Aerosol-Reaktion und weitere vier Schritte zur Trocknung mit steriler Heißluft den Prozess.

Schnelle Formatwechsel und ein Plus an Flexibilität

Zunehmende Produktvielfalt verkürzt die Produktlebenszyklen und verkleinert die Losgrößen in der Lebensmittelproduktion. Vor diesem Hintergrund fordern Hersteller von modernen Produktionsanlagen kürzere Rüstzeiten, einfache Produkt-, Mengen- und Formatwechsel ebenso wie modulare Konzepte, mit denen sich Produktionslinien schnell an neue Anforderungen anpassen lassen. KHS' Aseptik-Block hat auch hier eine Antwort: Formatwechsel erfolgen innerhalb von maximal zehn Minuten unter aseptischen Bedingungen, sodass eine zusätzliche Reinigung und Sterilisation nicht notwendig ist. Zudem ermöglichen die kurzen Umrüstzeiten es, eine große Anzahl verschiedener Produkte in kürzester Zeit abzufüllen. Der lineare Aseptik-Block ist für die Abfüllung von Milch, Milchmixgetränken sowie Säften, Smoothies und Eistee in PET-Flaschen mit Volumina zwischen 250 Milliliter und 2 Liter ausgelegt.

Zudem profitieren Abfüller von der modularen Bauweise des Trocken-Aseptik-Blocks, die Ergänzungen an der Füllmaschine jederzeit möglich macht. Anwender können ihren Block beispielsweise mit einem Stückchenfüller oder einer zusätzlichen Füll- oder Verschließereinheit nachrüsten. „Durch die modulare Bauweise gewinnen unsere Kunden an Flexibilität. Sie müssen nicht bereits beim Kauf des Blocks entscheiden, welche Produkte sie abfüllen möchten“, erklärt Redeker.

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Höchster Standard hinsichtlich Hygienic Design

Einen ähnlichen Ansatz erfolgt auch Krones mit dem Contipure Asept Bloc DN. Der modular aufgebaute aseptische Abfüllblock wurde speziell für schwach saure Produkte entwickelt. Das System umfasst einen Preform-Rollensortierer, einen Infrarot-Ofen, ein Preform-Entkeimungsmodul, ein aseptisches Blasmodul, einen aseptischer Füller, ein Verschluss-Entkeimungsmodul sowie einen aseptischen Verschließer. Auch diese Dekontaminationslösung nutzt gasförmiges Wasserstoffperoxid, um die Preformen zu sterilisieren.

Anfand des Jahres erhielt die Contipure Asept Bloc Reihe das 3-A-Zertifikat des unabhängigen Instituts 3-A Sanitary. Diese Auszeichnung ist vor allem für den Einsatz der Maschinen im nordamerikanischen Markt von großer Bedeutung, um dort Milchprodukte in der Kühlkette abfüllen zu dürfen. Das Zertifikat bestätigt, dass die Systeme beispielsweise eine extrem glatte Oberfläche aufweisen oder speziell zertifizierte Evoguard Ventile, Filter oder Schaugläser enthalten. So wird sichergestellt, dass die Gefahr einer Rekontamination des Endprodukts auf ein absolutes Minimum reduziert ist.

Fazit: Die aktuellen Anforderung der Hersteller von Lebensmitteln und Getränken nach hygienischen und gleichzeitig flexiblen Produktions- und Abfüllanlagen kommen Maschinen und Anlagenbauer mit modular aufgebauten Systemen für die einzelnen Prozessschritte nach. Die Aggregation zu individuellen Blöcken, die sich je nach Bedarf erweitern lassen, erhöhen zudem die Sicherheit und Effizienz der Anlagen.

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